36-Jährige freigesprochen

Androhung von Gewalt vor Gericht nicht nachweisbar

Diepholz/Lemförde - Weil sie einer anderen Frau Gewalt angedroht haben soll, musste sich eine 36-Jährige vor dem Amtsgericht Diepholz verantworten. Die inzwischen nach Düsseldorf gezogene Beschuldigte soll laut Anklage in der Mittagszeit des 12. November 2017 in Lemförde eine 34-Jährige während einer Auseinandersetzung mit den Worten, „ich schicke Dir jetzt ein paar Jungs, dann bist Du tot“, in Angst und Schrecken versetzt haben.

Vergeblich bemühte sich das Gericht, den Sachverhalt aufzuklären. Die seinerzeit in Lemförde wohnende Angeklagte bestritt die Beschuldigung, außer der Aussage der angeblich Bedrohten gab es keine weiteren Beweise. So wurde die Angeklagte freigesprochen.

Angeklagte: Von Ehefrau angeschrien

Die 36-Jährige sagte aus, dass sie sich seinerzeit mit dem Ehemann der 34-Jährigen, den sie von früher kannte, verabredet hatte. Sie habe gewusst, dass das Paar in Scheidung lebte. Sie habe ihn gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter von zu Hause abholen wollen. Nach dem Klingeln habe die Ehefrau die Haustür geöffnet und unter hysterischem Geschrei ihre Tochter geschubst. Danach sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, in deren Verlauf die Ehefrau sie habe fotografieren wollen. „Ihr Mann hätte mich vorher warnen müssen“, beklagte die 36-Jährige.

Der damalige Ehemann räumte das in seiner Vernehmung ein. Er berichtete in allen Facetten von einem erbitterten Ehekrieg zwischen ihm und seiner jetzigen Ex-Frau. Sie habe nie geduldet, dass er Besuch empfing. Selbst Arbeitskollegen hätten ihn nicht besuchen dürfen. Er habe nur gehört, dass seine Frau an der Haustür geschrien habe: „Hier kommt niemand rein.“

Zoff vor der Richterin

Trotz Scheidung seien die Probleme nicht behoben, berichtete der Mann weiter. Er lebe immer noch mit seiner Ex-Frau in einem Haus, das ihm gehöre und für das er alle Kosten trage. Dort habe er nur ein Zimmer. Seine Ex-Frau, die ein Kind von einem anderen Mann habe, bekomme regelmäßig an den Wochenenden von einem Mann Besuch.

Während der Gerichtsverhandlung attackierte die Ex-Frau in einem kaum zu stoppenden Redefluss in verbalen Rundumschlägen den Verteidiger, die Staatsanwältin und die Richterin. Letztere drohte mehrfach energisch, die Frau des Saales zu verweisen. Trotzdem kommentierte sie weiter erregt den Freispruch.

„Ich verstehe, dass Sie sehr berührt und betroffen sind, aber ich kann nur jemanden verurteilen, wenn ich von der Schuld der Angeklagten überzeugt bin“, wandte sich Richterin Sabine Fuhrmann-Klamt einfühlsam an die erregte Frau, die sich im Verlauf der Urteilsbegründung beruhigte. 

pz

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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