NUVD findet Spuren und Hinterlassenschaften an 15 Uferabschnitten

Fischotter zurück in Lohne und Dümmer

Fischotter-Hinterlassenschaften: Den Kot fand die NUVD an der Lohne. Foto: NUVD

Lembruch – Nachdem sich bereits zum Jahreswechsel die Hinweise verdichtet hatten, dass im nordwestlichen Dümmerbereich Fischotter dauerhaft vorkommen könnten, da sich regelmäßig Losung (Kot) an verschiedenen Stellen fand, scheint diese Annahme nun bestätigt. Das berichtet die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) in einer Pressemitteilung.

Im Rahmen der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten in Kooperation mit dem NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), den Landkreisen Diepholz, Osnabrück und Vechta und gefördert durch das Land Niedersachsen veranstaltet der NUVD seit mehreren Jahren das Fischottermonitoring in der Dümmerregion. Dabei konnten fast jährlich Fischotterspuren nachgewiesen werden, allerdings nur so sporadisch, dass ein dauerhaftes Fischotterrevier am Dümmer unwahrscheinlich schien.

Bei einer Kontrolle von Lohne und Hunte zwischen Lembruch und Eydelstedt durch die Wildtierbiologin Anja Roy wurden jetzt an jedem der 15 angefahrenen Uferabschnitte Otterlosungen nachgewiesen, teilte die NUVD mit. Die Menge der Losungen, die dabei gefunden wurde, deute auf eine durchgehende Besiedlung des Gewässers hin. An zwei weiteren Stellen an der Lohne konnte die NUVD ebenfalls Fischotterlosung nachweisen, so die Pressemitteilung.

Der Fischotter gehört zu den Mardern und zählt zu den sogenannten Semiaquaten: Das sind Säugetiere, die zwischen den Lebensräumen Wasser und Land wechseln und auf beide angewiesen sind. Als Fischfresser findet der Otter im Wasser seine Nahrung, wobei er den gesamten Fisch, inklusive Schuppen und Gräten, vom Kopf beginnend frisst. An Land ruht er und bekommt seine Jungen.

Lange Zeit war der Fischotter in Deutschland fast verschwunden. Sein dichtes Fell und sein schlechter Ruf als Lammmörder und Ertränker von Hunden machten ihn zu einem stark verfolgten Tier. Seit 1968 ist die Jagd auf den Fischotter in Deutschland verboten und er wurde unter Schutz gestellt. Trotzdem gingen die Bestände weiter zurück. Die Gründe finden sich in der Verbauung von Gewässern, umfangreichen Trockenlegungen und Schadstoffen in der Nahrungskette, so die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer. Seit den 1990er Jahren erholen sich die Bestände dank guter Schutzmaßnahmen langsam wieder.

Seine heutigen Feinde sind vor allem der Straßenverkehr und die Lebensraumzerstörung. Bei Angelteichen und Fischereiwirtschaften ist er kein gern gesehener Gast, und seine Bestandsentwicklung kann lokal zu wirtschaftlichen Einbußen führen. Allerdings können die Fischotter durch geeignete Maßnahmen von solchen Gewässern auch ferngehalten werden.

Im Naturschutz kann es ebenfalls zu Zielkonflikten führen. So ist er an anderer Stelle als Prädator (Beutegreifer) der Trauerseeschwalbe bereits in Erscheinung getreten und dieser Vogel genießt am Dümmer ebenfalls einen besonderen Stellenwert. „Dies alles sind Herausforderungen, denen sich die NUVD zukünftig stellen und Lösungen finden muss“, erklärt Biologe Christian Vogel von der NUVD, „damit alle Betroffenen mit einer praktikablen Lösung und Kompromissen den Fischotter freudig am Dümmer begrüßen können.“

Wer hofft, den Fischotter in freier Wildbahn beobachten zu können, den muss der Biologe enttäuschen: „Die Tiere sind nachtaktiv und bei Dunkelheit nur sehr schwer im Wasser auszumachen, zudem weichen sie dem Menschen geschickt aus.“ Wer dennoch mehr über die Fischotter erfahren möchte, dem empfiehlt die NUVD den Besuch der Semiaquatenausstellung an der Naturschutzstation am Dümmer.

Nähere Informationen

www.nuvd.de

http://wildtierbiologie-anja-roy.de/

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