Kreisschülersprecher gewählt

„Die Maske verursacht Kopfschmerzen“: Schüler berichten aus ihrem Alltag mit Corona

Sie vertreten die Interessen ihrer Mitschüler auf Kreisebene: der 15-jährige Georg Beverborg und die 16-jährige Pia Dannhus.
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Sie vertreten die Interessen ihrer Mitschüler auf Kreisebene: der 15-jährige Georg Beverborg und die 16-jährige Pia Dannhus.

Landkreis Diepholz – Georg Beverborg und Pia Dannhus verleihen ihren Mitschülern vom Gymnasium Sulingen und der Von-Sanden-Oberschule Lemförde eine Stimme. Auf Kreisebene setzen sie sich als neugewählte Kreisschülersprecher seit Kurzem für deren Interessen ein. Gerade in Zeiten von Corona stehen die Schulen vor großen Herausforderungen, wenn es um die Umsetzung der Abstands- und Hygieneregeln oder um die Digitalisierung geht.

„Die Schülerschaft hat bereits vor der Pandemie Maßnahmen zur weiteren Digitalisierung gefordert. Zu dem Zeitpunkt hat jedoch noch niemand den Ernst der Lage erkannt“, erklärt der 15-jährige Georg. Im März seien die Lehreinrichtungen mit Szenario C, also dem ausschließlichen Unterricht von zu Hause aus, gestartet – eine Zeit in der die digitale Ausstattung und Vernetzung enorm wichtig war. Pias Schule, die Von-Sanden-Oberschule Lemförde, sei gut vorbereitet gewesen: „Wir haben überall Smartboards, haben Laptops und arbeiten mit dem Tool Teams. Doch so gut wie uns, geht es nicht allen.“ Das Thema Digitalisierung wollen die beiden während ihrer zweijährigen Amtszeit im Kreisschülerrat auf jeden Fall angehen.

Aktuell gilt an den niedersächsischen Schulen allerdings Szenario A, also eingeschränkter Regelbetrieb – die Schüler kommen wieder in den Genuss des Paukens auf der Schulbank. „Darüber freuen sich nicht alle. Viele haben keinen Bock auf Schule und bevorzugen daher Szenario B: die Kombination aus Präsenzunterricht und Homeschooling“, berichtet Pia von den Einstellungen einiger Gleichaltriger. Sie selbst ist jedoch erleichtert, dass sie wieder in die Schule gehen darf, denn im nächsten Jahr steht der Abschluss an und daheim habe die 16-Jährige keinen direkten Ansprechpartner. Genauso wie sie, sieht das auch Georg: „Bei Szenario A hat man die Chance, den vollen Stoff mitzubekommen. Homeschooling kann ich nur zustimmen, wenn die Digitalisierung weitestgehend vorangeschritten ist.“

Zwar freut sich die Zehntklässlerin über Szenario A, aber gern zur Schule gehen, tut sie aktuell nicht. „Die Lage ist ernster geworden. Alle sind angespannt und Corona ist das Thema, über das immerzu gesprochen wird“, erklärt sie. Besonders die Lehrer hätten Angst, dass die Schulen wieder geschlossen werden würden, und fordern derzeit so viele Noten wie nur möglich ein. „Vor den Herbstferien haben wir drei Klausuren in der Woche geschrieben. Das war eine mega Belastung“, erinnert sich auch Georg.

Nun stehen die Weihnachtsferien vor der Tür und die sollen wegen Corona auch noch vorgezogen werden. Der 15-jährige Gymnasiast sieht darin kein Problem, denn so kurz vor den Festtagen habe man in der Schule „eh nicht mehr viel gemacht“. Pia sieht darin allerdings ein Problem, denn durch die zusätzlichen freien Vormittage ergebe sich die Chance, sich wieder vermehrt mit Freunden zu treffen. „Ich denke, dass sich viele nicht an die coronabedingten Maßnahmen halten werden und dann trotzdem mit Mehreren zusammenkommen“, erklärt die Kreisschülersprecherin.

Allgemein gebe es einige Schüler, die „auf die Regeln pfeifen“ würden. Größtenteils seien es die Jüngeren, meint die Zehntklässlerin. „Die haben noch so viel Energie und wollen in der Pausen dann trotzdem gemeinsam spielen.“ Abstand wahren – Fehlanzeige. Und wie läuft es sonst so mit den Aha-Maßnahmen, Stichwort Alltagsmaske? Die müssen Schüler weiterführender Schulen nämlich auch im Unterricht tragen. „Es wird mit der Zeit ziemlich anstrengend und bei vielen verursacht das durchgängige Tragen der Maske Kopfschmerzen“, sagt die 16-Jährige. Georgs Schule versucht dieses Problem zu lösen, indem die Schüler alle 90 Minuten rausgehen können, um frische Luft zu schnappen. „Man ist froh, wenn man die Maske wieder abnehmen darf“, erläutert der Gymnasiast. Gelüftet werden muss natürlich auch regelmäßig – selbst dann, wenn die Temperaturen draußen Minusgrade erreichen. „Das klappt bei uns gut. Wir haben aber die Heizung auch auf volle Pulle und ziehen uns extra immer etwas wärmer an“, beschreibt Pia die Situation in ihrem Klassenzimmer.

Neben dem brandaktuellen Thema Digitalisierung steht auf der Prioritätenliste der beiden Kreisschülersprecher außerdem noch das „Busticket für alle“. „Momentan ist es so, dass nur Schüler bis zur zehnten Klasse ein Ticket erhalten. Außerdem hängt es auch mit der Entfernung zum Wohnort zusammen“, erklärt Georg. In dem Zusammenhang könne man auch etwas für den Umweltschutz tun. Denn: „Viele, die keine Fahrkarte haben, werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Das könnte mit dem Busticket für alle umgangen werden“, fügt Pia hinzu. Diese und viele andere schulpolitschen Themen werden im Kreisschülerrat besprochen. Sind nach den Beratungen konkrete Vorschläge entwickelt worden, werden diese an Vincent Myska von der KGS Kirchweyhe, den Schülervertreter im Kreisschulausschuss, herangetragen und so könne Einfluss auf das politische Geschehen genommen werden, erklären die beiden.

Aber wie kamen Pia und Georg überhaupt zu ihrem Amt? „Ich finde es einfach schön, mich für meine Schule einzusetzen“, meint die 16-Jährige. Ihr Kollege kann ihr diesbezüglich nur zustimmen. Er ist jedoch kein Neuling in der Schülervertretung, bereits seit rund fünf Jahren engagiert sich Georg in diesem Bereich und wollte mit dem Amt als Kreisschülersprecher nun den nächsten Schritt gehen. „Außerdem kann ich auf diese Weise Erfahrungen sammeln, die ich später vielleicht einmal benötigen werde.“

Kontakt

Wer einen Vorschlag zu schulpolitischen Themen hat oder seine Wünsche äußern möchte, kann den Kreisschülersprechern seine Anregungen per E-Mail an die Adresse kreisschuelerrat.diepholz@gmail.com schicken.

Die Gewählten:

Kreisschülersprecher:

Georg Beverborg (Gymnasium Sulingen) und Pia Dannhus (Von-Sanden-Oberschule Lemförde)

Vertreter im Kreisschulausschuss: Vincent Myska (KGS Kirchweyhe)

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