Hohe Ernteausfälle

Apfeltag auf dem Schäferhof soll feste Institution werden

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Etliche Fachgespräche wurden am Samstag rund um den Apfel in Stemshorn geführt. Links Anne Flenker, Regionalmanagerin beim Landkreis Diepholz.

Stemshorn - So bunt wie sich derzeit der „Indian Summer“ im Sonnenschein präsentiert, lockten am Samstag rund 100 lokale und regionale Apfelsorten, die der Naturpark Dümmer in seiner Schau zum zweiten Apfeltag im Kommunikationsforum „Alter Schafstall“ auf dem Schäferhof in Stemshorn zeigte. Dabei waren Namen wie „Osnabrücker Renette“, „Siemers Boskop“, „Adams Parmäne“, „Westfälischer Gulderling“, „Gewürz Luikenapfel“…von denen der normale Verbraucher bislang vielleicht kaum etwas gehört hat.

Nach dem gelungenen Pilotprojekt im vergangenen Jahr hatte Schäfermeister Michael Seel, der gerade köstlichen Apfelkuchen in seiner Küche backte, wieder gerne seine Räumlichkeiten für diese besondere Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Die Idee dafür hatte 2016 Oliver Lange, der bei der Naturschutzstation tätig ist und einen ‚Apfeltag‘, bei dem ebenfalls Saft gepresst wurde, besucht hatte. „Ob wir nicht so etwas auch anbieten können“, habe Lange gefragt, erläutert Anne Flenker, Regionalmanagerin beim Landkreis Diepholz, die früher schon Apfeltage organisierte und daher gute Kontakte zu den Pomologen Dr. Dankwart Seipp aus Lutten und Ariane Müller aus Bassum hat. 

Deshalb weilten die beiden Apfelkundler erneut vor Ort, die wieder etliche seltene Apfelsorten bestimmten. Dabei schauten sie: Wie ist die Form des Apfels? Ist er klein oder groß? Wie ist die Ausfärbung oder der Blüten- und Stilansatz? Nächster Schritt der Bestimmung war das Aufschneiden der Frucht, wo die beiden Experten genauestens das Kerngehäuse ‚unter die Lupe‘ nahmen. Und der Apfel wurde natürlich auch probiert.

Etwas „arbeitslos“ war hingegen die Lohnmosterei Saftwerk aus Stemwede. Denn: „Insgesamt ist es ein sehr schlechtes Apfeljahr. Wir haben sogar überlegt, ob wir diesen Tag überhaupt veranstalten, weil die Ernte teilweise bei vielen Obstbäumen komplett ausgefallen ist“, stellt Anne Flenker dar. Schuld seien die späten Fröste im Mai, aber auch der sehr feuchte Sommer, „sodass viele Äpfel an den Bäumen verfault sind. Aber letztes Jahr war der ‚Apfeltag‘ ein Supererfolg, den wir gerne zu einer festen Institution machen würden“, betont die Regionalmanagerin.

Hilfe gegen  Obstbaumkrankheiten

Albert Nordmann von der Versuchs- und Beratungsstation Langförden bot dagegen fachkundige Beratung an, wie man Obstbaumkrankheiten „in den Griff“ bekommen kann. Der Naturschutzring informierte über den Lebensraum „Streuobstwiese“, die Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD) sowie die AG Eulenschutz – für Eulen sind Streuobstwiesen ein wertvoller Lebensraum – zum Naturschutz. Der Arche „Wilhelminenhof“ aus Bakum-Büschel, der alte Obstsorten anbaut, offerierte den Besuchern beispielsweise Würstchen vom Bunten Bentheimer Schwein, eine seltene Haustierrasse. Hinter „Früchtchen“ verbirgt sich Susanna Fleer aus Preußisch Oldendorf, die gerne mit Marmeladen experimentiert. So gab es bei ihr zum Beispiel eine „Zwiebelmarmelade“ oder Birne in Kombination mit Chilli. Lütts Landlust präsentierte Fruchtschorlen und Andrea Seel die hofeigenen Moorschnuckenprodukte, selbst gemachten Honig, Seifen, Bienenwachskerzen oder Gewürze für Bratäpfel. Schließlich naht die kalte Jahreszeit, in der ein Bratapfel, wie mit Marzipan und Rosinen, besonders lecker schmeckt.

Aber auch an die jüngere Generation hatte der Veranstalter gedacht. So konnten Kinder im Grünen Klassenzimmer mit Rebecca Göllner vom Landvolk mit der Handpresse selber Saft gewinnen, mit Detlef Tänzer, Geschäftsführer des Naturparks Dümmers, Nistkästen bauen oder am Fühlbaum des Naturschutzrings Dümmer Dinge von der Streuobstwiese ertasten. „Das Interesse ist sehr groß und es werden viele Fachgespräche geführt“, resümierte eine zufriedene Anne Flenker.

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