Dorothe Märzröcke und Nikolai Sahawi laden zum offenen Atelier ein

„Natur“ arbeitet immer

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Auch der „Haiku-Garten“ lockte etliche Besucher nach Marl-Haßlinge.

Marl - Von Christa Bechtel. „Es gibt die große Künstlerin ‚Natur‘, die niemals aufhört, an ihren Objekten zu arbeiten“, betonen Dorothe Alexander Märzröcke und Nikolai Natasja Sahawi, die sich vor einigen Jahren entschlossen, einen Teil ihres Gartens der Kunst zur Verfügung zu stellen. Die letzte Installation des Künstlerpaares war im März vergangenen Jahres „Ein unfarben Feld“.

Was daraus geworden ist, wollen beide unter dem Motto „Wir öffnen unsere Ateliers“ am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Juni, sowie am Sonntag, 21. Juni, jeweils von 15 bis 18 Uhr, der Öffentlichkeit vorstellen.

Dabei hat „Ein unfarben Feld“ eine längere Vorgeschichte. 2011 kreierten Märzröcke und Sahawi in ihrem Atelier Hof Ivre Mort eine begehbare temporäre Installation aus 100 Jutesäcken. Der Titel „Sieh nur“ lockte etliche Besucher nach Marl-Haßlinge an den Dümmer. Im Sommer desselben Jahres begann der Veränderungsprozess. Die Säcke blühten in voller Pracht, platzten auf oder fielen einfach um.

Auf den Überresten der Jute-Installation entstand im Sommer 2012 der poetische „Haiku-Garten“. Doch auch der war bald Erinnerung. „Wir dachten über einen Neubeginn, ein neues Projekt nach. Alles sollte von vorn beginnen“, erläutern die Künstler ihre Idee für „Ein unfarben Feld“: Alles, was einmal war, sollte zugedeckt, eingehüllt werden – der Beginn einer Reise ins Unbekannte!

Zugedeckt wurde alles auf einer Fläche von 300 Quadratmetern mit Wischgaze. „Diese Menge löste bei unserem Kunstfachhandel schon einige Irritation aus“, erinnern sich beide schmunzelnd an den Kauf. Schon bald gewann das Feld an Kompaktheit, die Optik veränderte sich und die Wischgaze legte sich weich und anpassungsfähig über alle Erdhügel und Erdtäler. „Wir machten Fotos zu verschiedenen Tageszeiten, bei verschiedenen Lichtverhältnissen, aus unterschiedlicher Perspektive“, erklären die Haßlinger, die jede kleine Veränderung, die die Natur täglich an ihrem Objekt vornahm, sahen und sich daran erfreuten.

Anfangs habe die Künstlerin „Natur“ mit kleinen Ästen und braunen Blättern gearbeitet und gab so dem „unfarben Feld“ Farbe und Verwandlung. „Das Feld weckte Assoziationen der unterschiedlichsten Art. Einmal beispielsweise glich es einem wundervollen Wasserfall oder ich sah einen Elefanten, der zwischen den Erdhügeln lagerte“, schwärmt Dorothe Märzröcke. Aber auch der Himmel gab dem „unfarben Feld“ Farbe, das mal blau, mal grau oder im Morgenlicht ganz zart getönt erschien.

Schließlich begann es unter den Gazestreifen heftig zu wachsen. „Das Feld sah aus wie eine Ansammlung von aufgeblähten Kissen“, so die Objektkünstler, die ständig etwas Neues entdeckten. Doch je mehr das Jahr fortschritt, umso mehr veränderten sich das „unfarben Feld“ und die Gaze: Die Farbe Grün setzte sich mehr und mehr durch. „Gegen Ende Oktober überließ uns die Künstlerin ‚Natur‘ die Reste der Gazeballen, die grün und bräunlich waren. Wir sammelten sie ein, trockneten sie in der Herbstsonne und holten sie schließlich in unser Atelier“, zeigt das Ehepaar die Arbeitsschritte auf. Denn: Im Atelier begann dann die Arbeit, wie das Sortieren der vielen Fotos. Dorothe Märzröcke begann, über den gesamten Werdegang der Installation ein Buch zu schreiben. Und: „Wir begannen zu malen, neue Bilder entstanden.“ All das können Besucher an den drei genannten Tagen im Atelier Hof Ivre Mort sehen und erleben.

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