Dietmar Wischmeyer wird Kult: Humor vor 700 Besuchern im „Dümmerbrand“-Zelt

Skurrilitäten des Lebens in derb gewürzten Sätzen

+
Dietmar Wischmeyer im ausverkauften „Dümmerbrand“-Festzelt in Hüde: Wohlformulierte Gags und nachdenkliche Aussagen mit derben Worten gewürzt.

Hüde - Von Eberhard Jansen. Dietmar Wischmeyer blickt lächelnd ins Publikum. Er sieht noch mehr Leute als bei seinen „Zeltmissionen“ in den Vorjahren beim „Dümmerbrand“. 700 Besucher füllten am Donnerstagabend das Festzelt in Hüde. Ausverkauft! Viel mehr hätten gern den „Humorfacharbeiter“ Dietmar Wischmeyer erlebt.

Nachdem eine Zeitung im Osnabrücker Raum fälschlicherweise gemeldet hatte, dass es noch Karten gebe, musste die Dümmer-Tourismusmanagerin Heike Hanker in ihrer Vorverkaufsstelle in Lembruch am Donnerstag noch etwa 100 Anfragen ablehnen.

Dietmar Wischmeyer am Vorabend der Veranstaltung „Der Dümmer brennt“ : Das ist ganz offenbar zum Kult geworden – und eine „Win-Win-Situation“ für alle. Veranstalter, Zeltwirt, Imbissbuden-Betreiber: Alle können zufrieden sein mit diesen zusätzlichen „Dümmerbrand“-Stunden im ohnehin schon aufgebauten Zelt.

Und zufrieden waren auch die 700 Zuschauer. Nach einem zweistündigen Programm voller wohlformulierter Gags und nachdenklicher Aussagen mit aktuellem Bezug spendeten sie heftig Beifall, forderten eine Zugabe und gingen mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.

Zur dritten Auflage seiner „Zeltmission“ am Dümmer (nach Hüde vor zwei Jahren und Lembruch 2014) erschien Dietmar Wischmeyer als Fahrradtourist, der von seinem offenbar überaus witzigen Arbeitskollegen „Schorse“ erzählte, aber dessen Gags nicht parat hatte.

Dümmerbrand in Hüde

Dann wurde Wischmeyer zu Wischmeyer. Es ist schon erstaunlich, wie der 58-Jährige in nur einem Jahr ein völlig neues Programm schreibt – für sich selbst und seine Figuren „Günther der Treckerfahrer“, „Der kleine Tierfreund“, „Willi Deutschmann“ und den Alt-Macho „Mike“. Für seinen eigenen Part sei er kreuz und quer durch Deutschland gefahren und habe beobachtet, erzählt er. Von seiner Reise brachte er nicht nur mehr oder weniger skurrile Fotos mit, die er auf einem Bildschirm zeigte, sondern auch Geschichten. Wie die von rauchenden Männern in Jogginghosen auf Mehrfamilienhaus-Balkonen, vom Verschwinden der einstmals so verbreiteten Sprüche auf Wänden und Türen von Herrentoiletten, von Urlaubs-Aktivitäten und von Kettensägen-Schnitz-Wettbewerben, mit dessen Lärm man auch die vielen Besucher des „Dümmerbrandes“ vertreiben könnte.

Wischmeyers Sommerthema 2015: Männer, die mit freiem Oberkörper auf einem Hocker sitzend Holzschutzmittel auf Gartenzäune streichen. All diese Skurrilitäten des Lebens in Deutschland verpackte Wischmeyer in seine bekannt sorgfältig formulierten, mit derben Worten gewürzten Sätze.

Ein erster Höhepunkt im Programm war seine Beschreibung einer Kindheit auf dem Land, die Wischmeyer als „Günther der Treckerfahrer“ unters Volk brachte. Da dürfte sich so mancher – zumindest ansatzweise – wiedererkannt haben, als es um lange Schulbusfahrten, Omas eigentümlich-altmodisches Essen oder den Besuch bei der Tante in der Stadt ging, wo man zum ersten Mal einen umzäunten Spielplatz erlebte – wo doch der Heimatort und die Gegend drumherum ein einziger großer Spielplatz waren.

Als „kleiner Tierfreund“ berichtete Wischmeyer vom „Rot-Klöterich“ und unbekannten Wesen aus Afrika. Als „Mike“ machte er Frauen auf einer Thermomix-Party an und als „Willi Deutschmann“ wurde er laut. In seine Rollen schlüpft Dietmar Wisch-meyer mit nur wenigen Utensilien.

Nach zwei Stunden Gags (plus 20 Minuten Pause) ging ein unterhaltsamer Abend zu Ende.

Es spricht nichts dagegen, wenn Wischmeyer beim Dümmerband 2016 in Lembruch seine „Zeltmission“ fortsetzt. Der Kult kann gerne weitergehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Ortsbrandmeister Jonas Baum zeigt Rettungszentrum in Angelse

Ortsbrandmeister Jonas Baum zeigt Rettungszentrum in Angelse

Dauerregen lässt Pegel steigen

Dauerregen lässt Pegel steigen

Meistgelesene Artikel

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Endgültiges Disco-Aus für das „Aero“?

Kommentare