Apfeltag mit 100 verschiedenen Sorten / Saftpressen durch die Familie Knost

Alte Schätze auf dem Schäferhof in Stemshorn

Einen Apfeltag gibt es am 22. Oktober auf dem Schäferhof in Stemshorn. Vor Ort ist auch das „Saftwerk“ der Familie Knost aus Niedermehnen, bei der die Familie Niemann (im Bild) Äpfel aus ihrer Streuobstwiese zu schmackhaftem Saft pressen ließ. - Fotos: Lange

Stemshorn - Klarapfel, Horneburger Pfannkuchen, Hilde oder Dülmener Rosenapfel. Wer diese Sorten einmal gekostet hat, weiß genau: es gibt etwas jenseits von Jonagold und Granny Smith. Am 22. Oktober möchte der Naturpark Dümmer genau das zeigen. Ab halb acht geht es am Samstag auf dem Schäferhof von Michael Seel in Stemshorn rund um die Frucht der Erkenntnis. Dann werden Äpfel gepresst, 100 verschiedene Apfelsorten präsentiert und bestimmt sowie die Ursachen von Obstbaumkrankheiten erläutert.

„An Apple a day keeps the doctor away“, sagt ein englisches Sprichwort und am Apfeltag sind es gleich 100. Der Naturpark Dümmer möchte die alten Schätze der Apfelkultur zeigen und den Besuchern des Apfelpresstages am 22. Oktober auf dem Schäferhof dabei helfen, ihre Schätze im Garten wiederzuentdecken. Einen Vorgeschmack darauf bietet die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin Inge Uetrecht am Samstag, 1. Oktober. Sie zeigt die Streuobstwiese am Stemweder Berg.

Die Stemweder Kräuterfrau zeigt ab 16 Uhr die Streuobstwiese der Stiftung Naturschutz des Landkreises Diepholz mit regional typischen alten Obstsorten am Stemweder Berg. Über die Jahre ist hier eine umfangreiche Sammlung alter Obstsorten entstanden, die den Besuchern die einzigartige Chance bietet, geeignete Sorten für den eigenen Garten auszuwählen. Reife Früchte dürfen verkostet werden. Die Stemweder Kräuterfrau Inge Uetrecht kann als promovierte Gärtnerin einiges über die Apfelbäume erzählen. Los geht es an der Schutzhütte auf der Obstwiese an der Straße „Auf den Bröcken“ in Brockum für sechs Euro. Mehr Informationen zur Führung erhalten Interessierte auch direkt bei Inge Uetrecht unter Telefon 0160/90322978.

Erst 100 Jahre ist es her, als noch etwa 4 000 Apfelsorten angebaut wurden. In der heutigen Zeit dominieren gerade einmal drei Sorten 70 Prozent des weltweiten Marktes, heißt es in einer Pressemitteilung des Naturparks Dümmer. Denn Äpfel müssen vor allen Dingen knackig, saftig und gut lagerbar sein. Alte Apfelsorten können alle drei Eigenschaften nur selten bieten. Kaum vorstellbar, dass es noch hochstämmige Apfelbäume gibt, die 15 Jahre brauchen, um die ersten Früchte zu tragen. Die auf der Zunge schmelzen oder die erst ihr volles Aroma entfalten, wenn sie gekocht werden. Kein Wunder, dass der Pomologe Eckard Brandt bereits am 19. August 2004 in der Zeit anmerkt: „Die Schätze wachsen vor der Haustür, und kein Mensch kümmert sich darum. Stattdessen zahlen wir viel Geld, um Früchte von der anderen Erdhälfte herbeizuschippern.“

Auf dem Schäferhof lassen sich am 22. Oktober diese alten Schätze entdecken, insgesamt werden 100 alte Sorte im alten Schafstall präsentiert und machen Appetit auf mehr. Los geht es mit dem Saftpressen bereits früh um halb acht am Samstag durch die Familie Knost aus Stemwede-Niedermehnen. Dann kann jeder seine Äpfel mitbringen und zu leckerem Saft pressen lassen. Ab 10 Uhr können alte Sorten oder Apfelkrankheiten bestimmt werden.

Wenn um 11 Uhr dann Landrat Cord Bockhop die Veranstaltung offiziell eröffnet, haben die Apfelhungrigen vielleicht schon Hunger auf den selbstgebackenen Apfelkuchen bekommen. Weitere Aussteller rund um Äpfel überraschen auf dem Schäferhof.

Zugleich ist an diesem Tag das Treffen der Regionalgruppe Nord-West der GEH, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen, auf dem Archehof der Familie Seel.

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