Demokratie zum Mitmachen

Parteien in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ wollen Bürger für Kommunalpolitik gewinnen

Das Rathaus der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ mit dem Rittersaal.
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Welche Themen die Verwaltung im Rathaus in Lemförde wie angeht, entscheiden die Kommunalpolitiker in den Räten.

Acht Monate vor der Kommunalwahl wollen die Parteien in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ die Bürger zum Mitmachen motivieren. Wichtiger als ein Parteieintritt sind ihnen dabei neue Ideen und die Lust an der kommunalpolitischen Arbeit.

Lemförde – Sieben Gemeinderäte und ein Samtgemeinderat müssen im „Alten Amt Lemförde“ bei der Kommunalwahl am 12. September neu besetzt werden. Die Bürger können dann darüber entscheiden, wer in den folgenden fünf Jahren die Entwicklung ihrer Gemeinde mitgestalten soll. Statt andere „machen zu lassen“, können sie sich aber auch an der kommunalpolitischen Arbeit beteiligen. Die Parteien würden sich über die Mitarbeit engagierter Bürger freuen – auch ohne Parteieintritt.

Demokratie funktioniere nur durch Mitmachen, betont der CDU-Samtgemeindeverband. Wichtig sei daher, dass sich viele engagierte Kandidatinnen und Kandidaten finden, die bereit seien, einen Sitz im Gemeinderat zu übernehmen.

Verschiedene Interessen in Entscheidungsfindung im Rat einbringen

Der Vorstand des CDU-Ortsverbandes beschäftigte sich bei seinem jüngsten digitalen Treffen mit dem Thema. „Frauen und Männer, jüngere und ältere, ob Familienvater, Selbstständige, Unternehmer, Arbeitnehmer, Pensionäre, Landwirte oder Handwerker – wir haben viele Bevölkerungsgruppen in unseren Reihen vertreten“, erklärt Bruno Matzke, CDU-Schatzmeister und Ratsherr. „Uns ist wichtig, dass das auch so bleibt.“ Denn nur, wenn alle ihre Interessen in Entscheidungsprozesse einbrächten, könne anhand der verschiedenen Bedürfnisse nach Kompromissen gesucht werden, so die CDU.

Auch die Ortsverbände von SPD und FDP sind in Sachen Kandidatensuche aktiv. „Wir haben schon ein paar Neue dabei“, sagt die FDP-Ortsverbandsvorsitzende und Ratsfrau Heike Hannker auf Nachfrage. Aber auch die Liberalen würden sich über weitere Mitstreiter freuen, die gute Ideen haben und helfen wollen, sie umzusetzen.

Heiner Richmann: Es ist schwierig, Menschen für Kommunalpolitik zu motivieren

Die SPD hat laut ihrem Ortsvereinsvorsitzenden, dem Hüder Ratsherrn Heiner Richmann, ebenfalls erste Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt. Es sei vor jeder Kommunalwahl schwierig, die Menschen zu motivieren. Sie seien mit immer mehr Dingen beschäftigt, die für sie wichtiger seien, die Wichtigkeit der Kommunalpolitik werde übersehen. Viele hätten auch Angst, dass die Mitarbeit zu viel Zeit fresse. „Aber das kann man ohne Weiteres schaffen“, versichert Richmann.

Einig sind sich die Parteien darin, dass sie gerne auch junge Menschen für die Kommunalpolitik gewinnen wollen, die neue Ideen und Sichtweisen mitbringen. Etwas erschwert wird die Kandidatensuche derzeit durch die Corona-Pandemie, die Veranstaltungen und Begegnungen in ungezwungenem Rahmen unmöglich macht.

Imke Tuma-Koch: Kommunalparlamente sind die Keimzelle der Demokratie

Warum sollten sich Bürger überhaupt in Räten engagieren? Kann man dort wirklich etwas bewirken? Alle Parteien beantworten das mit einem klaren Ja. „Die Kommunalparlamente sind die Keimzelle der Demokratie. Nirgendwo sonst kann man so dicht dran sein und die Folgen von Entscheidungen so unmittelbar vor Ort miterleben“, wirbt Imke Tuma-Koch, CDU-Vorstandsmitglied und Ratsfrau in Lemförde.

„Wir können mitentscheiden, wo Bau- oder Gewerbegebiete entwickelt werden sollen. Welche Straße soll saniert und wo das Radwegenetz erweitert werden? Auch bei der Standortwahl einer neuen Kita, eines Spielplatzes oder einer Sporthalle und deren Ausstattung kann ein Kommunalpolitiker seine Ideen einbringen“, ergänzt die CDU-Fraktionsvorsitzende und Brockumer Ratsfrau Mechthild Kortenbruck. Und die Räte haben die Entscheidungsgewalt über die Finanzen einer Gemeinde.

Auch SPD und FDP heben die Unmittelbarkeit von Entscheidungen hervor. „Man kümmert sich um die Dinge, die die Leute vor Ort direkt betreffen“, erklärt Heiner Richmann. „Man sieht ja, was in der Samtgemeinde alles passiert“, sagt er mit Blick unter anderem auf den Kita-Neubau, die Sanierung des Freizeitbades und Baugebiete. „Es macht Spaß, das mitzugestalten.“

Heike Hannker sieht es ähnlich. „Projekte, die wir als Kommunalpolitiker vorantreiben, werden umgesetzt. Wenn wir Gelder für Maßnahmen bereitstellen, sehen wir gleich das Ergebnis.“

Im Wahljahr steht bei den Parteien zwar die Besetzung der Räte im Fokus, alle drei machen aber deutlich, dass auch diejenigen, die kein Mandat anstreben, aber an Sachthemen beispielsweise in Arbeitskreisen mitarbeiten wollen, sehr gerne gesehen sind.

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