Schilfsteg zwischen Hüde und Lembruch 

Besonderer Ruhepunkt im Naturschutzgebiet

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Der Schilfsteg am Dümmer ist ein besonderer Ruhepunkt im Naturschutzgebiet „Hohe Sieben“. Das Bauwerk endet mit einem überdachten Beobachtungspunkt. Auf Schautafeln werden Informationen zum Schilf und seiner Nutzung erteilt.

Hüde - Von Marcel Jendrusch. Am Dümmer gibt es viel zu entdecken. Niedersachsens zweitgrößter Binnensee bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wassersportler, Naturfreunde und Kulturhungrige. Neben den bekannten Orten gibt es aber auch Plätze, die eher selten im Fokus der öffentlichen Betrachtung stehen. Der Schilfsteg im Naturschutzgebiet „Hohe Sieben“ ist einer davon.

Der Steg ist ein vergleichsweise junges Ausflugsziel. Das rund 100 Meter lange Bauwerk aus Holz war Ende des Jahres 2014 eingeweiht worden (wir berichteten). Rund drei Monate hatte die Bauphase gedauert, die Kosten von knapp 140 000 Euro waren von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen zu gleichen Teilen übernommen worden.

Am Ende des Stegs, der vom Dümmerdeich aus erreichbar ist und durch den Schilfgürtel führt, wartet eine Aussichtsplattform auf die Besucher. Diese können von dort aus einen Blick auf einen Seitenarm des Sees werfen, Natur und Tiere beobachten. Neben dem Naturerlebnis bekommen die Besucher allerlei Wissenswertes zu lesen. Auf mehreren Schautafeln erhalten die Betrachter zahlreiche Informationen zum See und seiner Pflanzenwelt. Unter anderem, dass sich die mit Röhricht bewachsene Fläche innerhalb des Dümmerdeichs seit den 1950er-Jahren stark verkleinert hat. Auch von den früher mehr als 200 Inseln aus Teichbinsen, bis in die 1960er-Jahre ein Charakteristikum des Sees, ist heute nichts mehr übrig. Als Gründe werden beispielsweise die Eindeichung des Gewässers 1953, die Nährstoff-Überversorgung sowie Schäden durch Wildschweine, Nutrias und Co. angegeben.

Schilfnutzung ein Thema

Auch die Schilfnutzung ist ein Thema. Um die 30 Schilfschneider waren früher im Einsatz. Sie ernteten den Schilf im Winter, anschließend wurden damit die Reetdächer der Häuser gedeckt. Heutzutage ist dieses Handwerk kaum noch verbreitet, Schilf zur Verarbeitung kommt meist aus Osteuropa.

Der Erntezeitpunkt hat, damals wie heute, mit dem Zustand der Pflanzen zu tun. Im Winter sind die Halme trocken und blätterlos. Teichbinsen hingegen werden im Sommer geerntet. Deren Halme weisen dann die zur Weiterverarbeitung nötige Elastizität auf. Nach dem Trocknen werden sie ineinander verdreht. Mit den so entstehenden Schnüren lassen sich dann unter anderem Sitzmöbel bespannen.

Der Schilfsteg liegt auf Hüder Gemeindegebiet, ungefähr mittig zwischen den Ortskernen von Hüde und Lembruch. Wer von dort aus startet, benutzt am besten das Fahrrad. Ein vorheriger Blick aus der Luft ist zurzeit beispielsweise über den Kartendienst von Microsofts Suchmaschine „Bing“ möglich. Zur Orientierung sollte die Kreuzung der Straßen „Zur Hohen Sieben“ und „Hüder Kirchweg“ gesucht werden. Auf den Satellitenbildern des Marktführers „Google Maps“ ist der Schilfsteg, zumindest Stand 16. Juli, noch nicht zu sehen.

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