Sanierung der Bahnanlagen zieht sich

Neues Bahnhofsumfeld in Lemförde muss warten: Rat lehnt vorzeitigen Baubeginn ab

Die Sanierung der Bahnanlagen am Lemförder Bahnhof durch die Deutsche Bahn verzögert sich und damit auch die Neugestaltung des Umfelds.
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Die Sanierung der Bahnanlagen am Lemförder Bahnhof durch die Deutsche Bahn verzögert sich und damit auch die Neugestaltung des Umfelds.

Weil sich die Sanierung der Anlagen der Deutschen Bahn am Lemförder Bahnhof um mehr als zwei Jahre verzögert, empfahl die Verwaltung, die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds vorzuziehen. Der Fleckenrat lehnte das ab.

Lemförde – Die geplante Neugestaltung des Bahnhofsumfelds in Lemförde entwickelt sich langsam zu einer unendlichen Geschichte. Der Fleckenrat hat die Umsetzung in seiner Sitzung am Mittwochabend einstimmig bis auf Weiteres verschoben. Hintergrund sind Verzögerungen bei der vonseiten der Deutschen Bahn geplanten Sanierung der Bahnanlagen, die die Ratsmitglieder zunächst abwarten wollen. Sie haben Bedenken, dass es Probleme an den Übergabepunkten der beiden Maßnahmen geben könnte, wenn die Erneuerung des Bahnhofsumfelds vorgezogen würde. Sie gehen mit ihrer Entscheidung aber auch die Gefahr ein, dass sie Fördermittel einbüßen.

Auf dem Zettel hat der Flecken Lemförde die Umgestaltung schon lange, schon 2011 wurde ein Konzept erstellt, dessen Umsetzung aber immer wieder zurückgestellt wurde, weil andere Dinge drängender waren, unter anderem die inzwischen abgeschlossene Ortskernsanierung. Nachdem die Bahn verkündet hatte, die Bahnanlagen zu modernisieren und barrierefrei zu gestalten, hatte der Flecken die Planungen 2019 wieder aufgenommen. Die Idee war, nach den Sanierungsmaßnahmen der Bahn, die 2022 beginnen sollten, mit der Umgestaltung zu starten.

Der Flecken ist im Zeitplan: Förderanträge bei der Landesnahverkehrsgesellschaft, dem Zweckverband Verkehrsverband Bremen-Niedersachsen (ZVBN) und dem Projektträger Jülich sind gestellt, positive Zuwendungsbescheide in Höhe von insgesamt 80 Prozent der Gesamtkosten von 2,6 Millionen Euro erwartet die Verwaltung für Ende des Jahres. Nach deren Eingang könnte die öffentliche Ausschreibung für den Herbst/Winter 2022 vorbereitet werden, Anfang 2023 könnte Baubeginn sein.

Die DB Station&Service dagegen geht davon aus, dass sie ihre Bahnanlagen erst Ende 2024 / Anfang 2025 fertigstellen kann. Will man das Umfeld im Anschluss oder frühestens zeitgleich angehen, verzögert sich die Neugestaltung also um bis zu zwei Jahre.

Kosten Neugestaltung Bahnhofsumfeld
Gesamtkosten2.574.696 Euro
Förderung Landesnahverkehrsgesellschaft1.631.468 Euro
Förderung ZVBN388.424 Euro
Förderung Projektträger Jülich98.558 Euro
Eigenanteil Flecken Lemförde456.246 Euro

Kämmerer Gerd-Dieter Bühning hat so seine Zweifel, ob die Fördermittelgeber das Geld solange für den Flecken zurückhalten. Und ob er bei neuen Förderanträgen eine ähnlich hohe Förderung bekäme, ist offen. Es kann sein, kann aber auch nicht sein.

Aus Sicht der Verwaltung ist die erhebliche Zeitverzögerung und die Gefahr, Fördermittel zu verlieren, nicht im Sinne des Fleckens. Sie hatte darum empfohlen, die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes schon vor der Sanierung der Bahnanlagen anzugehen. Man habe die geplanten Maßnahmen intensiv mit der Planung der DB Station&Service abgestimmt. „Die Höhenlagen und Übergabepunkte wurden definiert und festgelegt. Dadurch ist sichergestellt, dass Bahnhofsumfeld und Bahnanlagen als ,eine Einheit‘ hergestellt werden. Hindernisse wie Stufenanlagen, Treppen oder Höhenunterschiede sind nach heutigem Kenntnisstand ausgeschlossen“, so Bühning.

Die Ratsmitglieder waren nicht so zuversichtlich und lehnten den Beschlussvorschlag bei einer Enthaltung ab. „Wir haben großen Bedenken, dass die Dinge hinterher nicht zusammenpassen“, sagte Bürgermeisterin Stephanie Budke-Stambusch, die wie einige andere Ratsmitglieder noch entsprechende Probleme am Diepholzer Bahnhof vor Augen hatte. In der Vergangenheit habe man dem Rat immer gesagt, dass es sinnvoller sei, wenn die Bahn zuerst baue. Weitere Mitglieder beider Fraktionen äußerten sich ähnlich.

Henrik Storck gab außerdem zu bedenken, dass die Deutsche Bahn mit schweren Baumaschinen anrücken wird, die das neue Umfeld gleich wieder beschädigen könnten. „Das ist, als würde ich erst den Garten schön anlegen und dann das Haus bauen und dabei alles wieder kaputt machen.“

Paul Broi und Jan Meyer brachten in diesem Zusammenhang erneut den zuletzt wegen der hohen Kosten zurückgestellten Bau einer weiteren Sporthalle ins Spiel. Man solle lieber die Planungen für das Bahnhofsumfeld ruhen lassen und sich auf die Sporthalle konzentrieren. „Die ist wichtiger“, so Broi. Der Neubau ist in der Finanzplanung für 2023/24 berücksichtigt, eine Umsetzung ist aber von der finanziellen Entwicklung des Fleckens abhängig. Die kalkulierten Kosten: 4,6 Millionen Euro.

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