Natur- und Umweltschutzvereinigung mit neuester Technik unterwegs

Eindrucksvolle Luftaufnahmen in Hüde

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Die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer setzt für ihre Arbeit modernste Technik ein und lässt Drohnen über ihren Einsatzgebieten Kreisen. Diese sind neben der optischen auch mit einer Wärmebildkamera bestückt (kleine Aufnahmen).

Hüde - „Naturschutz wird heute nicht mehr nur mit Fernglas, Lupe und Kescher gemacht. Moderne Technik nimmt viel Raum ein, sei es mittels GPS zur genauen Positionsbestimmung, spezieller Software zur Datenauswertung oder automatischen Kameras für Bestandserfassungen.

Ein breites Feld von Nutzungsmöglichkeiten hat sich heute auch durch Drohnen, also kleine, ferngesteuerte Fluggeräte ergeben“, meint Dr. Marcel Holy von der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD).

Die Drohnen sind mit vier, sechs oder acht Propellern ausgestattet und fliegen ähnlich wie ein Hubschrauber, es gibt aber auch Drohnen mit Tragflächen. Im Gegensatz zu Modellhubschraubern, die ständige steuernde Eingriffe erforderlich machen, fliegen Drohnen dank ausgeklügelter Elektronik sehr selbstständig und kehren dank GPS-Technik sogar automatisch zum Startpunkt zurück, wenn die Akkukapazität kritisch absinkt. Eine Flugschulung ist dennoch Pflicht, um diese Fluggeräte einsetzen zu dürfen.

Die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer nutzt derzeit zwei Drohnen für verschiedenste Einsatzzwecke im Naturschutz. Eine rein optisch arbeitende Drohne ist im Eigentum der Naturschutzvereinigung, eine weitere, die neben der optischen auch eine Wärmebildkamera besitzt, wurde im Rahmen der Kooperation mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) angeschafft.

Drohnen nicht als Gefahrenquelle für Vögel

Der Hauptvorteil der Drohnen ist die flexible Einsetzbarkeit. Prinzipiell sind die Arbeiten, die mit Drohnen durchgeführt werden können, auch mit bemannten Fluggeräten wie Flugzeugen, Hubschraubern oder Gleitdrachen möglich und wurden auch lange Zeit so erledigt. Jedoch ist der Einsatz bemannter Fluggeräte ungleich teurer und aufwendiger in der Planung. Auch das Störpotenzial für sensible Tierarten ist häufig deutlich höher, beispielsweise bei Flügen in der Nähe von Ansammlungen rastender Vögel oder über Brutplätzen. Durch ihre geringe Geräuschentwicklung und die nicht vogelähnliche Silhouette, werden Drohnen in der Regel nicht als Gefahrenquelle wahrgenommen und sind deshalb auch gut in sensiblen Bereichen einsetzbar.

Ein konkreter Anwendungsbereiche ist die Dokumentation von Flächenzuständen und Sonderereignissen. Dies kann beispielsweise die Ausprägung von Vernässungsmaßnahmen in unterschiedlichen Zeiträumen, das Vorkommen bestimmter Pflanzen wie Bäume in Hochmoorflächen oder Problempflanzen im Grünland oder die Flächenausdehnung von Bränden und Überschwemmungen sein. Aktuell sind die Drohnenaufnahmen auch sehr hilfreich bei der Bewertung der Entwicklung der Röhrichtzone des Dümmers. Hier können kurzfristig hochaufgelöste Luftbilder erstellt werden, die gut erkennen lassen, ob es Zu- oder Abnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum gegeben hat und welche Bereiche durch Fraß- und Wühlschäden von Wasservögeln und Wildschweinen beeinträchtigt sind.

Auch bei Bestandserfassungen sind die Drohnen hilfreich. So sind Vogelarten wie Möwen aus der Luft gut zu erkennen und erlauben sogar eine automatisierte Erkennung von Nestern. Auch die häufig in unzugänglichen Schilfgebieten liegenden Nester der Graugans sind aus der Luft gut zu erkennen und lassen sich auf den mittels Drohnen aufgenommenen Luftbildern zählen.

Zusätzliche Möglichkeiten durch Wärmebildkamera

Gelingt die Zählung nicht über die rein optische Erfassung, bietet die an der Drohne anbringbare Wärmebildkamera zusätzliche Möglichkeiten. So kann mit dieser Methode beispielsweise ermittelt werden, wie viele Wildschweine sich in den Erlenbruchwald-, Weidengebüsch- und Schilfgebieten innerhalb des Dümmerdeichs aufhalten. Weiter erprobt werden soll auch die Suche nach Neststandorten von Vögeln. Hier können anschließend Kameras angebracht werden, um zu überprüfen, ob die Jungvögel zum Schlupf kommen oder die Nester zuvor ausgeraubt oder von den Elternvögeln aufgegeben werden.

„Und letztlich lassen sich mit Drohnen eindrucksvolle Luftaufnahmen erstellen, die im Rahmen der Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, die Faszination für die Natur zu vermitteln“, ist Holy überzeugt.

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