Projekt an der Grundschule Lemförde für besseres Miteinander

Aktive Prävention

Begeistert schauten Lehrerin Cordula Lindemann (v.l.), Trainerin Damaris Freischlad, Andreas Baade, Axel Meinke, Ingo Hinke und Schulleiterin Beate Gondek zu, wie sich die Zweitklässler gegenseitig halfen und hier zu „Sanitätern“ wurden. - Foto: Bechtel

Lemförde - „Die Schule hat die Aufgabe, in Sachsen ‚Prävention‘ aktiv zu werden. Da wir schon einmal das Institut für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining (IGSK) hier hatten, zwar zu einem anderen Thema, wusste ich, dass die etwas für unsere Klassen tun können, um Fragen aufzugreifen: Wie können wir die Teamentwicklung fördern? Wie können wir die sozialen Kompetenzen fördern?“, stellt Beate Gondek, Schulleiterin der Grundschule Lemförde, dar.

Herausgekommen ist das Präventionsprojekt zu den Themen „Gewalt, Mobbing, Teamentwicklung“, das im letzten Schuljahr erstmalig in allen zweiten Klassen durchgeführt wurde. „Und inzwischen fester Bestandteil unseres Schulprogramms ist“, betont Gondek. Nun erfolgte ein weiterer Durchgang in den zweiten Klassen. Der Förderverein „Treffpunkt Grundschule“ kümmerte sich um die Finanzierung und förderte das Projekt mit 500 Euro pro Klasse. Im vergangenen Jahr leistete ebenfalls der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Diepholz mit 300 Euro finanzielle Unterstützung, wie auch die Volksbank Lübbecker Land in 2015/16 mit jeweils 500 Euro „mit im Boot“ war. So mussten die Eltern nur einen Obolus beisteuern.

„Das ganze Projekt ist auch durch die Gremien der Schule gegangen und wurde von der Gesamtkonferenz abgesegnet“, veranschaulicht die Schulleiterin. Zukünftig würden alle zweiten Klassen in den Genuss dieser Maßnahme kommen. „Im Frühjahr haben sie eine Trainingseinheit von jeweils fünf Stunden an einem Tag. Im Herbst bekommt jede Klasse nochmals eine Auffrischung mit drei Stunden“, so Gondek.

Hinzu komme ein Elternabend, der vor wenigen Tagen stattfand. Gondek: „Damit die Eltern auch wissen: Was machen wir hier mit ihren Kindern? Wie können sie Zuhause unterstützen?“ Zudem habe es zu dem Thema im vergangenen Schuljahr eine Lehrerfortbildung gegeben. „In Anlehnung auch an den damaligen Elternabend. Denn wenn müssen wir alle zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen“, unterstreicht die Schulleiterin.

Als Fachfrau konnte die Grundschule Damaris Freischlad, freiberufliche Trainerin für Deeskalationskonflikt und Antigewalt-Training, aus Bramsche gewinnen. Sie gehört zum IGSK, ein bundesweites Netzwerk von freiberuflichen Trainern. Wie sie das Projekt mit Leben füllt schildert sie so: „Die Kinder müssen erleben, sie müssen spielen und im Tun merken, wie man miteinander umgeht.

„Fairness ist wichtig“

Wir erarbeiten mit den Schülern Regeln, erleben in den Spielen, dass Fairness wichtig ist, dass es ohne Regeln nicht funktioniert. Wie gehe ich miteinander um? Helfen ist wichtig. All dies wird mit den Kindern nicht besprochen, sondern im Nachhinein reflektiert anhand von Übungen, Spielen, Mutproben, Kämpfen. An allem, was Kinder brauchen, um unter Emotionen zu lernen.“

„Wir behalten immer Geld zurück, um dieses Projekt nachhaltig zu fördern“, akzentuierte Fördervereins-Vorsitzender Andreas Baade, der an diesem Morgen mit seinem Stellvertreter Ingo Hinke in die Grundschule gekommen war. Beide wollten sich hautnah ein Bild von der Umsetzung des Projektes in der Turnhalle an der Ernst-August-Straße machen, wie auch Axel Meinke, Lemfördes Volksbank-Geschäftsstellenleiter. Dort entdeckte man an der Wand ein großes Blatt mit Überschriften und Smileys „Wir möchten“ und „Wir möchten nicht“. „So möchten wir selber behandelt werden. Und so möchten wir auch andere behandeln – oder möchten wir nicht“, erläuterte Klassenlehrerin Cordula Lindemann die Leitgedanken wie höflich sein, zuhören, trösten oder fair sein, die zu Beginn des Projektes entstanden waren. „Aber auch in der Reflexion eines Spiels“, so Lindemann. Fazit, getreu dem Wahlspruch der ‚drei Musketiere‘ war: Alle helfen allen! Nicht nur den Freunden, sondern allen!

Abschließend fasste Schulleiterin Beate Gondek zusammen: „Mir ist es wichtig, dass Schüler lernen und es letztendlich auch umsetzen können, vernünftig miteinander umzugehen.“  

cb

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