Elfte Klasse der Graf-Friedrich-Schule forscht am Dümmer

„Warum geht der Lohne die Luft aus?“

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Das Wasser wurde nicht nur im Dümmer-Museum, sondern auch direkt vor Ort überprüft.

Lembruch - Von Christa Bechtel. „Mal eine ganz andere Geschichte, vor dem Mikroskop Unterricht zu halten“, meinte Hans-Dieter Tornow, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Diepholz für das südliche Kreisgebiet schmunzelnd, als er die Schülerinnen und Schüler der elften Klasse der Diepholzer Graf-Friedrich-Schule (GFS) im Multifunktionsraum des Dümmer-Museums Lembruch vor den Geräten sitzen sah. Das hatte auch seinen besonderen Grund!

Die GFS, das Dümmer-Museum und der „Agenda 21“- Förderverein Diepholz haben das gemeinsame Projekt „Warum geht der Lohne die Luft aus?“ initiiert, das von der Bingo Umwelt-stiftung und dem Landschaftsverband Weser-Hunte gefördert wird. Zur Auftaktveranstaltung, die im Rahmen der Aktionswoche des Natur-Netz Niedersachsen stattfand, waren die Schüler aus dem Seminarfach „Naturpark Dümmer“ mit ihrer Lehrerin Sylke Teuteberg, die die Fächer Biologie und Sport unterrichtet, sowie Kim Boning, die derzeit ein Freiwilliges ökologisches Jahr im Sport an der GFS absolviert, ins Museum gekommen.

Nachdem Museumsleiterin Sabine Hacke gemeinsam mit Dorothee Wibbing, die im Museum das Forschungslabor „Leben im Wasser“ betreut, die Gäste begrüßt hatte, startete Tornow mit einem umfassenden Einführungsreferat. Eingangs stellte er heraus: „Wir brauchen Hochwasserschutz, wir wollen Tourismus, saubere Flüsse und Seen. Wir wissen auch, was wir machen müssen, um das zu kriegen: Wir müssen nämlich die Überdüngung der Gewässer stoppen!“ Die Überdüngung solle bald der Vergangenheit angehören. „So einfach ist das; da sitzen wir jetzt schon seit 40 Jahren dran“, sagte der Naturschutzbeauftragte lakonisch.

Währens seines Referats verdeutlichte Tornow, wie die Nährstoffe in den Dümmer gelangen. Themen wie Algen, Eindeichung, Verschlammung oder der geplante Schilfpolder und die Bornbachumleitung stellte er im Kontext zwischen Dümmer und Lohne. „Ich kann auch mit Messgeräten unwahrscheinlich viel manipulieren“, gab Tornow zu, der seit 2010 an mehreren Stellen misst. „Deshalb stimmen wir unsere Werte regelmäßig mit dem NLWKN – Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – ab. Denn nicht wir sind gut, weil wir gemessen haben; wir sind nur im Team gut“, betonte er.

Wann geht der Lohne die Luft aus? Um diverse Messungen vorzunehmen, habe man der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mitgeteilt: „Wir brauchen ein Messgerät, mit dem auch ungeschickte Schüler der Graf-Friedrich-Schule klar kommen“, scherzte Tornow. Ein Antrag bei der Bingo-Stiftung und dem Landschaftsverband Weser-Hunte sei positiv ausgefallen: „Die haben uns genehmigt, dass wir solch ein Messgerät kaufen können. Aber wir haben bereits zwei“, freute sich der Naturschutzbeauftragte. Ziel sei es: „Dass Kim Boning eines dieser Messgeräte mitnehmen kann, damit ihre Messwerte an der Lohne dann auch nachvollziehbar und verwertbar sind“, akzentuierte Tornow. Dieses große Glück habe man, „weil ihr euch mit der Dümmer-Problematik beschäftigt.“

„Wir versuchen langfristig die Messwerte aus der Lohne inhaltlich in Facharbeiten oder auch in Projekten zur Verbesserung der Fließgeschwindigkeit oder der Parameter, die nicht gut sind, auch praktisch zu erproben und umzusetzen“, unterstrich Sylke Teuteberg. Kim Boning wird nun in der kommenden Zeit an verschiedenen Stellen der Lohne und, um einen Vergleichswert zu haben, ebenfalls in der Hunte Messungen durchführen.

„In der Sparte ‚Biologie‘ ist die Kooperation mit dem Dümmer-Museum entstanden, weil wir uns mit der Dümmersanierung beschäftigen. Darüber sind wir auf die Idee gekommen, dass die Fließgewässer auch nördlich des Sees interessant sind. So ist dieses neue Projekt entstanden“, schilderte Sabine Hacke. Das soll bis zum Schuljahresende fortgesetzt werden. „Und endet hoffentlich in einer kleinen Ausstellung im Dümmer-Museum“, wünscht sich die Museumsleiterin.

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