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Der Heimatverein Lembruch braucht neue Impulse: Dorferneuerung als große Chance

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Von: Melanie Russ

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Vorsitzender Michael Macke sorgt sich um die Zukunft des Heimat- und Verschönerungsvereins Lembruch. Er hofft auf neue Impulse und neue Mitglieder im Zuge der gerade anlaufenden Dorferneuerung.
Vorsitzender Michael Macke sorgt sich um die Zukunft des Heimat- und Verschönerungsvereins Lembruch. Er hofft auf neue Impulse und neue Mitglieder im Zuge der gerade anlaufenden Dorferneuerung. © Russ

Der Heimat- und Verschönerungsverein Lembruch muss sich verjüngen und hofft dabei auf die Dorferneuerung.

Lembruch – Wenn nicht einmal mehr der Grillabend zieht, dann läuft irgendwas schief. Doch was? Michael Macke vermag diese Frage nicht so ohne Weiteres zu beantworten. Er ist ein bisschen ratlos, wie er zugibt. Die Symptome erkennt der Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins für Kultur, Umwelt und Natur Lembruch durchaus. Die Aktivitäten des Heimatvereins können immer weniger der 63 Mitglieder begeistern – ein Trend, der sich durch die Coronazeit mit eingeschränktem Handlungsspielraum und den Gefahren einer Infektion gerade für die älteren Mitglieder verstärkt hat.

Was fehlt, sind neue Mitglieder und neue Ideen. Große Hoffnungen setzt Michael Macke darum in die Dorferneuerung, die auch dem Heimatverein frische Impulse und junge Mitglieder bescheren könnte, die in ihrer Gemeinde etwas bewegen möchten. Denn: „Wenn sich keine jungen finden, sterben die alten Mitglieder nach und nach weg.“ Die Auflösung des 1950 gegründeten Heimatvereins wäre die logische Folge. Doch so weit möchten es der Vorsitzende und seine Vorstandskollegen nicht kommen lassen.

Die Jahreshauptversammlung mit besagtem Grillabend im Anschluss war für Michael Macke so etwas wie ein Schlüsselmoment. Nur fünf Mitglieder hätten sich zum Grillen angemeldet, berichtet er. Für eine geplante Kanu-Fahrt bei schönstem Wetter habe es nicht eine einzige Anmeldung gegeben. „Man versucht, etwas zu machen, aber die Wertschätzung ist nicht mehr da“, beschreibt Macke die aktuelle Situation. Im Heimatverein gebe es einen harten Kern von etwa 20 Leuten, die etwas machen. „Der Rest wartet ab und lässt sich belustigen“, bedauert er. Wobei einige ältere Mitglieder auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so aktiv sein könnten. Die Überalterung des Heimatvereins sieht der Vorsitzende mit Sorge.

Es ist ein bisschen wie mit der Henne und dem Ei. Um jüngere Leute anzusprechen, bräuchte es neue Ideen, und für neue Ideen bräuchte es junge Leute. „Wir vom Vorstand brauchen von außen mehr Input. Was können wir machen, um attraktiver zu werden?“, sagt Macke.

Eine Kernaufgabe des Heimatvereins war ursprünglich die Trägerschaft des Dümmer-Museums. Seit sie vor vielen Jahren an den Landkreis Diepholz übergeben wurde, kümmert sich der Verein vorwiegend um die Pflege des Entenfangs neben dem Museum, stellt in der Gemeinde Sitz- und Liegebänke auf, organisiert kleine gesellige Aktivitäten und Ähnliches. Das alljährliche Schmücken des Maibaums auf der Mittelinsel der Seestraße hat ebenfalls Tradition, ist aus Sicht des Vorsitzenden so aber nicht mehr zeitgemäß. Denn Gemütlichkeit will dort nicht so recht aufkommen, wenn rechts und links ständig Autos vorbeifahren.

Auf einem Dorfplatz wäre der Maibaum besser aufgehoben, doch den gibt es in Lembruch bislang nicht. „Es kommt immer wieder der Wunsch danach auf“, weiß Macke. Das wäre so ein Projekt, das unter dem Dach des Heimatvereins im Rahmen der Dorferneuerung angegangen werden könnte. Das Problem: Außer dem Parkplatz und einer Wiese an der Seestraße habe die Gemeinde keine eigenen Flächen, erläutert Macke. Alle anderen Flächen, auf denen etwas möglich wäre, seien in Privatbesitz. Und es gebe nur wenige Eigentümer, die Flächen für öffentliche Vorhaben zur Verfügung stellen wollten.

Im Rahmen der Dorferneuerung werden seit dem Frühjahr in Arbeitsgruppen Ideen für Projekte gesammelt, die mithilfe von Fördermitteln ab 2023 umgesetzt werden können. „Das ist die Chance, dass wir als Gemeinde das ein oder andere anschieben können, um unsere Wünsche zu erfüllen“, sagt Macke als Vorsitzender und Bürgermeister. Der Verein könnte dabei Einwohnern, die Ideen umsetzen möchten, als Plattform dienen und so selbst wieder in Schwung kommen.

Auch wenn die Entwicklung des Heimatvereins momentan Sorgen bereitet, ist die Lage längst nicht hoffnungslos. Laut Macke sind kürzlich fünf junge Leute in den Zwanzigern eingetreten, die auch in einer Event-Gruppe aktiv sind und somit sicherlich ein paar Ideen für zeitgemäße Veranstaltungen in den Heimatverein hineintragen können. Und vielleicht entfachen diese Funken dann ein neues Feuer.

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