Lesenächte in der Grundschule Lemförde

Förderverein statuiert Exempel: Zehn Kindern abgesagt

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Schülerinnen der Klasse 3 b freuen sich auf die Lesenacht mit ihrer Vorleserin Kerstin (rechts).

Lemförde - Aktuelle Nachrichten berichten über die Bestrebungen zum Weltfrauentag, die Nationalhymne Geschlechter neutraler umzuschreiben. Bei der Inaugenscheinnahme der Buchauswahl von Mädchen und Jungen in der Grundschule Lemförde zum Lesenacht-Wochenende sah die Praxis anders aus.

Repräsentativ für eine geschlechtsspezifische Auswahl offerierten die Jungs der Klasse 3 b Titel wie „Der Schatz im Dschungel“, „Fußballrekorde“, „Greg´s Tagebuch“ oder „Der Kampf um das Licht“. Bei den Mädchen im Obergeschoss der Klasse 3 b sah es ähnlich spezifisch aus: „Alle lieben Billie“, „Rettung von Leo und Lolli“, „Ein Esel zum Verlieben“, allesamt Pferdeliteratur und etwas verwegenen „Ladybug und Cat Noir“. Bei den Jungs versprachen die betreuenden Väter Pavel und Dmitri lange und aus jedem Buch zu lesen. „Wir möchten aber auch vorgelesen bekommen, es ist ja Lesenacht“, ergänzte Pavel, der zu Ruhe und Ordnung und zum langsamen „zur Ruhe kommen“ aufrief.

Kerstin war zu den Mädchen der Klasse 3 b als reine „Lesetante“ gekommen, Maike wollte dann übernachten: Arbeitsteilung. „In anderen Klassen funktionierte das nicht so gut“, berichtete Fördervereinsvorsitzender Andreas Baade, als die 96 Grundschüler der dritten und vierten Klassen gegen 21.30 Uhr den Mitternachtssnack einnehmen. Insgesamt zeigte sich der Vorstand des Fördervereins sehr zufrieden.

„Aber wir haben dieses Jahr ein Exempel statuiert“, ergänzt Baade. Nachdem Bitt- und Mahnbriefe an die Eltern rausgingen, ihren Kindern doch bitte die Teilnahme nicht zu gefährden, wenn sich nicht für jede Gruppe eine Übernachtungsperson fände, hatte der Förderverein zehn Kindern absagen müssen. „Das gegenteilige Beispiel von Einsatz zeigt ein Arztehepaar“, so Baade. „Er ist extra von einem Kongress ferngeblieben, damit die Mutter hier übernachten kann.“

Lesenacht-Event hat Tradition

Das Lesenacht-Event an zwei Abenden in der Grundschule hat Tradition und wird vom Förderverein mithilfe von Eltern und Helfern organisiert. Für Samstagnacht hatten sich rund 100 Kinder angemeldet. „Freitag war Lehrerin Anna-Lena Aulbert vor Ort und las abwechselnd in Gruppen den Schülern vor“, ergänzt zweiter Vorsitzender Ingo Hinke.

Nach der Begrüßung war Lesestunde, Bettenbau in den Klassen, Imbiss, um danach sichtlich müde in die Klassenräume zum Lesen zu verschwinden. „Das größte Lob, das wir bisher erhielten, war die Nachfrage: Können wir das nicht öfter machen?“, weiß Baade. Mirco Brüggert, Andreas Baade und Ingo Hinke sind aber auch gewappnet, wenn etwas nicht klappt. „Wie beim Fußball haben wir gelbe Warn- und rote Ausschlusskarten“.

Und dann wurde es ruhig in der großen Pausenhalle und auch hinter den Klassentüren. Mirco Brüggert blieb Freitag über Nacht, Andreas Baade Samstag. Zum Lesen hatte sich für Samstagabend Lehrerin Andrea Hönemann avisiert.

Ein riesiges Dankeschön richtet der Vorstand an Hausmeister Marc Wagner und sein „Reinemach-Team“, die sowohl Samstag als auch Sonntag die Schule wieder auf Vordermann brachten für die neue Schulwoche.  - sbb

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