Christian Schönfelder zum neuen Dümmerkoordinator berufen

Dümmersanierung alternativlos

Die Minister Barbara Otte-Kinast und Olaf Lies (r.) und der neue Dümmerkoordinator Christian Schönfelder (3.v.l.) dankten dessen Vorgänger Helmut Weiß für seine Dienste.
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Die Minister Barbara Otte-Kinast und Olaf Lies (r.) und der neue Dümmerkoordinator Christian Schönfelder (3.v.l.) dankten dessen Vorgänger Helmut Weiß für seine Dienste.
  • Melanie Russ
    vonMelanie Russ
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Lembruch – Er ist der Neue, doch er kennt sich bestens aus mit dem Dümmer und der anstehenden Dümmersanierung. Denn von Beginn an war Christian Schönfelder Mitglied des Dümmer-Beirats, in dem regelmäßig alle Akteure aus der Region des Binnensees zusammenkommen, über dessen Entwicklung und die Fortsetzung der Dümmersanierung diskutieren. Am Freitagnachmittag wurde er offiziell zum neuen Dümmerkoordinator berufen. Der 59-Jährige tritt damit die Nachfolge von Helmut Weiß an, der das Amt seit 2003 innehatte.

Neben politischen Vertretern aus den Landkreisen Diepholz, Vechta und Osnabrück und dem Dümmer-Beirat waren mit Olaf Lies (Umwelt) und Barbara Otte-Kinast (Landwirtschaft) gleich zwei Landesminister zur Veranstaltung am Dümmer-Museum in Lembruch gekommen. Beide Minister stellten klar, dass es zur konsequenten Fortführung der Dümmersanierung keine Alternative gebe. „Die schon ergriffenen Maßnahmen haben Erfolge gebracht“, sagte Lies mit Blick auf die 2009 fertiggestellte Bornbach-Umleitung, durch die der Phosphateintrag um 55 Prozent gesenkt werden konnte. Es habe sich aber gezeigt, dass das nicht reiche.

Weiß hatte die Fortsetzung der Dümmersanierung maßgeblich vorangetrieben. „Was Sie erreicht haben, kann sich mehr als sehen lassen“, lobte Lies. Schönfelder ergänzte: „Es lassen sich eine ganze Menge Erfolge vorweisen, die ohne Sie nicht möglich gewesen wären.“ Weiß sei immer bemüht gewesen, alle beteiligten Akteure zu einem Konsens zusammenzubringen.

Inzwischen ist die Umsetzung des Schilfpolders, der Nährstoffe aus der Hunte vor dem Einfluss in den Dümmer zurückhalten soll, in greifbare Nähe gerückt. Ein wichtiger Schritt zu dessen Realisierung ist mit dem Kabinettsbeschluss vom April getan, mit dem die Mittel für die Antragstellung bereitgestellt wurden. Damit hat sich die Landesregierung aus Sicht Schönfelders klar zur Dümmersanierung bekannt. „Wir hätten uns aber gewünscht, dass gleichzeitig auch die Mittel für die Umsetzung in den Haushalt eingestellt worden wären“, sagte er in Richtung Lies und machte deutlich, dass er den Weg seines Vorgängers ebenso konsequent weitergehen will. Lies ist sich seiner Verantwortung bewusst. Eine schnelle Umsetzung des Schilfpolders, „das erwartet die Region von uns“.

Deren Begleitung liegt nun auch in der Verantwortung von Christian Schönfelder. Ein wesentliches Thema wird dabei der Flächenerwerb für den gut 200 Hektar großen Polder sein. Mit derartigen Umstrukturierungen ist der Sulinger bestens vertraut, denn beim Amt für regionale Landesentwicklung in Sulingen verantwortet er die Bereiche Flurbereinigung und Landmanagement.

Der Polder ist allerdings nicht der einzige Aspekt der Dümmersanierung. „Natürlich spielt auch die Optimierung der Landwirtschaft im Einzugsbereich des Dümmers eine Rolle“, sagte Otte-Kinast. Sie verwies aber auch darauf, dass sich bezüglich des Nährstoffeintrags bereits viel getan habe.

In einem Rückblick ging Lies auf die Entwicklung am Dümmer ein und nahm dabei die Entscheider aus der Vergangenheit in Schutz. „Zur Zeit einer Entscheidung glaubt man immer, es sei die richtige.“ In der Vergangenheit standen Hochwasserschutz und die Entwicklung der Landwirtschaft zur Sicherung der Ernährung im Fokus. „Aber das hat natürlich auch negative Auswirkungen gehabt.“ Heute rücke die Ernährungssicherung in den Hintergrund. Das bedeute aber nicht, dass die Entscheidungen damals falsch gewesen seien. Die Landwirtschaft habe viel zum wirtschaftlichen Wachstum am Dümmer beigetragen, betonte er.

Helmut Weiß blickt zufrieden auf seine Zeit als Dümmerkoordinator zurück. Die Arbeit hat ihm nach eigener Aussage immer Freude gemacht. Im Dümmer-Beirat hätten sich alle Beteiligten immer seriös ausgetauscht. Zum Abschluss mahnte er die beiden Minister, den Bau des Schilfpolders weiter voranzutreiben. „Wenn man das zu lange laufen lässt, vergeht der Mut.“

Von Melanie Russ

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