40 Jahre Engagement 

Ein Demokrat alter Schule - Verdienstkreuz für Hermann Dannhus aus Lembruch

Der Lembrucher Hermann Dannhus (2.v.r.) erhielt aus den Händen von Landrat Cord Bockhop das Verdienstkreuz am Bande. Für seine Frau Margret, die oft auf ihn verzichten musste, gab’s einen Blumenstrauß. Der CDU-Landtagsabgeordnete Axel Knoerig hatte die Verleihung an Dannhus vorgeschlagen. Foto: Russ
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Der Lembrucher Hermann Dannhus (2.v.r.) erhielt aus den Händen von Landrat Cord Bockhop das Verdienstkreuz am Bande. Für seine Frau Margret, die oft auf ihn verzichten musste, gab’s einen Blumenstrauß. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig hatte die Verleihung an Dannhus vorgeschlagen.

Die Liste der Verdienste von Hermann Dannhus aus Lembruch ist lang. Jetzt wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Lembruch - Hermann Dannhus staunte nicht schlecht, als er Mitte Januar in seinem Briefkasten Post aus der Staatskanzlei fand. Was könnte ihm der Bundespräsident mitteilen wollen? Es war etwas, mit dem der 73-jährige Lembrucher nie gerechnet hätte: Ihm wurde das Verdienstkreuz am Bande des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Am Montagabend überreichte Landrat Cord Bockhop dem Lembrucher die hohe Auszeichnung im Rittersaal des Amtshofes in Lemförde.

Die Liste der Verdienste ist erwartungsgemäß lang, wenn jemand eine der höchsten Auszeichnungen erhält, die die Bundesrepublik zu vergeben hat. Einige Schlaglichter stellte Bockhop in seiner Laudatio auf den Mann vor, der sich mehr als 40 Jahre in der Kommunalpolitik und zum Wohle der Allgemeinheit engagierte. Das CDU-Mitglied Dannhus saß von 1972 bis 2006 im Rat der Gemeinde Lembruch, deren Bürgermeister er von 1989 bis 1991 und von 1996 bis 2006 war. Darüber hinaus war er von 1985 bis 2016 Mitglied des Lemförder Samtgemeinderates und von 1996 an zehn Jahre lang Mitglied des Kreistages.

Landrat Bockhop: „Ein Kind des Dümmers“

„Herr Dannhus ist ein Kind des Dümmers und hat mit seinem uneingeschränkten Engagement über die Maßen zur Entwicklung der Samtgemeinde und insbesondere der Gemeinde Lembruch beigetragen. Er hat jede Herausforderung angenommen und neue Ideen nachhaltig und zielstrebig eingebracht“, lobte Bockhop. Dabei habe er seinen Blick immer auf alle Akteure gerichtet, verbunden mit der Frage, wie mit begrenzten Ressourcen das Optimale für alle Bürger, die Gemeinde und die Samtgemeinde erzielt werden könne.

Fast genauso lange wie in der Kommunalpolitik war Hermann Dannhus im Heimat- und Verschönerungsverein aktiv, von 1979 an zunächst als zweiter Vorsitzender, dann von 2000 bis 2018 an vorderster Stelle. Als Meilensteine seiner Amtszeit bezeichnete Bockhop die Umstrukturierung und den Umbau des Dümmer-Museums sowie dessen anschließende Überführung an den Landkreis Diepholz und die Sanierung des benachbarten Entenfangs.

„Dinge mit Gelassenheit hinnehmen“

Der Landrat beschrieb Dannhus als Demokraten alter Schule, der versuche, das zu ändern, was er ändern kann, und die Dinge mit Gelassenheit hinnehme, die er nicht ändern könne. Andere Mehrheiten zu akzeptieren sei etwas, was in der heutigen Zeit vielen Menschen schwerfalle.

Abschließend heftete Bockhop dem viel Gelobten das leuchtend rote Kreuz am roten Bande ans Revers. Und weil es in Deutschland nichts gibt, was nicht geregelt ist, gab es zum Verdienstkreuz – durchaus bindende – Empfehlungen dazu, wie es zu welchem Anlass zu tragen ist.

„Dannhus sucht immer das offene Wort“

Die Verleihung des Verdienstkreuzes war auf eine Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Knoerig zurückgegangen. Er beschrieb Dannhus als fair und bescheiden, als jemanden, der immer das offene Wort sucht und für jedermann Ansprechpartner ist. Sein vielfältiges Engagement verdiene Respekt und Bewunderung. Er hob neben dem politischen und gesellschaftlichen auch das sportliche Engagement Dannhus’ hervor. Er sei ein begeisterter Segelsportler gewesen, was als Bootsbauer natürlich naheliege. Unter anderem gewann der Lembrucher mehrere deutsche Meisterschaften und eine Europameisterschaft.

Auch Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe lobte das Wirken des 73-Jährigen in der Politik und darüber hinaus. „Sie sind in der Samtgemeinde und in Lembruch bekannt für Ihre Tatkraft.“ Im Politischen habe er die Positionen seiner Fraktion immer mit Vehemenz vertreten.

Danke an Ehefrau und „Rest der Familie“

Der Geehrte selbst war überwältig – von der Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz natürlich, aber auch von den „vielen lieben Worten“. Und legte sogleich die angesprochene Bescheidenheit an den Tag. „Ich nehme diesen Orden nicht für mich alleine an“, denn alleine könne man nichts bewegen. Darum dankte er all jenen, die ihn auf seinem Weg begleitet und unterstützt haben. „Aber es geht los mit meiner Frau.“ Denn Margret Dannhus musste häufig auf ihren Mann verzichten, wenn er in einer seiner vielen Funktionen unterwegs war. „Es gab Wochen, in denen ich gar nicht zu Hause war“, erinnerte er sich. So dankte er denn neben seiner Frau auch dem Rest seiner Familie.

Von allen seinen Aktivitäten sei die Arbeit für den Heimat- und Verschönerungsverein besonders aufwendig gewesen. Denn unter seiner Ägide wurde das Dümmer-Museum für rund eine Million Mark umgebaut. „Das war schon eine Herausforderung. Es hat viel Spaß gemacht, aber auch ein paar Nerven gekostet.“

Ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht

Viel gegeben habe ihm immer die Seglerei, die aber nicht nur Hobby war, sondern manchmal auch gut fürs Geschäft. „Ich habe bei manch einer Regatta ein Boot verkauft“, erinnerte sich der langjährige Geschäftsführer der Werft Fricke und Dannhus. Als sehr lehrreich bezeichnete der Lembrucher auch seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht. Im Rückblick auf seine vielen Aktivitäten sagte Hermann Dannhus aus voller Überzeugung: „Ich bereue gar nichts. Es hat mir viel Spaß gemacht.“

Verleihung des Verdienstordens

Die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen kann jeder Bürger anregen. Dazu ist die Darstellung der besonderen Verdienste und gegebenenfalls die Nennung von Personen oder Organisationen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Die Ordensanregung kann formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes gerichtet werden, in dem der Auszuzeichnende wohnt. Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen, heißt es auf der Internetseite des Bundespräsidenten.

Der Verdienstorden wird für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für besondere Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland etwa im sozialen und karitativen Bereich. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für das Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst.

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