Philipp Schroth überzeugt durch sein Handwerk

Bootsbauer aus Hüde ist Kammersieger

Kammersieger Philipp Schroth und sein Ausbilder Jens Dannhus vor einem Jollenkreuzer. Foto: Edgar Haab

Hüde - Von Edgar Haab. „Tischler war mir zu einfach, deshalb habe ich mich für den Beruf des Bootsbauers entschieden“, beschreibt Philipp Schroth seine ungewöhnliche Berufswahl. Schon in der Schule interessierte er sich fürs Handwerk, wie er berichtet. Nach einem zweitägigen Praktikum in der Werft Fricke und Dannhus in Hüde absolvierte er dort eine Ausbildung zum Bootsbauer, die er mit der Note zwei abschloss.

Der in Lembruch wohnende Bootsbauer hat beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in der Handwerkskammer Hannover durch sein Können überzeugt und wurde Kammersieger. Während des Wettstreits baute er einen Mallspant, der für den Bau des Bootsrumpfes als Modell dient und an dem anschließend die Planken befestigt werden. Auf Bundesebene belegte Schroth den zweiten Platz. Heute arbeitet der Kammersieger bei der Massivholz-Möbel-Manufaktur in Rahden.

Um sein Handwerk erfolgreich auszuüben, müsse man „voll dahinter stehen, eigenes Interesse zeigen und Spaß am Handwerk haben. Außerdem sollte man kreativ sein, um Lösungen zu finden, wenn gerade keine da sind“, beschreibtder 21-jährige die wichtigsten Voraussetzungen für seinen Beruf. Schroth hat während seiner Ausbildung unter anderem ein eigenes Ein-Mann-Boot hergestellt. Aus persönlichem Interesse hat er gemeinsam mit weiteren Auszubildenden ein Surfbrett mit Jet-Antrieb entworfen und zusammengebaut.

Unternehmensinhaber Jens Dannhus ist stolz auf die Leistung seines Lehrlings: „Das zeigt auch mir, dass die Ausbildung bei uns nicht so schlecht sein kann. Gesellen müssen selbst Interesse zeigen, und Philipp war schon immer mutig.“ Das interessante am Beruf des Bootsbauers sind laut Dannhus die Vielfältigkeit der Arbeitsmaterialien und die unterschiedlichen Arbeitsgebiete, die in dem Bau eines „Hauses, das schwimmen kann“ stecken. „Für solch einen Exotenjob bewerben sich über die Jahre immer weniger junge Leute. Wir bekommen trotzdem noch jedes Jahr Bewerbungen aus ganz Deutschland. Handwerk hat für mich goldenen Boden“, beschreibt Dannhus die Zukunft des Bootsbauer-Berufs.

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