Eröffnung am 16. März

Dümmer-Museum in Lembruch erwacht aus dem Winterschlaf

Das Modell eines Lehmhauses mit Rundgiebel vermittelt einen Eindruck davon, wie der originalgetreue Nachbau am Dümmer-Museum aussehen soll.
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Das Modell eines Lehmhauses mit Rundgiebel vermittelt einen Eindruck davon, wie der originalgetreue Nachbau am Dümmer-Museum aussehen soll.

Lembruch – Seit dem 1. November lag das Dümmer-Museum in Lembruch im Dornröschenschlaf. Zumindest vordergründig, denn hinter den Kulissen haben Leiterin Sabine Hacke und ihre Mitstreiter den Lockdown insbesondere zur Optimierung des umfangreichen Archivs genutzt. Ab dem 16. März ist das Museum wieder für Besucher geöffnet. Dann geht es gleich mit der ersten von vier Sonderausstellungen los.

„Altes niedersächsisch-westfälisches Bauerntum und Handwerk. Aquarelle und Zeichnungen.“ ist die Wanderausstellung mit 48 Aquarellen von Erich Fuchs (1890-1983) überschrieben, die Sabine Hacke vom Kreismuseum in Syke übernommen hat.

Der Maler und Zeichner verbrachte die letzten fast 40 Jahre seines Lebens in Ströhen und verarbeitete in seinen Werken, was er auf seinen Streifzügen durch den Diepholzer Südkreis sah. Geboren wurde er 1890 als Sohn eines Tischlermeisters in Magdeburg. Schon als Kind sei sein Zeichentalent offenkundig gewesen, heißt es im Katalog zur Ausstellung. Nach seiner Schulzeit absolvierte Fuchs zunächst eine Lithografielehre und besuchte zugleich die Magdeburger Kunstschule. Von 1909 bis 1914 folgte ein Studium an der Kunstakademie Leipzig.

Frank Kramer und Annika Weise liefern die Aquarelle von Ernst Fuchs für die erste Sonderausstellung des Jahres im Dümmer-Museum an.

„Er ist immer ein Milieumaler gewesen“, so Hacke. In seinen Werken stellt er vorwiegend Szenen aus dem Alltag von Handwerkern und „einfachen Leuten“ dar – und das mit einer für Aquarelle beeindruckenden Detailtreue.

Regionale Kunst in den Sonderausstellungen

Sabine Hacke bleibt bei den vier Sonderausstellungen insgesamt bei der regionalen Kunst. Die zweite Sonderausstellung „Der Dümmer – meine zweite Heimat“ ist vom 1. Mai bis 6. Juni zu sehen und beschäftigt sich mit Werken der Tecklenburger Malerin Marie-Evelin Buchwald, die laut Sabine Hacke schon als junge Frau ihre Freizeit am Dümmer verbrachte. See, Tiere und Umland hat sie in ihren naturalistischen Bildern festgehalten.

Die dritte Sonderausstellung zeigt ebenfalls Impressionen vom Dümmer – dieses Mal aus dem Blickwinkel des Künstlers Nieré, der vor einigen Jahren in Brockum seine zweite Heimat gefunden hat. Seine Werke sind vom 20. Juni bis 15. August zu sehen.

Zum Abschluss der Ausstellungsreihe geht es in den Naturkundebereich. Vom 29. August bis 17. Oktober können die Besucher in die Welt der Federn heimischer Vogelarten eintauchen. „Faszination Feder. Gefiederkunde heimischer Vogelarten“ ist die Ausstellung von Christina Mau-Hansen überschriebe, in der sie das Gefieder verschiedener Vogelarten auffächert und so Aufbau und Funktion erkennbar macht.

Auch über die Sonderausstellungen hinaus hat der Veranstaltungskalender wieder einiges zu bieten. Als Reaktion auf die steigenden Besucherzahlen am Dümmer hat sich Sabine Hacke vorgenommen, gezielt Aktivitäten für Familien anzubieten. So wird es in diesem Jahr erstmals regelmäßig Familiensonntag mit kostenlosen Aktionen geben. Zum Auftakt steht am 28. März das Bemalen und Dekorieren von Ostereiern mit Naturmaterialien an.

Zum Internationalen Museumstag am 16. Mai, der dieses Mal im Zeichen von Vielfalt und Inklusion steht, möchte Hacke gerne etwas gemeinsam mit einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen organisieren.

Neu ist der Markt der Malerei am 8. August, bei dem Künstler aus der Region ihre Werke zeigen und verkaufen können. Außerdem steht in diesem Jahr wieder das Woll- und Genussfest an, bei dem sich alles um die Diepholzer Moorschnucke dreht.

Nachbau eines Steinzeit-Lehmhauses

Ein Schwerpunkt des Dümmer-Museums ist auch 2021 die Archäologie. Hauptprojekt ist der originalgetreue Nachbau eines Lehmhauses aus der Trichterbecherkultur vor rund 5300 Jahren. Die Idee dazu war laut Sabine Hacke durch die jährlichen archäologischen Erlebniswochen entstanden, in der Schulklassen in den Alltag der Menschen am Dümmer in der Steinzeit eintauchen. Da Wohnen und Ernährung dabei eine Rolle spielen, bot es sich an, ein Haus zu bauen.

Das Gerüst für das 3,5 Meter breite und fünf Meter lange Lehmhaus wird Archäotechniker Thorsten Helmerking Ende März errichten. Im Juni folgt das Dach, im September wird im Rahmen der archäologischen Erlebniswochen gemeinsam mit den Schulklassen weitergebaut. Die Ausfachung ist für nächstes Jahr geplant. Das gesamte Projekt wird laut Sabine Hacke mehr als 25.000 Euro kosten. Darum ist sie froh, dass der Landschaftsverband Weser-Hunte und die Kreissparkasse Grafschaft Diepholz das Vorhaben finanziell unterstützen.

Archiv-Optimierung im Lockdown

Aktuell steht bei Sabine Hacke wieder der öffentliche Bereich des Dümmer-Museums im Fokus, doch auch während der coronabedingten Schließung hatte sie alle Hände voll zu tun. Den Lockdown hat sie mit Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Mitstreiter genutzt, um das umfangreiche Archiv mit Fotos, Dokumenten, Büchern und Exponaten zu optimieren. So wurden beispielsweise mehr als Tausend Papierfotos digitalisiert und die Bücher der Präsenzbibliothek neu verschlagwortet.

Öffnungszeiten: Das Dümmer-Museum ist ab dem 16. März dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Bis auf weiteres dürfen sich laut Leiterin Sabine Hacke bis zu zwölf Personen gleichzeitig im Dümmer-Museum aufhalten. Abstand halten und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sind Pflicht.

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