Ferien-Aktion mit Falkner

Auf den Spuren der Eulen und ihrer Jungen

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Der Waldkauz, den Falkner Günter Bröckling (Mitte) mitgebracht hatte, bekam von den „Ferienkisten“-Kindern etliche Streicheleinheiten.

Lemförde - Dass Uhus nur Fleisch essen, dass Eulen leise sind und man sie nur nachts sehen kann oder dass sie große Augen, einen kugeligen Kopf und ein flauschig weiches Gefieder haben: All das erfuhren einige Kinder hautnah durch den Falkner Günter Bröckling aus Ostercappeln, der mit seinem Uhu und einem Waldkauz im Rahmen der „Ferienkiste“ nach Lemförde in den Espohl gekommen war.

Veranstalter war die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg, die 1997 auf Initiative der ZF ins Leben gerufen wurde.

Vom Vorstand des Vereins begleiteten die Kinder Dr. Marcel Holy, ehrenamtlicher Geschäftsführer, und Fritz Dannhus. Ursprünglich hatten sich 15 Mädchen und Jungen angemeldet; letztendlich kamen zwölf Kinder.

„Wir hatten eine Warteliste. Schade, dass davon einige nicht zum Zuge kommen konnten, da sich die drei Fehlenden nicht abgemeldet haben“, bedauerte Dannhus, der mit Holy zu Beginn mit den „Ferienkisten“-Kindern zu einer kleinen Runde durch den Espohl startete. Zuvor hatten die „Macher“ dort einige präparierte Tiere versteckt. Spielerisch lernten die Sechs- bis Dreizehnjährigen so Hase, Rehkitz, Marder, Habicht und Co. kennen.

Derweil verdeutlichte Günter Bröckling, wie er seine Liebe zu Uhus und Käuzchen entdeckt hat. „Ich bin früher mit meinen Eltern öfters ins Lipper Land zur Adlerwarte Berlebeck – die artenreichste Greifvogelwarte Europas – gefahren. Das fand ich immer total toll und habe mich gefragt: Wie machen die das bloß, dass der Vogel immer wieder zurückkommt.“

Doch es sollten noch Jahre vergehen. 2005/06 absolvierte er erst den Jagdschein auf Gut Arenshorst. „Der ist Voraussetzung, um den Falknerschein zu machen“, erläuterte der Ostercappelner. Nachdem er auch den in der Tasche hatte, wurde er kurze Zeit später als ehemaliger Schüler zur Jagd auf Gut Arenshorst eingeladen. Dort war Bröckling inzwischen als Ausbilder in der Jagdschule tätig. „Ein Falkner passt noch gut hierhin“, habe damals Oliver Claas gesagt. So wurde der Kindheitstraum des kleinen Günter 2007 in die Tat umgesetzt.

Inzwischen hat der Falkner etliche Greifvögel, darunter drei eigene: einen Uhu, einen 18-jährigen Sakerfalken, den Bröckling vom inzwischen verstorbenen Falkner Moje aus Brockhausen übernahm, sowie einen Harries Hawk, ein Wüstenbussard. „Der ist momentan ein wenig ‚stinkig‘, da er seit drei Monaten in der Voliere ist, weil ab 1. April bis 15. Juli Brut- und Setzzeit ist“, erklärte Bröckling, der etwas bedauert, dass die gesetzlichen Bestimmungen in der Falknerei sehr groß sind – wohl nur bei uns in Deutschland.

Für die Dressur der Jungvögel wie Falke, Bussard, Adler, benötigt er etwa zwei Monate – und bislang kamen alle zurück.

Da staunten die Kinder nicht schlecht, als Günter Bröckling dann den Uhu aus seiner Kiste befreite. Als die sechsjährige Lullu sogar noch ihre Flügel ausbreitete meinte ein Junge scherzhaft: „Kann man auch als Ventilator benutzen.“

Neben dem Uhu hatte der Falkner aber auch noch einen zwei Monate alten Waldkautz, der aus dem Nest gefallen war und den Bröckling nun groß zieht, mit „im Gepäck“. Der bekam an diesem Nachmittag etliche Streicheleinheiten, nachdem sich die Kinder mit einem Handschuh entsprechend „gesichert“ hatten.

Zum Schluss gab´s noch für alle ein tolles Naturspiel: In zwei Gruppen stellten die Kinder Habichte und Eulen dar. Die mussten raten, ob die jeweilige Aussage von Marcel Holy falsch oder richtig war. Und so verging dieser naturnahe Nachmittag im Nu.

cb

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