Erstes Oldtimer-Treffen im Herzen Brockums begeistert

Aufgemotzte Bullis und historische Camper

Rund 500 alte Schätzchen gaben sich beim Oldtimer-Treffen in Brockum ein Stelldichein. Fotos: Mühlke
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Rund 500 alte Schätzchen gaben sich beim Oldtimer-Treffen in Brockum ein Stelldichein.

Brockum – Das waren Zeiten, als Automobile noch mit blank polierten Chromteilen und Weißwandreifen zu begeistern wussten. Am Wochenende schien in Brockum eben diese Zeit wieder aufgelebt zu sein. Rund 500 Schätzchen aus längst vergangenen Zeiten gaben sich auf dem Marktplatz im Herzen Brockums ein Stelldichein.

Organisiert hatte dieses erste Oldtimer-Treffen unter dem Motto „Bulli meets Classic“ Jürgen Jülke, Chef von „Jülke Classic Garage“. Federführend organisiert hatte das Treffen seine Mitarbeiterin Claudia Reuter. Seit Wochen hatte sie die Werbetrommel gerührt. Mit Erfolg: Hunderte Besucher flanierten zwischen den Karossen, kamen ins Gespräch mit den Besitzern und tauschten Informationen aus.

Da standen sie, dicht an dicht vom Mercedes aus den 50er-Jahren, über Lancia etwas neueren Baujahres, protzigem Amischlitten, legendärem Käfer oder Kabinenroller bis hin zu urlaubsfertigen Bullis aus den 70er-Jahren. Die Schaulustigen bekamen viel zu sehen, warfen einen Blick ins Innere der Fahrzeuge und mit Vorliebe unter die Motorhaube.

T3-Bulli mit Wow-Effekt

Und dann stand da dieser unauffällige VW-Bulli T3 Doka, Baujahr 1985, dezent lackiert in Grün, beliebte Farbe in den Achtzigern. Der serienmäßig mit 70 PS ausgestattete VW-Bus entlockte den Autofans immer wieder ein „Wow“, wenn sie einen Blick in den Motorraum warfen. Peter Linderkamp aus Verden hatte seinen unscheinbaren Bulli mit einem 310 PS starken 4,2-Liter-Motor ausgestattet.

„Die Technik stammt aus einem Audi A8“, erklärte Linderkamp. Verändert habe er auch das Fahrwerk und die Bremsen. Schließlich schaffe der Bus etwa 230 Stundenkilometer. Das sei es aber nicht, was den größten Fahrspaß bereite. „Wenn ich fahre und im Rückspiegel sehe, wie die rasanten Fahrer mit ihrem Porsche oder ähnlichem ankommen, dann gebe ich Gas und bin weg“, erklärte er mit einem spitzbübischen Lächeln.

Er besuche viele solcher Oldtimertreffen im Jahr. Das Besondere daran sei, dass hier Gemeinschaft gelebt werde. „Man kennt sich untereinander und freut sich immer, sich bei solchen Gelegenheiten wieder zu treffen“, sagte er. So sei es auch in Brockum.

„Die Oldtimerfahrer und ganz speziell die Bulli-Fahrer haben einen Virus in sich“, weiß Jürgen Jülke. Manche hätten einen Spleen mit ihren Fahrzeugen. Aber das sei es eben, was es ausmache, ein solches Fahrzeug zu fahren. Die Teilnehmer des Treffens hatten teilweise längere Anfahrten in Kauf genommen, um dabei zu sein.

Oldtimer sind Herzensangelegenheit

Für Jülke sind die Oldtimer Herzensangelegenheiten. Mit viel Liebe zum Detail bereitet er in seiner Brockumer Werkstatt klassische Automobile wieder auf, baut sie um und repariert. „In der heutigen Konsum- und Wegwerfgesellschaft sehe ich mich als jemanden, der die Dinge erhält“, beschreibt der Kfz-Meister seine Faszination von langlebigen Automobilen.

Vorgefahren waren auch Uwe und Christine Meinen aus Stuhr. Sie waren mit einem Wohnmobil Karmann Gipsy, Baujahr 1983 gekommen. „Wir waren mit unserem Schätzchen gerade drei Wochen lang in Schweden“, erzählten die Beiden. Dabei hätten sie viele mitleidige Blicke geerntet, als sie mit ihrem geliebten Wohnmobil zwischen all den großen „Schiffen“ auf dem Campingplatz gestanden hätten, berichtete das Ehepaar schmunzelnd.

Das knapp 20-köpfige Helferteam um Claudia Reuter und Jürgen Jülke stand während des gesamten Wochenendes stets mit Rat und Tat parat. Außerdem hatten sie für ein breit gefächertes Rahmenprogramm gesorgt: Händlermeile und Preisverleihung, Imbiss- und Getränkebuden, Eiswagen und vieles mehr. Am Samstagabend sorgte die Band „Tail and the Tacks“ für Stimmung unter freiem Himmel.

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