Nötig für Umsetzung und Akzeptanz

Wegen Elternparkplätzen: Auburg Schule sucht Verkehrslotsen

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Wolfgang Rehling und Susanne Greschat-Schade zeigen das Arbeitswerkzeug eines Verkehrslotsen.

Wagenfeld - Von Bjarne Kommnick. Die Auburg Schule Wagenfeld sucht Verkehrslotsen. Dafür folgten 20 Eltern und Interessierte der Einladung von Susanne Greschat-Schade, Vorsitzende des Elternrats der Wagenfelder Grundschule und Wolfgang Rehling, Polizist und Geschäftsführer der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz.

Das Ziel ist klar: Die Schulwege sollen so sicher sein, wie es nur geht. Dafür werden weitere freiwillige Helfer gesucht.

Greschat-Schade betont: „Unser Vorbild ist die Grundschule Wetschen. Da ist den meisten Leuten bereits bekannt, dass dort Verkehrslotsen stehen. Somit ist das Fahrverhalten der meisten bereits im Voraus vorsichtiger, das was hier in Wagenfeld nicht der Fall ist.“

Was alles nötig ist, um die Sicherheit zu gewährleisten, erläuterte Rehling im Gespräch mit den interessierten Teilnehmern: „Vor der Schule herrscht Chaos, Wagenfeld ist mit dem Zebrastreifen an der Oppenweher Straße ein gefährliches Pflaster. Der Plan ist neben dem Einsetzen von Verkehrslotsen, die Einrichtung von Elternparkplätzen, um den Verkehr rund um die Schule zu entlasten und den Schülern die eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr näherzubringen. Damit ein Übungseffekt entsteht, müssen diese Parkplätze mindestens 150 Meter und dürfen höchstens 500 Meter von der Schule entfernt sein, damit die Schüler eigenständig aber nicht zu weit vom Auto, in die Schule gehen können.“

Was die Parkplätze mit dem Verkehrslotsen-Dasein zu tun, erklärte Rehling ebenfalls: „Damit dieses Angebot genutzt wird und die Eltern das Vertrauen haben, ihre Kinder die letzten Meter alleine zur Schule gehen zu lassen, braucht es Sicherheit an der Oppenweher Straße.“ Die aktuelle Situation sei die Ursache dafür, dass die Elternparkplätze nicht umgesetzt werden, weil die Eltern ihre Kinder aktuell lieber direkt vor die Schule fahren würden. Deshalb brauche es Verstärkung an der Straße.

Schulrektor Wolfgang Korte unterstützt das Vorhaben der Elternparkplätze: „Es ist nun an der Zeit sich über dieses Thema Gedanken zu machen. Unsere Philosophie ist nicht, dass die Kinder mit der Unterstützung am Zebrastreifen das Denken im Straßenverkehr vergessen sollen. Wir wollen versuchen, die Kinder so gut es geht, auf den Straßenverkehr vorzubereiten. Mit Verkehrslotsen und Elternparkplätzen würden wir sowohl die Selbstständigkeit der Kinder fördern, als auch die Sicherheit im Allgemeinen. Wir wollen nicht, dass die Kinder blind über die Straße gehen und den Kopf ausschalten, sondern dabei unterstützt werden, den Straßenverkehr sicher zu bewältigen.“

Laut Greschat-Schade braucht es nicht viel, um aktiv zu helfen: „Wenn wir mehr als zehn Freiwillige gewinnen können, ist der Aufwand überschaubar. Dann müsste ein Helfer nur einmal alle 14 Tage für 25 Minuten in der Zeit von 7.20 bis 7.45 Uhr in die Rolle des Verkehrslotsen schlüpfen. Das heißt, unser Ziel würde erreicht werden und dabei keine hohe Belastung für den Einzelnen bedeuten.“

Und die Risiken sind gering. Laut Rehling genießen Verkehrslotsen „das Rundum-Sorglos-Paket, wenn man die Aufgabe nur mit ein wenig Menschenverstand angeht. Man ist dann voll und ganz versichert.“ Die Fragen der Interessierten zeigten, dass bei einigen die einzige Hürde zur Teilnahme die Ungewissheit ist, dass sich im eigenen Dienst doch ein Unfall ereignen könnte. Doch auch diese Angst nahm Rehling den Anwesenden schnell: „Verkehrslotsen sind erfolgreich. Seit 27 Jahren, die ich nun in diesem Bereich tätig bin, kam es im Landkreis Diepholz zu keinem Verkehrsunfall im Verbund mit Verkehrslotsen an Schulen.“

In jedem Fall appelliert Rehling: „Jeder, der sich bereit erklärt zu helfen, ist eine Bereicherung für die Schule und für die Sicherheit der Kinder. Es ist selbstverständlich kein Problem, sich anzumelden und nach dem ersten Mal zu sagen, dass die Aufgabe vielleicht dann doch nichts für einen ist. Die Verkehrswacht stellt alle nötigen Arbeitsutensilien, sodass keine Kosten entstehen. Außerdem werden Interessierte regelmäßig und zeitlich flexibel geschult.“

Laut Rehling wird zur Belohnung für die Arbeit einmal im Jahr etwas gemeinsam unternommen. Die Verkehrswacht veranstaltet beispielsweise einen Grillabend, aber auch ein kostenloses Fahrsicherheitstraining wurde bereits angeboten.

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