Neue Serie mit 12-Jähriger aus Lembruch

Jungschauspielerin Claire Wegener startet „Junas phantastische Reise“

Claire Wegener mit ihrer Nachwuchs-Stute „Pleasure“. Auch wenn sie die Schauspielerei sehr mag: Nach der Schule möchte sie Pferdezüchterin werden. - Fotos: Spahr
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Claire Wegener mit ihrer Nachwuchs-Stute „Pleasure“. Auch wenn sie die Schauspielerei sehr mag: Nach der Schule möchte sie Pferdezüchterin werden. 

Lembruch - Von Luka Spahr. Lautes Hundegebell. Zwei kleine Vierbeiner kommen angerannt, ein dritter, größerer springt hinter einem Zaun hoch. Ein kleines Mädchen mit wilden, blonden Haaren öffnet die Haustür. „Ich bin Claire“, sagt sie selbstbewusst und streckt die Hand entgegen. „Deine Schuhe kannst du ausziehen und da hinstellen.“ Dass die Zwölfjährige für ihr Alter sehr aufgeweckt ist, wird schnell klar. Vielleicht ist es genau diese Eigenschaft, die ihr vor zwei Jahren zu ihrer ersten großen Rolle verhalf. Claire Wegener aus Lembruch spielte Merle im Kinofilm „Wendy“.

Als der Film 2017 im Kino lief, lebte Claire auf der Kinoleinwand den Traum vieler junger Mädchen: umgeben von Pferden auf einem ländlichen Gestüt. Was viele der jungen Zuschauer wohl nicht wussten ist, dass Merle alias Claire privat fast ein identisches Leben führt. „Unser ganz eigenes Bullerbü“ nennt Claires Mutter Corinna Wegener den Hof, auf dem die Familie wohnt.

Neben den Hunden Scooby, Tinke und Asta wohnen dort noch Schwein Rudi, einige Hühner und Sittiche und natürlich – genau wie im Kinofilm – zwischen 15 und 25 Pferde. Der Hof Wegener ist ein Ausbildungs- und Verkaufsstall für Ponys und Pferde. Nebenbei wird eine private Reitschule betrieben.

Die Tiere kennt Claire daher schon so lange sie denken kann. Dass sie einmal eine Rolle in einem Pferdefilm spielt, war dabei jedoch keineswegs vorprogrammiert. „Viele Kinder haben da Vitamin B“, erklärt Mutter Corinna. Bei Claire war das anders. In einer Zeitschrift entdeckte sie die Annonce, dass junge Schauspielerinnen für die Verfilmung gesucht werden. Sie fragte ihre Mutter so lange, bis diese einwilligte. In einem sogenannten E-Casting sprach sie dann einzelne Szenen aus dem geplanten Film ein.

Corinna Wegener unterstützt ihre Kinder bei deren Schauspiel-Karrieren. Nicht nur Claire, sondern auch der sechsjährige Arian stand bereits vor der Kamera.

Auch wenn bei einem Casting immer große Spannung mitschwingt, selbstbewusst ist die Lembrucherin schon damals in die Bewerbung gegangen. Natürlich habe sie daran geglaubt, die Rolle bekommen zu können, erzählt sie. Der Film lief mit Erfolg an. Mittlerweile gab es bereits eine Fortsetzung in den Kinos.

Dass Claire allerdings nicht nur in Pferdefilmen mitspielen kann, beweist sie in der neuen Radio-Bremen-Serie „Junas phantastische Reise“. Darin spielt sie diesmal sogar die Hauptrolle und schlüpft in die Rolle von Juna, die die Welt der Wissenschaft erkundet und für Kinder verständlich erklärt. Diesen Sommer wurde die erste Staffel abgedreht. Am Sonntag, 4. November, um 10.30 Uhr geht es im Ersten mit der Serie los.

Klassensprecherin in Lemförde

Während sie im Wohnzimmer der Familie von den vergangenen zwei Jahren vor der Kamera erzählt, fällt auf, wie gewählt und klug sich das aufgeweckte Mädchen für ihr Alter bereits ausdrücken kann. Da ist es beinahe nicht überraschend, dass Claire neben der Schauspielerei nicht nur eine begeisterte und erfolgreiche Reiterin, sondern auch Hörspiel-Sprecherin, Chorsängerin und Klavierspielerin ist. Darüber hinaus gehört die Sechsklässlerin zu den Jahrgangsbesten an der Von-Sanden-Oberschule in Lemförde und setzt sich als Klassensprecherin für ihre Mitschüler ein.

Auch ihre zwei Geschwister sind keine unbekannten Gesichter. Währen der sechsjährige Arian mit Nebenrollen bei „Polizeiruf 110“ und „Hellen Dorn“ bereits in die Fußstapfen seiner großen Schwester tritt, ist die mit 21 Jahren älteste der drei Geschwister vor allem in Springreiter-Kreisen ein Begriff. Carola Wegener wurde vor kurzem Vize-Weltmeisterin bei einem Wettkampf in ihrer Disziplin in Belgien.

Förderung ohne Zwang

Aber warum sind die Kinder von Corinna und Andreas Wegener so erfolgreich bei dem was sie tun? Auf die Frage bekommt die Mutter einen ernsten Gesichtsausdruck. Sie unterstreicht, dass sie ihre Kinder niemals zu etwas zwinge. Die Schauspielerei, das Reiten – alles würden die Kinder freiwillig machen. Claire nickt und sagt, dass sie sich ja auch selbst für das Casting angemeldet habe. Bei den Drehs gebe es außerdem sehr genau geregelte Arbeitszeiten für Kinder, spezielle Coaches und pädagogisch geschulte Betreuer.

Darüber hinaus unterstützt Corinna Wegener ihre Tochter wo sie nur kann, und bringt sie etwa zu Castings und Drehs. Vater Andreas und Schwester Carola springen dann auf dem Hof ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Schule sei ebenfalls sehr hilfreich und stelle die Kinder bei besonderen Terminen vom Unterricht frei. Am Ende möchte die Mutter vor allem eine Botschaft weitergeben: Das Wichtigste sei, dass Kinder befähigt werden, ihre Wünsche und Träume umzusetzen. Und die Eltern sollten sie dabei bestmöglich unterstützen.

Claire und ihre Geschwister konnten viele ihrer Wünsche scheinbar umsetzen, wenn man ihre vollen Terminkalender betrachtet. Genau deswegen gibt es bei Familie Wegener aber einen Tag, an dem Mal absolute Ruhe herrscht. Der 25. Dezember ist bei ihnen traditionell der „Schlafanzug-Tag“. Dann werden nur die Pferde gefüttert, mehr nicht. Es wird nicht geritten, nicht gesungen und nicht geschauspielert.

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