Medienkompetenztag an der Oberschule Lemförde

Chancen und Risiken im Netz

Auch diese Sechstklässler nahmen jetzt am Medienkompetenztag der Von-Sanden-Oberschule Lemförde teil. Hinten links Schirmherr Axel Knoerig, daneben Schulleiter Marc Greve, rechts Referentin Laura Keller, daneben Klassenlehrerin Gerda Ellerbruch. J Foto: Bechtel
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Auch diese Sechstklässler nahmen jetzt am Medienkompetenztag der Von-Sanden-Oberschule Lemförde teil. Hinten links Schirmherr Axel Knoerig, daneben Schulleiter Marc Greve, rechts Referentin Laura Keller, daneben Klassenlehrerin Gerda Ellerbruch.

Lemförde - Von Christa Bechtel. „Wir als Schule haben nicht die Möglichkeit, in dieser geballten Kompetenz und solch einer Vorbereitung die Schüler im Umgang mit digitalen Medien zu schulen“, erklärt Marc Greve, Schulleiter der Von-Sanden-Oberschule Lemförde.

Deshalb freute er sich umso mehr, dass man erstmals für alle Fünft- bis Siebtklässler einen Medienkompetenztag anbieten konnte. Veranstalter war „erlebe IT“, eine Initiative von Bitkom – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, die sich seit 2009 deutschlandweit für die Vermittlung von digitaler Kompetenz an Schulen einsetzt.

Die Leitung der Workshops übernahmen Thilo Lübker und Laura Keller. Als Schirmherr weilte MdB Axel Knoerig vor Ort, der darlegte: „Ich habe diese Workshops mit meinen Mitarbeitern sehr intensiv studiert und habe sie allen Schulen im Landkreis eröffnet. Acht Rückmeldungen hat es gegeben – und heute sind wir in Lemförde.“

„Inhalte, die nicht so schön sind“

„Wir als Politiker in Berlin machen uns hin und wieder Gedanken darüber, was alles im Internet stattfindet“, verdeutlichte Knoerig den Schülern. Denn: „Dort gibt es sicherlich auch Inhalte oder Bilder, die nicht allzu schön sind“, wusste der Kirchdorfer, was von den Kindern auch sogleich bejaht wurde. Knoerig: „Da kommen wir zum Stichwort ‚Internetsicherheit‘. Wir haben Gesetze gemacht, dass das, was eingestellt wird, auch vernünftiger Inhalt ist“, betonte der Bundestagsabgeordnete.

Für unsere Leser haben wir an dem Workshop mit Leiterin Laura Keller teilgenommen. Zum Inhalt stellte sie anfangs drei große Bausteine vor: Datenschutz, Urheberrecht und negative Kommunikation. Mit einem kleinen Spiel wollte die Referentin von den Kindern erst einmal wissen: Wer hat WhatsApp? Wer ist bei Facebook? Wer ist jeden Tag im Internet? Was guckt ihr euch da an? Oder: „Wer löscht regelmäßig seine Cookies?“ Zum Thema „Datenspuren“ veranschaulichte Keller: „Man weiß nicht so genau, mit wem man sich schreibt. 

Im Internet ist man eigentlich anonym. Aber wenn ihr dort etwas googelt, ein Foto liked oder ihr schreibt eine Mail – dann speichert der Computer das und ihr hinterlasst Datenspuren“, klärte sie die Sechstklässler auf, um nun auf die personenbezogenen Datenspuren einzugehen. Hierzu zählen Name, Telefonnummer, Adresse, Bankdaten… „Alles Daten, die genutzt werden können, um herauszufinden, wer ihr seid“, erläuterte sie. Doch: „Man kann seinen Suchverlauf löschen.“

Weiter ging die Workshop-Leiterin auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein. Was bedeutet: „Man hat ein Grundrecht auf Datenschutz“, unterstrich Keller. Ihre Tipps zum persönlichen Datenschutz: „Nicht so viele Dienste von ein und demselben Anbieter nutzen, regelmäßig Browserverlauf und Cookies löschen, bei Apps auf die Zugriffsrechte achten oder Pseudonyme nutzen.“ „Wer ein Foto macht, ein Lied schreibt oder ein Spiel entwickelt darf ausschließlich darüber entscheiden, was damit passiert“, streifte Laura Keller das Thema ‚Urheberrecht‘. Zur negativen Kommunikation erwähnte sie zum Beispiel Mobbing, aber auch das sogenannte Sexting – das sind Chats mit sexuellen Inhalten oder das Verschicken von Nacktbildern, oft auch in Kombination.

Gruppenweise testeten die Schüler zum Schluss hin dann mit Smartphones und einem Quiz, was sie gelernt hatten. Ziel des Workshops war es, die Mädchen und Jungen im Umgang mit Smartphones und Apps zu sensibilisieren, über Risiken in der digitalen Welt aufzuklären, aber auch Möglichkeiten zur selbstbestimmten Nutzung aufzuzeigen.

„Nicht verbieten sondern hingucken“

„Wir arbeiten dialogorientiert und versuchen, die Jugendlichen so viel wie möglich selbst entwickeln zu lassen“, akzentuierte Laura Keller. Ihr Tipp an die Eltern: „Nicht verbieten, sondern hingucken und darüber reden.“ Es sei wichtig, dass Kinder und Jugendliche lernen würden, selbständig mit Smartphone und Computer umzugehen, die Risiken zu kennen, aber auch die Chancen und das kreative Potential nutzen zu können.

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