Anruf bei der Von-Sanden-Oberschule in Lemförde löst gestern Großalarm aus

„Bei euch findet gleich ein Amoklauf statt“

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Polizeibeamte sichern in ihren Fahrzeugen die Ein- und Ausgänge der Von-Sanden-Oberschule.

Lemförde - Von Horst Benker. Morgen ist letzter Schultag vor den Sommerferien in Niedersachsen. Unbeschwert steuern Schülerinnen und Schüler erwartungsfroh auf diesen Tag hin. Doch in Lemförde ist gestern alles anders. Eine Amokandrohung versetzt Mädchen und Jungen sowie Kollegium an der Von-Sanden-Oberschule in Angst und Schrecken. Lehrer und Schüler schließen sich in ihren Klassenräumen ein.

Gestern 10.50 Uhr: , meldet sich ein Anrufer im Sekretariat der Oberschule und legt danach gleich auf. Daraufhin nimmt Schulleiter Marc Greve umgehend Kontakt zur Polizei auf, die alle verfügbaren Kräfte mit entsprechenden Aufträgen zum Einsatzort entsendet. Polizeibeamte der umliegenden Dienststellen sowie aus Nordrhein-Westfalen sind ebenfalls im Einsatz – zum Teil schwer bewaffnet und in kugelsicheren Westen. Sie haben sich mit ihren Fahrzeugen auf dem Scaterplatz an der Stettiner Straße etwa 500 Meter vom Ort des Geschehens zentriert. Hier stehen auch Kräfte des Malteser Hilfsdienstes und Notärzte für den „Fall der Fälle“ parat.

Beamte sperren mit Fahrzeugen die Zufahrtswege und Eingänge und sorgen dafür, dass niemand die Schule betritt oder verlässt. Das Warten beginnt.

Nach etwa eineinhalb Stunden polizeilicher Ermittlungen und Erkenntnissen wird Entwarnung gegeben. Die Schüler können die Klassenräume gegen 12.15 Uhr wieder verlassen. Der Schulbetrieb wird nach einer kurzen Pause wieder aufgenommen.

Derweil werden die Polizeikräfte nach und nach zurückgezogen. Sicherungsteams verbleiben zunächst vor Ort.

Schulleiter Marc Greve mochte sich gestern Nachmittag zu dem Vorfall nicht äußern. Er sei durch die ganze Aktion derart beansprucht worden, dass er sich außer Stande sehe, Fragen zu beantworten, ließ er durch sein Sekretariat mitteilen.

Dafür äußerte sich die Landesschulbehörde in Hannover, die eine Schulpsychologin sowie den Dezernenten Siegfried Borgmann vor Ort hatte. „Das Kollegium und die Schüler haben sich ruhig und richtig verhalten, so wie es im Ernstfall auch sein sollte“, sagte Bianca Schöneich, Pressesprecherin der Behörde. „Die ganze Aktion ist unaufgeregt vonstatten gegangen“, ergänzte sie gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung. Die Schulpsychologin werde auch heute noch einmal vor Ort sein, für den Fall, dass Schüler oder Lehrer Redebedarf hätten.

Die Polizei hat nun die Ermittlungen um die genauen Umstände und Hintergründe aufgenommen. Laut Pressesprecherin Uta-Masami Münch von der Polizeiinspektion Diepholz sei es schwierig, etwas zu der Stimme des Anrufers zu sagen. Er habe Hochdeutsch gesprochen, mit verstellter Stimme. Der Anruf sei zu kurz gewesen, deshalb sei es für die Sekretärin schwierig, die Stimme zu beurteilen. Deren Vermutung gehe in Richtung Jugendlicher oder junger Erwachsener, sagte Münch. Auch sie unterstrich, „Schüler und Lehrer haben sich sehr vorbildlich verhalten. Alle Absprachen zwischen Schulleitung und Polizei verliefen wie geplant.“

Für den Anrufer könnte es im Fall seiner ermittlung neben der strafrechtlichen Konsequenzen teuer werden, er muss die Kosten des Einsatzes tragen.

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