Ernst Völkening koordiniert medizinische Hilfe

Fachärztinnen aus Gomel hospitieren an heimischen Krankenhäusern

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Die Fachärztinnen Ksenia Makeeva (v.l.), Tatjana Shachykova und Ekaterina Serebrova aus Gomel, die in Osnabrück und Damme hospitieren, mit Ernst und Eva Völkening (r.)

Lemförde - Von Christa Bechtel. Seit 2004 ist der frühere Lemförder Facharzt für Allgemeinmedizin Ernst Völkening Koordinator der medizinischen Hilfe in der Arbeitsgemeinschaft „Hilfe für Tschernobyl Kinder“ in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Daher werden seit 2006 wieder Hospitationen durchgeführt. Für dieses Jahr hatten sich 20 Ärzte aus Gomel dafür beworben, von denen fünf eine Zusage bekamen. Drei Ärztinnen hospitieren derzeit in Osnabrück und Damme.

Tatjana Shachykova (Jg. 1973), Ekaterina Serebrova (1986) und Ksenia Makeeva (1990) sind in Gomel Fachärztinnen mit Hochschulauftrag. Tatjana Shachykova ist in der Kinderchirurgie im Gebietskrankenhaus Gomel tätig. Daher hospitiert sie derzeit im Christlichen Kinderhospital des Osnabrücker Marienkrankenhauses. Ekaterina Serebrova praktiziert als Neurologin im Regionalkrankenhaus in Gomel und verbringt die vier Wochen der Hospitation im St. Elisabeth Krankenhaus in der Neurologie in Damme. Ksenia Makeeva arbeitet in der Kinderpoliklinik als Ärztin für Labordiagnostik sowie an der Medizinischen Universität, wo sie Allergologie, Immunologie - klinische Labordiagnostik unterrichtet. Daher ist sie derzeit in der Laborarztpraxis in Osnabrück.

Ausrüstung der größte Unterschied zwischen Deutschland und Weißrussland

In Osnabrück und in Damme interessieren sich die drei Ärztinnen hauptsächlich für das Equipment, also die Gesamtheit der Ausrüstungsgegenstände, aber auch für differenzierte Behandlungsmethoden. Oder welche Antibiotika in Deutschland eingesetzt werden und wie lange man bei einer bestimmten Diagnose im Krankenhaus bleiben muss. Welche Unterschiede gibt es bei uns zu den Krankenhäusern in Gomel? Die Technik der Operationen sei gleich. „Aber die Ausrüstung ist besser“, meinen die Fachärztinnen. Dazu ergänzt Ernst Völkening: „Dr. Bernd Richter, Chefarzt für Kinderchirurgie im Christlichen Kinderkrankenhaus Osnabrück, wird mit der Stiftung Niedersachsen am 13. September für fünf Tage nach Gomel fahren, um dort ein OP-Endoskop zu übergeben.“

Ksenia Makeeva interessieren in erster Linie neue Methoden der Analyse. „Und ich möchte gerne mein Deutsch verbessern“, sagt die 27-Jährige lachend. „Ich habe von der Hospitation erwartet, dass ich neue Therapien und Diagnostik von neurologischen Erkrankungen lernen kann, besonders unterschiedliche Therapien, um zu vergleichen“, erklärt Ekaterina Serebrova, die herausstellt: „Hier werden viel weniger Medikamente verwendet, als in Gomel.“ Rege Diskussion gab es deshalb zwischen den Ärzten und den Hospitantinnen, was die Behandlung angeht. Bei der Diagnose war den Weißrussinnen wichtig, welche Apparaturen in Deutschland eingesetzt werden.

Probleme mit dem Zoll verhindern Lieferung von Hilfsgütern

„Sie haben hier sicher eine ausgeprägte apparative Diagnostik kennengelernt. In Gomel muss man noch richtig untersuchen können, was ich sehr gut finde“, betont Ernst Völkening, dem die Koordination der medizinischen Hilfe für Gomel seit 13 Jahren eine Herzensangelegenheit ist. Aber: „Wir schicken im Augenblick keine Hilfsgüter dorthin, weil es Probleme mit der Zollabfertigung gibt“, erläutert der Ruheständler. Seit fünf Jahren würden er und seine Frau Eva nicht mehr fliegen, sondern mit dem Wohnmobil nach Weißrussland fahren. „Weil wir dadurch eine bessere Mobilität haben, besser die Leute besuchen können und wir können privat viel mehr mitnehmen, wenn etwas gebraucht wird“, stellt er die Vorteile dar.

Zu seinen Aufgaben als Koordinator gehört dann der Besuch der Krankenhäuser in Gomel, Gespräche mit den Chefärzten. Und: „Wir versuchen jetzt neu, die medizinischen Hilfsgüter in Weißrussland kaufen zu lassen. Das heißt, wir schicken Geld dorthin und versuchen mit Dr. Ishakowski, dem Chef des Gebietskinderkrankenhauses in Gomel, zunächst im Kinderkrankenhaus das Kaufen von Hilfsgütern neu zu organisieren“, veranschaulicht Völkening, der sich besonders freut: „Wir haben inzwischen so viele Kontakte und Freunde in Weißrussland, dass wir im letzten Jahr sogar zu einer Hochzeit eingeladen wurden. Wir fahren mit viel Freude jedes Jahr wieder nach Weißrussland.“

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