Erlebbare Geschichte

Dümmer-Museum erhält 9000-Euro-Spende für Steinzeithaus-Projekt

Geldsegen für das Dümmer-Museum: Ralf Finke (Vorstandsvorstandsvorsitzender der Sparkasse), Rüdiger Scheibe (Vorsitzender des Fördervereins des Dümmer-Museums), Katharina Rose (Leiterin der Sparkassen-Geschäftsstelle Lemförde), Thorsten Helmerking (Archäotechniker) und Sabine Hacke (Leiterin des Dümmer-Museums).
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Geldsegen für das Dümmer-Museum: Ralf Finke (Vorstandsvorstandsvorsitzender der Sparkasse), Rüdiger Scheibe (Vorsitzender des Fördervereins des Dümmer-Museums), Katharina Rose (Leiterin der Sparkassen-Geschäftsstelle Lemförde), Thorsten Helmerking (Archäotechniker) und Sabine Hacke (Leiterin des Dümmer-Museums).

Mit dem Nachbau eines Steinzeithauses, das gerade errichtet wird, möchte das Dümmer-Museum in Lembruch die Geschichte der Region greifbarer machen. Die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz unterstützt das Projekt mit 9000 Euro.

Lembruch – Einen Goldschatz, wie er im Kreismuseum in Syke zu sehen ist, hat das Dümmer-Museum in Lembruch zwar nicht zu bieten, doch die archäologischen Funde, die im Laufe der Jahrzehnte rund um den See gemacht wurden, sind aus Sicht von Museumsleiterin Sabine Hacke mindestens genauso wertvoll. Denn die Siedlungsreste wurden nicht von „irgendwem“, der vorüber kam, dort vergraben, sie stammen von den Menschen, die tatsächlich am Dümmer lebten, und sind Zeugnis dessen, was sich an dem See vor Tausenden von Jahren zugetragen hat. „Das ist ein Teil unserer Geschichte“, betont Hacke.

Der Archäotechniker Thorsten Helmerking teilt diese Einschätzung, spricht von einer spannenden und bedeutenden Region, auch weil hier Menschen zweier neolithischer Stränge – einer aus dem Norden kommend, der andere aus dem Süden – aufeinandertrafen.

Diese Geschichte nicht nur in der Theorie zu vermitteln, sondern mit allen Sinnen erlebbar und damit noch nachvollziehbarer zu machen, ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Dümmer-Museums. „Das haptische Erlebnis gibt noch mehr Verständnis – auch für die Ausstellung“, so Sabine Hacke.

Neuestes Projekt in dieser Hinsicht ist der Nachbau eines steinzeitlichen Lehmhauses, dessen Gerüst vor wenigen Wochen neben dem Museum errichtet wurde und das bis zum nächsten Jahr in mehreren Abschnitten fertiggestellt werden soll. Vorbild der originalgetreuen Nachbildung im Maßstab 1:20 ist das Haus Nummer vier der nördlich des Dümmers entdeckten Siedlung Huntedorf I aus der Trichterbecherkultur vor rund 5300 Jahren.

„Die Idee gärte schon lange“, berichtet Sabine Hacke. Ihr Wunschtraum wäre gewesen, ein neolithisches Haus direkt am See zu bauen, doch das sei leider aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Weil der Archäotechniker Thorsten Helmerking, der schon seit Jahren mit dem Museum zusammenarbeitet, zu den erlebnispädagogischen Wochen immer ein Zelt zum Schutz der Kinder vor schlechtem Wetter mitbrachte, dachte sie sich: „Warum eigentlich ein Zelt, wenn ein Haus doch viel besser wäre?“ Und so nahm das Projekt Form an.

Das Gerüst haben Helmerking und seine Mitstreiter vor wenigen Wochen aus dünnen Eichen- und Fichtenstämmen errichtet, noch vor dem Winter soll das Dach gedeckt werden. Bei der Herstellung von Lehmboden und Wänden können im nächsten Jahr auch Kinder helfen.

Etwa ein Viertel des Hauses bekommt keine Wände. Dort verrichteten die Steinzeitmenschen ihre Arbeiten. „Die Häuser dienten dem Schutz, das Leben der Menschen fand im Freien statt“, so Helmerking. Angesichts der aktuellen Temperaturen mag manch einer bei dem Gedanken frösteln. „Das Klima war damals einen Tick wärmer als heute, und die Winter waren kurz“, erklärt der Archeotechniker. Außerdem sei Kälteempfinden eine Frage der Gewohnheit.

Beim Bau werden nur Materialien verwendet, die auch den Menschen der Trichterbecherkultur zur Verfügung standen, doch ein bisschen moderne Technik bei der Errichtung muss sein. „Wir könnten das Haus auch authentisch bauen. Die Fähigkeiten haben wir“, sagt Helmerking. Aber es würde um ein vielfaches länger dauern und damit auch ein deutlich teurer werden.

Weil das Projekt auch so schon recht kostspielig ist, freut sich Sabine Hacke, wieder mit einer namhaften Spende der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz bedacht zu werden. 9000 Euro überweist das Geldinstitut an den Förderverein des Dümmer-Museums. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Sabine Hacke auf mehr als 25000 Euro.

Ralf Finke, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, zeigte sich bei der Spendenübergabe beeindruckt von dem Projekt. Ein junger Mensch, der sehe, wie heute Häuser errichtet würden, könne sich gar nicht vorstellen, wie Menschen in der Steinzeit mit einfachen Werkzeugen ein Haus gebaut haben.

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