Wasserpegel bereits mehr als 25 Zentimeter zu niedrig

Dümmer verliert 1 500 Liter pro Sekunde

Fast trocken gelegt: Die anhaltende Hitze macht das Bootsfahren von Tag zu Tag schwerer Fotos: KOMMNICK

Lembruch/Hüde - Von Bjarne Kommnick. 1 500 Liter Wasser pro Sekunde verliert der Dümmer momentan bei dieser Hitze – 130 Millionen Liter pro Tag. Das geht aus einem Schreiben des Hunte-Wasserverbands an die Dümmer-Segelvereine hervor. Die anhaltend hohen Sommertemperaturen werden immer mehr zum Problem für den See und seine Tier- und Pflanzenwelt drumherum.

Der Wasserstand des Dümmers liegt bereits mehr als 25 Zentimeter unter dem angestrebten Sommerregelwasserstand und sinkt weiterhin, berichtet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN).

Grund dafür sind nicht etwa die festgelegten Mindestabflüsse für die Lohne (300 Liter pro Sekunde) und Grawiede (150 Liter pro Sekunde). Die Wassermenge des Zustroms pro Sekunde durch die Hunte entspreche der Wassermenge, die in die beiden Flüsse in gleicher Zeit abfließt.

Der Hauptgrund für den sinkenden Wasserstand ist also das aktuelle Wetter.

Laut NLWKN spielen die vom Dümmer zu speisenden Flüsse nur eine „absolut untergeordnete Rolle“ und seien nur ein kleiner Anteil des gesamten Wassers, das an einem Tag verloren geht. Neben den Auswirkungen für die Pflanzen- und Tierwelt ist auch der Segelsport immer weiter eingeschränkt. Da für die nächste Zeit keine ergiebigen Niederschläge erwartet werden, vergrößert sich das Problem voraussichtlich.

Weil der Dümmer durch das 325 Quadratkilometer große Einzugsgebiet der Hunte gespeist wird, könnte ein starker Niederschlag schlagartig für die Wende sorgen. So verhielt sich der Wasserstand beispielsweise bereits im Jahre 2015. Im damaligen August stieg der Wasserspiegel in wenigen Tagen über 40 Zentimeter.

Da, wo die Natur profitiert, gab es für den Menschen durchaus kleine Negativeffekte. Einige Steege sind seinerzeit durch den schnellen Pegelanstieg aufgeschwommen und wurden dadurch beschädigt.

Dieser Schaden dürfte im Vergleich zu den aktuellen Auswirkungen jedoch eher gering sein.

Hans-Heinrich Schuster vom NLWKN beschreibt neben den vielen negativen Effekten auch einen Positiveffekt: „Aus gewässerökologischer Sicht haben niedrigere Sommerwasserstände in Seen auch Vorteile. Diese grundsätzlich natürliche Wasserstandsdynamik ist zum Beispiel wichtig für das Schilf, damit dieses ihre Bestände durch Leghalme in Richtung Seefläche ausweiten kann. Ein Aspekt, der in Hinblick auf den dramatischen Rückgang des Röhrichtgürtels vieler Seen von wichtiger uferstruktureller Bedeutung ist.“

Trotzdem würde es der Natur mit dem Erreichen des Sommerregelwasserstands erheblich besser gehen.

Jetzt bleibt es abzuwarten, wann der nächste Regen den Dümmer von seinem Wasserproblem erlöst, denn momentan verliert der Dümmer sogar bis zu zwei Zentimeter Wasserpegel pro Tag.

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