Anselm Höfelmeier befragt Dauercamper am Dümmer und stellt Ergebnisse vor

„Das Internet ist so wichtig wie Strom und Wasser“

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Anselm Höfelmeier hat die Zufriedenheit von Dauercampern auf den Plätzen in Lembruch und Hüde untersucht. Die Gäste sind allgemein zufrieden, dennoch müssen einige Dinge, beispielsweise besseres Internet, in Angriff genommen werden.

Lembruch - Von Marcel Jendrusch. Wohnwagen und Zelte sind ein vertrauter Anblick rund um den Dümmer. Viele davon sind im Besitz von Dauercampern. Doch wie zufrieden sind diese Gäste mit dem See, dem Stellplatz und anderen Gegebenheiten vor Ort? Dieser Frage widmete sich Anselm Höfelmeier aus Hüde. Die Ergebnisse seiner Umfrage stellte er am Donnerstagabend im Dümmer-Museum in Lembruch vor.

„Grundsätzlich kann man sagen, dass die Dauercamper in Lembruch und Hüde zufrieden sind“, sagt Höfelmeier. Etwa 600 Fragebögen hatte der 25-Jährige zwischen Juli und September des vergangenen Jahres auf den Campingplätzen verteilt, 290 Bögen erhielt er zurück. „Fast 50 Prozent – ein gutes Ergebnis“, sagt Höfelmeier freudig.

Der typische Dauercamper am Dümmer ist zwischen 46 und 64 Jahre alt und braucht von seinem Zuhause bis zum Platz durchschnittlich 81 Minuten. Er kommt nicht alleine, sondern bringt seinen Partner mit. Drei Viertel der Gäste kommen aus Nordrhein-Westfalen, alle Einkommensschichten sind vertreten. Zu Höfelmeiers Überraschung kommen diese Leute aber nicht bereits seit Jahrzehnten in die Region, sondern haben den Dümmer erst in den vergangenen fünf Jahren für sich entdeckt.

„Zu wissen, wer die Dauercamper eigentlich sind, ist wichtig für die Weiterentwicklung des Tourismus vor Ort“, meint der 25-Jährige. Die Affinität zur Branche wurde ihm in die Wiege gelegt. Seine Familie betreibt seit 1949 einen Campingplatz in Hüde, Höfelmeier möchte diesen einmal übernehmen. Auch deswegen studiert er „International Studies of Leisure and Tourism“ an der Hochschule Bremen.

„Wir stehen trotz der allgemeinen Zufriedenheit vor einigen Herausforderungen“, mahnt Höfelmeier während seines Vortrags. Die große Zeit des Segelns, die 1970er-Jahre, sei lange vorbei. Nach dem Mauerfall hätten viele Urlauber die Gewässer im Nordosten der Republik ausprobiert.

Hygiene ebenfalls

ein bedeutender Faktor

Dort gebe es viele Seen, die auch noch zusammenhingen und so weitaus größere Segelreviere bildeten. Auch der Mittelmeerraum würde heutzutage viel stärker genutzt als noch vor Jahrzehnten.

Der Ausbau des Internets gehört laut der Umfrage zu den wichtigsten Aufgaben, die angegangen werden müssen – im Zeitalter von Smartphones und Tablets ein absolutes Muss. „Das Internet auf den Plätzen ist mittlerweile genauso bedeutend wie Strom und Wasser“, sagt Höfelmeier. Auch die Freundlichkeit des Platzbesitzers und die Hygiene in den sanitären Anlagen sind wichtig für Dauercamper. Höfelmeiers Tipp an Betreiberkollegen: „Hängt einfach mal Spender mit Desinfektionsmitteln auf. Bei uns waren die Gäste davon begeistert.“

Tourismusmanagerin Heike Hannker sieht ebenfalls die Notwendigkeit, den Dümmer und die Umgebung attraktiver zu machen – nicht nur für Dauercamper. „Wir arbeiten zurzeit mit einer PR-Agentur aus Osnabrück an einer Imagekampagne, sagt Hannker. „Ein neues Logo, frische Farben, ein knackiger Slogan, noch stärkere Präsenz auf Social-Media-Plattformen – auch das alles braucht es, damit die Region touristisch wieder stärker wahrgenommen wird.“

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