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Der Dümmer im Wandel: Tourismus muss professioneller werden

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Von: Melanie Russ

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Auch das „Haus am See“ hat mit seiner Beach-Kulisse zum Touristen-Ansturm am Dümmer beigetragen.
Auch das „Haus am See“ hat mit seiner Beach-Kulisse zum Touristen-Ansturm am Dümmer beigetragen. © russ

Der Dümmer befindet sich im Wandel. Die Besucherzahlen schnellen in die Höhe, an der Seite des Marissa-Parks wachsen auch andere Angebote. Aber beim Tourismusverband Dümmer (TVD) macht man sich auch Sorgen. Der wiedergewählte TVD-Vorsitzende Anselm Höfelmeier wünscht sich mehr Professionalität, sieht auch Potenzial, ein Man ko bleibt jedoch: „Uns fehlen die Leute, die was machen.“

Hüde/Lembruch – Der Anspruch hat sich geändert. Es geht nicht mehr darum, wie man die Menschen an den Dümmer bekommt. Denn inzwischen kommen sie in Scharen. „Heute geht es darum, wie wir die Leute, die hier sind, lenken und ihnen den Aufenthalt so angenehm machen können, dass sie wiederkommen“, beschrieb Jessica Weßling, Tourismusmanagerin der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ und Geschäftsführerin des Tourismusverbands Dümmerland (TVD), die veränderte Situation während der Jahreshauptversammlung des TVD. Dieser muss sich auch der Verein, dessen Mitglieder im wesentlichen Touristiker sind, stellen.

Vorsitzender Anselm Höfelmeier wünscht sich eine Stärkung der Marke Dümmer und mehr Professionalität in der Vermarktung. Viel Potenzial ist aus seiner Sicht vorhanden. „Aber uns fehlen die Leute, die was machen.“ Der Vorstand allein könne das nicht leisten. Höfelmeier beklagte, dass Tourismus-Marketing am Dümmer leider immer noch eher hobbymäßig betrieben werde. Das müsse sich ändern, sagte er auch in Richtung Samtgemeinde. Immerhin wurde kürzlich eine zusätzliche Teilzeitkraft für die Tourist-Info in Lembruch eingestellt.

Neben mehr Personal braucht es auch Geld. Nur 290.900 Euro – 2,3 Prozent der Aufwendungen im aktuellen Haushaltsplan der Samtgemeinde – fließe in die Förderung des Tourismus, rechnete Höfelmeier vor. Das reiche nicht. „Wenn die Samtgemeinde sagt, sie hat kein Geld, müssen wir über andere Einnahmequellen nachdenken.“ Eine Art Tourismusabgabe der Dümmer-Gäste schwebt ihm vor.

Für die Vermarktung und Information der Gäste soll neben der Tourist-Info die Website www.duemmer.de ein wichtiges Mittel sein. Die Seite könnte nach Höfelmeiers Einschätzung auch noch stärker als Portal für die Zimmervermietung genutzt werden, statt auf anderen Portalen hohe Provisionen zu zahlen. Das funktioniere aber nur, wenn sich alle mit einem Kostenbeitrag beteiligten. „Einige machen nicht mit, weil sie sagen, das brauchen sie nicht. Aber so funktioniert es nicht.“ Man müsse an das große Ganze denken.

Ganzheitliches Konzept für Dümmer-Tourismus

Aktuell mutet die Homepage recht steinzeitlich an. Das wird sich aber bald ändern. Im Juni soll sie mit einem neuen Design an den Start gehen. Dafür verantwortlich zeichnet die Dümmerweserland-Touristik mit Geschäftsführerin Dorothea Schneider. Der Verbund mit 14 Mitgliedskommunen stellt sich derzeit ebenfalls neu auf. Neben neuem Logo, neuer Homepage und drei digitalen Info-Stelen soll ein ganzheitliches Tourismus-Konzept für die Region her. Ein solches Konzept, das die wesentlichen Ziele und Schwerpunkte absteckt, ist laut Schneider meistens Voraussetzung für die Generierung von Fördermitteln. Ziel ist auch, die Übernachtungszahlen am Dümmer konkreter zu erfassen. Diese Zahlen könne man auch nutzen, um an übergeordneter Stelle deutlich zu machen, welch große Bedeutung der Tourismus am Dümmer habe, sagte sie in Richtung Landesregierung, von der man sich etwas mehr Unterstützung erwartet.

Der Renner in Sachen Marketing bei der DWL ist übrigens noch ganz altmodisch auf Papier gedruckt: das Radtouren-Heft. Es geht in Kürze mit 60.000 Stück in die nächste Auflage.

Das Ergebnis der Vorstandswahlen des „Tourismusverbands Dümmer“

Vorsitzender: Anselm Höfelmeier

Stellvertretender Vorsitzender: Lars Mentrup

Schatzmeisterin: Heike Hannker

Beisitzer: Jens Dannhus, Ralf Heine, Robin Pötter, Steffen Eickhoff, Margarete Schlick, Peter Klor

Zum Entwicklungsstand des Marissa-Ferienparks, der neben Stratmanns Haus am See und dem neuen Wohnmobilhafen in Lembruch zum Besucher-Boom beigetragen hat, berichtete Geschäftsführerin Susanne Adrian. Die 172 Wohneinheiten waren 2021 fertig. „Wir glauben, dass wir dieses Jahr die 200.000er-Marke bei Übernachtungen erreichen“, so Adrian. Die Bauarbeiten an der Plaza mit Atrium, Spa und Konferenzzentrum sollen im Spätsommer abgeschlossen werden, die Arbeiten für das Aktivitätshaus im Zufahrtsbereich haben begonnen. „Ich denke, dass wir in diesem Jahr komplett fertig werden“, hofft Adrian.

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Wie die Geschäftsführerin berichtete, soll die Zufahrt zum Ferienpark künftig den Gästen vorbehalten bleiben. Wer nicht dort wohnt, ist trotzdem sehr willkommen, muss aber auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz im Eingangsbereich parken. Laut Adrian gibt es Überlegungen zu einem Payback-System, sprich: Gibt jemand im Park Geld aus, wird die Gebühr verrechnet. Die Geschäftsführerin betonte aber, dass diejenigen, die keine weiten Strecken gehen können, nach Rücksprache weiterhin auf das Parkgelände fahren dürfen.

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