Ausflug ins Ruhrgebiet: „KulturBunt“ Lemförde fährt nach Essen und besucht Zeche „Zollverein“ und „Villa Hügel“

Reise in die Industriegeschichte

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40 Interessierte reisten jetzt mit dem „KulturBunt“ und Reiseleiter Horst Münkel (l.) nach Essen zur Zeche „Zollverein“.

Lemförde/Essen - Von Christa Bechtel. Zünftig mit dem Bergmannsgruß „Glück Auf“ wurden jetzt 40 Gäste aus der Dümmerregion und dem Altkreis Wittlage in der Zeche „Zollverein“ in Essen im Ruhrgebiet von den Gästeführern Martin Scholz und Uwe Niggemeier begrüßt. Diese 40 waren der Einladung des „KulturBunts“ Lemförde gefolgt, der traditionell zu seiner jährlichen Tagesfahrt eingeladen hatte. Kompetent und abwechslungsreich hatte diese wieder Reiseleiter Horst Münkel vorbereitet und organisiert.

Früh am Morgen starteten die „Reiselustigen“ mit dem Bus in Richtung Essen. Im „Zollverein“ lernten sie für die nächsten gut zwei Stunden die einst größte und leistungsstärkste Steinkohlezeche der Welt und die größte Zentralkokerei Europas kennen. Sehr plastisch brachten ihnen die Gästeführer den Weg der Kohle in den authentisch erhaltenen Anlagen der Zeche und Kokerei nahe. Dieser war anhand der gigantischen Maschinen, Transportbänder, Förderwagen, Bunker und Trichter gut nachvollziehbar. Wo einst bis zu 12000 Tonnen Kohle pro Tag gefördert, aufbereitet und schließlich zu Koks veredelt wurden, erlebten die „Kulturbuntler“ hautnah die Arbeitsorte mehrerer Generationen von Bergleuten und Kokerei-Arbeitern.

Begonnen hatten die anfangs rund 8500 Bergleute in 125 Metern Tiefe; zuletzt in 1000 Metern. Als Maschinen teilweise ihre Arbeiten übernahmen, „wurden 3000 Bergleute nach Hause geschickt“, erzählte Martin Scholz. 1986 stellte die Zeche „Zollverein“ ihre Arbeit ganz ein. Doch bereits zwei Jahre später organisierten ehemalige Bergleute erste Führungen durch ihren stillgelegten Arbeitsort. „Früher haben wir Kohle bewegt, heute Menschen“, wies Scholz darauf hin, dass es inzwischen rund 1,5 Millionen Besucher inklusive Großveranstaltungen pro Jahr sind, die die Zeche besuchen. 2001 wurde sie zum Unesco Weltkulturerbe ernannt.

Nach so viel Wissen schmeckte das Mittagessen in der „Dampfe“ im Bor-

becker Brauhaus besonders lecker. Weiterhin als äußerst interessant gestaltete sich die anschließende Stadtrundfahrt durch die verschiedenen Stadtteile Essens, in der heute rund 570000 Einwohner beheimatet sind.

Ein imposanter Anblick bot sich den Reisenden, als sie sich der „Villa Hügel“ im Stadtteil Bredeney näherten. 1873 wurde das Wohn- und Repräsentationshaus von der Industriellenfamilie Krupp bezogen, erfuhren sie während einer Besichtigung der stattlichen Räume. Zum Zeitpunkt ihres Baus galt die Villa wegen der von Alfred Krupp gewollten und größtenteils persönlich mit geplanten modernen Technik als Anschauungsobjekt des technischen Fortschritts.

Villa beherbergt

heute Kulturstiftung

Und: Krupp hatte seinerzeit 120 Hektar für seinen „Hügelpark“ hinzugekauft; heute sind es noch 28 Hektar. Zur Villa gehören 269 Räume auf einer Fläche von 8100 Quadratmetern. Besonders eindrucksvoll wirkte auf die Besucher der Gartensaal mit seinen wertvollen Gobelins sowie die obere Halle, die noch heute als Konzertsaal genutzt wird.

Inzwischen ist die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung Eigentümerin des Anwesens. In der „Villa Hügel“ hat außerdem die Kulturstiftung Ruhr ihren Sitz. Im Haus finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte oder Ausstellungen statt.

Mit vielen neuen Eindrücken traten die Gäste aus der Dümmerregion und dem Altkreis Wittlage wieder die Heimreise nach Niedersachsen an. Eine Gewissheit nahmen sie alle mit nach Hause: Ein Besuch in Essen ist wirklich eine Reise wert.

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