Große Einsatzübung in Lemförde: Technische Hilfeleistung und Brände

Feuerwehr-Zirkeltraining

Flanschbrand: Auf dem Gelände von ZF löschte die Feuerwehr einen in Flammen stehenden Gastank. Fotos: Ripking

Lemförde - Von Jannick Ripking. In der Abenddämmerung blitzte in Lemförde auf dem Gelände von ZF und beim Bauhof Blaulicht auf. Nach und nach trafen immer mehr Feuerwehrautos ein. „Wir machen hier so etwas wie ein Feuerwehr-Zirkeltraining“, beschrieb der Feuerwehrpressesprecher der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“, Dr. Michael Schütz, die Situation am Montagabend.

Die Ortsfeuerwehr Lemförde richtete eine große nachbarschaftliche Lösch- und Einsatzübung aus. An drei Stationen simulierten die Ortsfeuerwehren aus Lemförde, Stemshorn und Bohmte gemeinsam mit dem ersten Zug der Freiwilligen Feuerwehr Stemwede, der aus den Löschgruppen Drohne, Haldem, Dielingen und Arrenkamp besteht, den Ernstfall.

Die Konstellation mit den beteiligten Feuerwehren, die zum Teil aus Nordrhein-Westfalen anreisten, habe sich aus der neuen Alarm- und Ausrückeordnung ergeben. Schütz dazu: „Wenn es zum Beispiel im südlichen Teil von Lemförde zu einem Einsatz kommt, dann wird Haldem direkt mit der Ortsfeuerwehr Lemförde zusammen alarmiert.“ Deswegen finde diese nachbarschaftliche Löschübung einmal jährlich an einem wechselnden Standort statt.

Vom realen Einsatz direkt zur Übung

Zunächst war allerdings unklar, ob der vorgesehene Plan eingehalten werden kann, weil mehrere teilnehmende Feuerwehren bis zum Start um 19 Uhr mit echten Einsätzen ihrem jeweiligen Bereich beschäftigt waren. Aber als bei der Begrüßung der rund 70 Teilnehmer durch Ortsbrandmeister Guido Marten die letzten Löschgruppen eintrafen, konnte die große Einsatzübung wie geplant beginnen.

Bei der Station auf dem Gelände des Bauhofes (hinter dem Gerätehaus) simulierten die Kameraden einen Technischen Hilfeleistungseinsatz unter der Leitung von Lars Enders: Bei einem Verkehrsunfall mit zwei Autos befreiten sie mehrere eingeklemmte Menschen aus den Fahrzeugen.

Eine eingeweihte Zeugin befand sich am Unfallort und hatte die Leitstelle alarmiert. Daraufhin trafen zwei Feuerwehrfahrzeuge mit Rettungssatz am Einsatzort mit unklarer Lage ein.

Die Kameraden sicherten die Fahrzeuge gegen Überschlag, und mit Schere und Spreizer und allerhand schwerem Gerät machten sie sich dann daran, die eingeklemmten Menschen zu beruhigen und aus den Autos zu befreien. Parallel mussten die Feuerwehrleute ein Mädchen aus einem Schacht retten.

An den zwei Stationen auf dem Gelände von ZF wurden ein Gebäudebrand und ein Industriebrand simuliert. Die Schwierigkeit beim Gebäudebrandeinsatz, den Julian Haupt geplant und organisiert hatte, bestand darin, dass sich neben der unklaren Lage des Feuers noch Menschen im Gebäude befanden. Auch hier agierten die Kameraden souverän, konnten sowohl das Feuer finden und löschen als auch die Vermissten in Sicherheit bringen.

Gastank in Flammen gesetzt

Echtes Feuer durften die Teilnehmer an einem in Flammen stehenden Gastank löschen. Thomas Mengedoth von der Firma Delta Safety & Protection hatte dafür einen sogenannten Flanschbrandcontainer auf dem ZF-Gelände aufgebaut.

Nach einer kurzen Einweisung entzündete er den LPG-Gastank. Das Feuer musste anschließend gelöscht werden. Hier stand das Training mit dem Hohlstrahlrohr im Vordergrund. Hohlstrahlrohre haben im Gegensatz zu Mehrzweckstrahlrohren eine höhere Variabilität und Flexibilität in Sachen Wasserdurchflussmenge und Wasserkegel.

Pressesprecher Schütz zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Alle simulierten Einsätze an den Stationen seien gut und erfolgreich abgearbeitet worden. Auch diverse Gefahren und Schwierigkeiten seien erkannt und gelöst worden, so Schütz. Er erinnerte aber auch daran, dass „an Details und Kleinigkeiten immer gearbeitet werden kann und auch muss“.

In diesem Sinne ging es zur Übungsnachbesprechung zurück zum Gerätehaus. Dort konnten die Feuerwehrleute ihren Hunger und Durst mit Bratwürstchen und kalten Getränken stillen.

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