Auch Kleinigkeiten sind wichtig

„Unser Dorf hat Zukunft“: Hüder Bürger analysieren Stärken und Schwächen

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Hüdes Bürgermeister Heiner Richmann (l.) nahm die Ideen der Bürgerversammlungsteilnehmer auf. Etwa zwei Stunden wurde im Dorfhaus über die Stärken und Schwächen des Ortes diskutiert.

Hüde - Es ist beschlossene Sache: Hüde wird am 15. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen.

Das hatte der Gemeinderat für die Zukunft des Ortes entschieden und Bürger zu einem Treffen am Donnerstagabend ins Hüder Dorfhaus eingeladen. Die Resonanz fiel mit rund 25 Besuchern überschaubar aus. Das wurde jedoch nicht unbedingt negativ ausgelegt: „Wir können doch Multiplikatoren sein und die Ideen weitertragen“, hieß es aus der Zuhörerschaft.

13 Bewerber nehmen an dem Wettbewerb teil

Bürgermeister Heiner Richmann begrüßte die Teilnehmer der „Brainstorming-Runde“ mit der Kernaussage des Wettbewerbes, an dem neben Hüde noch zwölf weitere Gemeinden teilnehmen: „Wie stellt man sich hier im Dorf die Zukunft vor?“ Auch Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe war zu dem Treffen gekommen, um sich über den Sachstand zu informieren.

Ein klein wenig enttäuscht war Richmann aber über die total leere Box an der Tür des Dorfhauses, in die die Bürger auch Ideen hätten schriftlich einwerfen können. „Und wenn bei dem Prozess nur herauskommt, dass wir ein verbindliches Leitbild für unseren Ort erarbeitet haben, das wäre schon sehr gut“, sein Fazit.

Zahlreiche Alleinstellungsmerkmale in dem kleinen Dorf

Die Bewerbung mit zehn Fragen zur Vorstellung des Dorfes musste Ende März bei der Gemeindeverwaltung abgegeben worden sein. Dass die Erstellung eines Leitbildes keine einfache Aufgabe sei, darüber waren sich alle einig. Der Kreis der Interessierten sammelte dazu Stärken und Schwächen von Hüde, zeigte Alleinstellungsmerkmale auf und startete erste Ansätze zu Ideen von Neuerungen und dem Ausbau von Vorhandenem. Die Liste der Stärken war schnell erstellt und lang. Sie reichte von der Burlager Kirche, Niedersächsischen Reethäusern, historischen Höfen und altem Baumbestand bis zu Ortsteilen mit Tradition.

Ein weiteres Plus ist, ein Freizeitbad im Ort zu haben, als kinderfreundlich zu gelten, eine Musikakademie und mehrere Reitschulen im Ort zu haben. „Hüde als kleiner Ort kann auch noch die Daseinsvorsorge vorhalten“, meinte Friedrich Pfannenschmidt zu Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten. Das kulturelle Leben mit Skulpturenpfad und -garten, Kulturscheune und dem Dorfhaus als Treffpunkt für Events inbegriffen. Als Alleinstellungsmerkmal definierte die Gruppe den See, die Bar dü Mar, die Reetdachhaus-Strukturen, den ökologischen Hafen des SVH als Segelstützpunkt mit Blauer Flagge und das Ochsenmoor mit der Naturschutzstation.

Schwaches Mobilfunknetz ist ein Makel

Als Schwächen fielen auf: Das eher magere Mobilfunknetz am See, der bis jetzt nur unzureichende Breitbandausbau, fehlende Konzepte für Senioren und Mobilität, das Fehlen eines Geldautomaten und die Ortsdurchfahrt im Ortsteil Sandbrink.

Bevor die Bestandsaufnahme nahtlos in das Sammeln von Ideen überging, empfahl Rüdiger Scheibe: „Sie nehmen doch an einem Wettbewerb teil. Bedenken Sie, dass Sie sich an den Bewertungskriterien abarbeiten sollten, um zum Ziel zu gelangen.“ Als die Frage von Georg Klostermann „Wer hat sich eigentlich für den Wettbewerb beworben?“ von Bürgermeister Richmann aufgeklärt war, hieß der Ansatz: „Wir wollen uns ausgewogen präsentieren, zeigen, was wir schon haben und planen“. „Stärken soll man verstärken, Schwächen nicht überbewerten“, der Rat von Ratsmitglied Jörg Bömermann. Anselm Höfelmeier bremste etwas aus: „Ich sehe unsere Dorfgemeinschaft auch auf dem Prüfstand.“

Ein Lächeln kann den Ausschlag geben

Einige Ideen fanden aber dennoch Eingang nach knapp zwei Stunden Bestandsanalyse: Ein Bürgertaxi, sogenannte „Kümmerer“ für Senioren, Wlan am See, ein eigenes Wappen und Slogan für Hüde, eventuell eine eigene Internetpräsenz. „Was wir auf jeden Fall bedenken sollten, sind die Prädikate, die uns die Gäste oft ausstellen“, ergänzte Richmann. „Und auch Kleinigkeiten helfen, den Ort strahlen zu lassen: Der bunte, nette Vorgarten und ein freundliches Lächeln.“

Zur Ausarbeitung der Stärken und der Erstellung eines Skriptes für die 14 Teilnehmer der Prüfungskommission, treffen sich Gemeinderatsmitglieder mit weiteren interessierten Mitarbeitern am Donnerstag, 11. Mai, im Dorfhaus. Da solle es um Leitbild, Dorfentwicklung und Zusammenleben und das Dorf in der Landschaft gehen. „Eine Arbeitsgruppe muss zudem die Bereisung durch den Ort planen“, merkte Heike Hannker an. 

sbb

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