Gespräche mit VDL Translift

AWG Bassum prüft Anschaffung eines Entsorgungsfahrzeugs mit Elektromotor

Mathijs van der Mast, Managing Director von VDL Translift, erläutert die technischen Eckdaten des elektrisch betriebenen Entsorgungsfahrzeugs.
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Mathijs van der Mast, Managing Director von VDL Translift, erläutert die technischen Eckdaten des elektrisch betriebenen Entsorgungsfahrzeugs.

Lembruch – Gleich zwei Innovationen in der Abfallentsorgung nahm der Aufsichtsrat der Abfallwirtschaftsgesellschaft Bassum im Anschluss an seine Sitzung im Marissa-Ferienpark in Lembruch in Augenschein. Die eine – zum Teil in den Boden eingelassene und damit unauffälligere Abfalltonnen – ist im Ferienpark bereits in bewährter Nutzung. Die andere – die Anschaffung eines elektrisch angetriebenen Entsorgungsfahrzeugs – hat die AWG für 2022 ins Auge gefasst.

Einen Teil seines Fuhrparks hat der Abfallentsorger in den vergangenen Jahren bereits umgerüstet. Die Radlader auf den Wertstoffhöfen werden laut Wilhelm Lütke-Stockdiek, Abteilungsleiter Logistik und Vertrieb, schon elektrisch angetrieben, ein neuer E-Bagger wird in Kürze geliefert. Ein Entsorgungsfahrzeug mit Elektro-Motor wäre der nächste Schritt. Entschieden sei aber noch nichts, betont Lütke-Stockdiek. „Wir sind gerade in der Prüfungsphase.“

Hierzu führt die AWG derzeit Gespräche mit dem niederländischen Unternehmen VDL Translift, das laut dessen Managing Director Mathijs van der Mast bereits seit zehn Jahren Erfahrung mit Elektrobussen hat und seit 2016 gemeinsam mit dem Lkw-Produzenten DAF an der Entwicklung von Entsorgungsfahrzeugen mit Elektromotor arbeitet. DAF stellt die Chassis, VDL baut die Antriebe.

Die Vorteile eines elektrisch angetriebenen Entsorgungsfahrzeugs liegen auf der Hand: Es ist deutlich leiser als die bei jedem Anfahren dröhnenden Dieselmotoren und schadstoffarm. Dieselmotoren seien auf relativ kurzen Strecken mit häufigen Stopps und Anfahren ineffizient, argumentiert VDL.

Allerdings gibt Lütke-Stockdiek zu bedenken, dass das ins Auge gefasste E-Fahrzeug aufgrund der schweren Batterie weniger Müll pro Tour laden kann. Ein herkömmlicher Seitenlader könne etwa zwölf Tonnen Abfall transportieren, das E-Fahrzeug lediglich etwa neun Tonnen.

Die Reichweite ist ein weiterer Punkt, der auf Eignung für den Landkreis Diepholz geprüft werden muss: Laut van der Mast können die mit einer Lithium Ionen Batterie mit einer Kapazität von 350 kWh betriebenen Abfalltransporter 200 Kilometer am Stück zurücklegen. Außerdem könne die Batterie an einer Schnellladestation in rund 30 Minuten, zum Beispiel in der Pause des Fahrers oder bei Schichtwechsel, vollgeladen werden. Die Anschaffungskosten wären laut Lütke-Stockdiek deutlich höher als bei einem Verbrenner, allerdings gebe es Förderprogramme, die etwa 90 Prozent der Mehrkosten abdeckten.

Bereits bewährt hat sich das im Marissa-Ferienpark installierte Teilunterflursystem, bei dem die Abfalltonnen zum Teil in den Boden eingelassen sind und darum das Ambiente des Ferienparks weniger stören als offen stehende 1100-Liter-Tonnen. Die Rückmeldungen vonseiten des Ferienparks seien sehr positiv, so Lütke-Stockdiek.

Die Mitglieder des AWG-Aufsichtsrates ließen sich im Marissa-Ferienpark in Lembruch die Leerung der Abfallbehälter des Teilunterflursystems zeigen.

Ausschlaggebend für die Wahl dieses von der Firma Dosta Consulting entwickelte System war demnach, dass die Container ohne Aussteigen des Fahrers per Seitenlader geleert werden können. Die AWG habe an der Weiterentwicklung des Systems bis zur Praxistauglichkeit mitgewirkt und werde darum auch an dem geplanten Patent beteiligt sein, berichtet Lütke-Stockdiek.

Im Marissa-Ferienpark sind acht Insel mit je einer Papier-, Wertstoff- und Restmülltonne installiert. Die Kosten bezifferte Lütke-Stockdiek auf Nachfrage aus dem Aufsichtsrat mit etwa 8000 Euro pro Dreier-Insel. Den fest im Boden befindlichen Teil habe der Marissa-Park installiert. Die mobilen Behälter seien durch die AWG beschafft und an den Ferienpark vermietet worden. Lütke-Stockdiek sieht auch in anderen Bereichen des Landkreises Einsatzmöglichkeiten für dieses System.

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