Dr. Marcel Holy besucht „GWCT“ in England

Begegnung statt „Brexit“

Fordingbridge/Hüde - Einen umfassenden Einblick in die Projekte des Game and Wildlife Conservation Trust (GWCT) erhielt Dr. Marcel Holy von der Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) bei einem einwöchigen Aufenthalt in England.

Der „GWCT“ ist die englische Stiftung für die Erhaltung der wild lebenden Tiere und besteht seit mehr als 75 Jahren. Am Hauptsitz der Stiftung in Fordingbridge in der südenglischen Grafschaft Hampshire sind rund 50 Mitarbeiter, vom Freilandbiologen bis zum Labormitarbeiter, beschäftigt. 

Der „GWCT“ berät Naturschützer, Jäger, Landwirte und Behörden bei praktischen Schutzmaßnahmen, Forschungsprojekten und Gesetzesänderungen und führt auch zahlreiche eigene Projekte durch, in die der „NUVD“-Mitarbeiter nun einen umfassenden Einblick erlangte.

Aufgabenbereiche überschneiden sich

In zahlreichen Feldern überschneiden sich die Aufgaben in England und am Dümmer. So setzt der „GWCT“ derzeit ein Projekt zum Wiesenvogelschutz um, das über das EU-Förderinstrument „LIFE“ finanziert wird. Auch am Dümmer sind darüber bereits umfassende Maßnahmen zur Optimierung der Lebensbedingungen von Arten wie Kiebitz, Uferschnepfe und Brachvogel umgesetzt worden. 

Im Gegensatz zur großen Naturschutzfläche in der Dümmerniederung stehen im Rahmen des englischen „LIFE“-Projekts häufig nur kleine Grünlandbereiche als Lebensräume zur Verfügung. Ähnlich ist jedoch auf beiden Seiten des Ärmelkanals, dass Beutegreifer wie Füchse und Marderartige den Bruterfolg der Wiesenvögel durch das Erbeuten von Gelegen und Küken so stark verringern, dass die Bestände zum Teil stark zurückgehen. Neben der Verbesserung der Lebensräume wurden mit den englischen Fachleuten auch Ansätze zum Management der Beutegreifer diskutiert.

Informationen zu Rebhuhnschutzprojekt

Besonders erfolgreiche Projekte setzt der „GWCT“ zum Schutz von Feldvögeln um. Englische Schutzprojekte für das Rebhuhn finden stets Erwähnung, wenn über das Schicksal und Schutzmaßnahmen für das früher weit verbreitete „Feldhuhn“ diskutiert werden. Hier konnte Dr. Marcel Holy sich aus erster Hand informieren, um die langjährigen Erfahrungen der Engländer in das Rebhuhnschutzprojekt einzubringen, das die „NUVD“ seit 2011 gemeinsam mit der „AG Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg“ umsetzt. 

Besonders beeindruckend waren die Schilderungen von Malcolm Brockless, der zwischen 1984 und 1990 das wohl weltweit bekannteste Projekt zur Förderung des Rebhuhns zum Erfolg gebracht hat und seitdem in zahlreichen weiteren Projekten erfolgreich gearbeitet hat. Neben der Mitarbeit bei Bestandserfassungen wurden verschiedene Projektgebiete besichtigt und Erfahrungen ausgetauscht, schreibt der Diplom-Biologe.

Neben dem Austausch über weitere wildbiologische Forschungsaspekte und der Besichtigung verschiedener Projektgebiete, hatte Dr. Marcel Holy auch die Gelegenheit, seine Arbeit bei der „NUVD“ bei einem Vortrag am Hauptsitz des „GWCT“ vorzustellen, bei der neben den vor Ort anwesenden Mitarbeitern auch die Mitarbeiter weiterer Außenstellen per Videostream zugeschaltet waren. Den Abschluss des Aufenthalts in Südengland bildete die Besichtigung des New Forest Nationalparks.

Eindrücke hilfreich für hiesige Aktivitäten

Die rund 570 Quadratkilometer große Wald-, Moor- und Heidelandschaft befindet sich größtenteils im Eigentum des englischen Königshauses, wird jedoch im Rahmen von historischen Nutzungsrechten mit Ponys und Rindern beweidet. Die Tiere sind gekennzeichnet, um sie ihren Besitzern zuordnen zu können, bewegen sich jedoch ohne Weidezäune frei im gesamten Nationalparkgelände und sogar in den dort gelegenen Ortschaften. Da auch die „NUVD“ in mehreren Hochmoorbereichen Schutz- und Pflegemaßnahmen umsetzt, sind die Eindrücke aus dem großflächigen englischen Nationalpark sehr hilfreich für die hiesigen Aktivitäten. Ohne Zäune wird es in der Dümmerniederung jedoch nicht gehen.

Rubriklistenbild: © Archivbild: Brauns-Böhmermann

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