Vernissage nach intensiver Malwoche in Hüde

Aquarelle in der Kulturscheune

Kursleiterin Ulrike Schwartz aus Düsseldorf stellt die einzelnen Arbeiten der Teilnehmer vor. J Foto: Bechtel

Hüde - Von Christa Bechtel. „Ich danke meiner Malgruppe, dass sie derart intensiv gemalt hat, begeistert war und alle Vorschläge, sogar den abstrakten Vormittag akzeptiert hat, obwohl nur zwei Lust dazu hatten“, freute sich Kursleiterin Ulrike Schwartz zur Vernissage im Atelier der Landlust Kulturscheune auf dem Ferienhof Hage in Hüde. Fast eine Woche hatte sie dort mit acht Malerinnen und einem Maler in Aquarell gemalt. Jeder hatte etwa 15 Bilder gefertigt. „Man könnte fast sagen, ihr ward ‚malgeil‘, O-Ton Schwartz, die für die Vernissage mit jedem Teilnehmer jeweils drei ausgewählt hatte.

Ihr weiterer Dank galt der Hüderin Barbara Tschach. „Sie hat ganz viel Hintergrundarbeit, wie Stellwände organisiert oder Plakate ausgehängt, übernommen.“ Weiter dankte sie Familie Hage. „Das war nicht das Übliche; das war so eine Gastfreundschaft“, betonte die Düsseldorferin, die nun den kunstinteressierten Gästen die Künstler und deren Arbeiten näher vorstellte.

„Hans-Jürgen ist ein sehr ordentlicher Maler; er malt eher ‚wasserlos‘ und sehr genau“, begann Schwartz mit Hans-Jürgen Herschell aus Hamburg. Besonders wies sie auf sein wunderschönes farbiges Griechenland-Bild, ließ aber auch den Hüder Hafen mit Booten sowie eine Radfahrergruppe nicht unerwähnt. Letztgenanntes habe kaum Farbe. „Aber das ist so attraktiv mit diesem Gelb und die Grüntöne sind sehr sanft. Er hat eine tolle Tiefe und eine gute Atmosphäre in dem Bild geschaffen“, lobte die Kursleiterin.

Gisela Tüffers aus Düsseldorf komme eigentlich von der Acrylmalerei. „Sie hat das Problem, Weiß zu lassen. Doch heute lässt sie auf einmal Weiß“, zeigte sich Ulrike Schwartz begeistert. Teilweise habe Tüffers über die Farbe Deckweiß gesetzt. „Darf man alles, Hauptsache die Wirkung ist da. Aber bei abstrakt hat sie gar kein Problem. Da geht sie mit solch einer Kraft dran“, stellte die Leiterin heraus.

„Ingrid Tschach (aus Wilhelmshaven) kommt von der Ölmalerei und hat vor ein paar Jahren mit Aquarell angefangen“, erläuterte die Düsseldorferin, die besonders auf einen Bachlauf wies. „Schaut euch diese Tiefe an und die Helligkeit, die sie stehen lässt.“ Und: „Wenn man Unruhe setzt, muss man Ruhe dagegen setzen“, so ihr Tipp,

„Die Blumen sind im Vordergrund und die tanzen richtig in dem Garten. Durch das Gelb, was unterlegt wurde, kommt das Glühen der Farben heraus“, wies Ulrike Schwartz auf die Blumenwiese von Barbara Tschach. Sehr sanft, mit Tiefe habe die Hüderin zudem ein Toskana-Bild kreiert.

„Sie ist etwas vorsichtig in ihrer Malerei. Aber ihr Blumenbild ist unwahrscheinlich schön aufgebaut, der Hafen hat eine tolle Farbgebung. Du hast wirklich gute Farben und auch Mut. Heute Morgen hat sie einfach mal ein wunderschönes Margeriten- und Mohnblütenbild gezaubert mit einer tollen Tiefe“, ging sie auf die Arbeiten von Antje Tschach aus Kiel ein.

„Ganz kräftig, mutig in den Farben – und ein entzückendes Gartenbild. Das ist Margot Koenen (aus Düsseldorf), die keine Margeriten, sondern Spiegeleier malt“, sagte Ulrike Schwartz augenzwinkernd. Am ersten Tag hätten alle drei Moorbilder mit verschiedenen Farben gemalt. „Und das sind Margots Farben: immer ist in jedem Bild Türkis, Lasur-Orange und Indisch-Gelb. Alle Bilder strahlen eine unwahrscheinliche Fröhlichkeit aus“, unterstrich die Fachfrau. „Die Moorbilder sind eigentlich nur Übungen. Aber die sind beide große Klasse“, bescheinigte sie Gabriele Strauch-Nasemann aus Düsseldorf, die sogar ein Winterbild gemalt hatte. „Obwohl es Winter ist, wirkt es nicht kalt, hat eine gewisse Weichheit und Wärme.“

„Krista (Hory aus Frankfurt) ist risikofreudig, geht aber inzwischen langsamer an die Bilder ran. Guckt euch mal den glühenden Himmel an und was für ein Licht in diesem Bild ist“, blickte sie auf den „Obstgarten“, der erst morgens entstanden war. „Aber nach einer Woche bekommt man so etwas Duftiges hin. Der Hammer sei jedoch Kristas abstraktes Bild, das einen exzellenten Farbklang habe, akzentuierte Schwartz. „Es wurde immer farbiger, immer fröhlicher, immer mehr weiß“, wies sie auf Antje Stocks (aus Bergisch-Gladbach) Werke. Morgens sei von ihr ein traumhaftes Bild von Ibiza mit den alten Backöfen gemalt worden“, schloss Schwartz die Vorstellung ab.

Mehr zum Thema:

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Festnahme am Diepholzer Bahnhof

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Schüler (15) von Hund gebissen - Halter flüchtig

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Auch Sitzen kann eine körperliche Belastung sein

Weihnachtliche Kulturtage: Wintersonne sorgt für Hochbetrieb

Weihnachtliche Kulturtage: Wintersonne sorgt für Hochbetrieb

Kommentare