Landkreis prüft mögliche Sanktionen

Lärm im Marissa-Park: Ferienhausbesitzer fühlen sich alleingelassen

Am Strand des Marissa-Ferienparks mit der Strandbar (rechts) wurde es in den vergangenen Wochen häufiger laut. Die Bewohner der benachbarten Ferienhaussiedlung fühlen sich dadurch belästigt.
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Am Strand des Marissa-Ferienparks mit der Strandbar (rechts) wurde es in den vergangenen Wochen häufiger laut. Die Bewohner der benachbarten Ferienhaussiedlung fühlen sich dadurch belästigt.

Lembruch – Mehrere Ferienhausbesitzer sind ungehalten. Mehrfach haben sie sich nach eigenen Angaben über Lärmbelästigung im Umfeld der Strandbar und des Marissa-Ferienparks in Lembruch beschwert, zuletzt vor gut einer Woche. Von der Strandbar dröhne keine laute Musik mehr herüber, weil sie inzwischen geschlossen sei, berichtet ein Ferienhausbesitzer, der seinen Namen nicht genannt haben möchte. Doch die Lärmbelästigung aus dem Ferienpark dauere an.

Er sei sich bei seiner Beschwerde der Unterstützung diverser Wochenendhausbesitzer sicher, erklärt der Wochenendhausbesitzer in einem Schreiben an Gemeindedirektor Rüdiger Scheibe, das der Redaktion vorliegt. Nach dem ersten Zeitungsbericht hätten sich gleich neun Nachbarn bei ihm gemeldet und erklärt, dass auch sie sich über den Lärm ärgerten. „Wir wissen uns seit Wochen gegen den Lärm, den zunehmend auch die Gäste verursachen, nur dadurch zu wehren, dass wir laufend die Polizei in Diepholz um Hilfe bitten“, heißt es in dem Schreiben.

Wegen Lärm im Marissa-Park: Mehrfach Polizei gerufen

Die Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass sie in den vergangenen Wochen mehrfach wegen Lärmbelästigung zur Strandbar beziehungsweise zum Marissa-Park gerufen wurde. Genaue Zahlen konnte der Pressesprecher nicht nennen, es seien aber nicht auffällig viele Einsätze gewesen. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Polizei nur in akuten Fällen einschreitet, insbesondere spät abends oder an Wochenenden. Die grundsätzliche Behebung des Problems sei Aufgabe des Ordnungsamts.

Der Wochenendhausbesitzer hatte sich sowohl an das Ordnungsamt der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ als auch an den Landkreis Diepholz gewendet. Weil er und seine Nachbarn sich von den Behörden alleingelassen fühlen, überlegen sie derzeit, eine Interessengemeinschaft zu gründen. Sollte sich die Situation nicht nachhaltig verbessern, ziehen sie laut dem Ferienhausbesitzer auch eine Klage gegen die Behörden in Betracht.

Betreiber des Marissa-Parks auf rechtliche Lärmschutz-Lage hingewiesen

Die Kreisverwaltung bestätigte auf Nachfrage, dass eine an die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ adressierte Beschwerde des Bewohners eines Wochenendhauses an die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Diepholz weitergeleitet wurde. Der Landkreis habe daraufhin den Betreiber des Ferienparks schriftlich auf die Rechtslage in Bezug auf den Lärmschutz hingewiesen. „Sollte es erneut zu Lärmüberschreitungen kommen, wird der Landkreis auf der Grundlage von Berichten der Polizei Sanktionsmöglichkeiten prüfen“, heißt es weiter.

Die Parkordnung des Marissa-Ferienparks sieht vor, dass zwischen 22 und 7 Uhr Nachtruhe zu herrschen hat. Laute Gespräche, Musik oder sonstiger Lärm sind unbedingt zu vermeiden. Auch tagsüber ist es nicht erlaubt, Musikgeräte, Musikinstrumente oder andere Gegenstände so laut zu nutzen, dass andere Gäste dadurch belästigt werden (könnten). Umgesetzt wird die Parkordnung nach Einschätzung des Ferienhausbewohners nur mangelhaft. „Die Betreiber brauchen eine Security, die in der Lage ist, mit zehn Betrunkenen umzugehen.“

Rump: Marissa-Ferienpark arbeitet an Lösungen

Susanne Rump, Leiterin Tourismus und Qualität beim Marissa-Ferienpark, erklärte auf Nachfrage: „Es ist wirklich in unserem Interesse, den vielen aktuellen und zukünftigen Besuchern des Marissa Ferienparks eine schöne Urlaubsumgebung zu schaffen, genauso aber auch ein gutes Verhältnis zu unserer Nachbarschaft zu pflegen.“ Deshalb habe der Park bereits in der Sommersaison zahlreiche Maßnahmen getroffen (Sicherheitspersonal an den Wochenenden, Hinweistafeln in jeder Wohneinheit zum respektvollen Umgang mit der Nachbarschaft, Informationen bei Check In, Ausgabe der Ferienparkordnung).

„Der Marissa Ferienpark ist öffentlich und kann sich externen Gästen nicht verschließen“, so Rump weiter. „Dies führte in jüngster Vergangenheit dazu, dass sich auch Gruppen junger Menschen mit eigenen Soundsystemen an unserem Strandabschnitt niedergelassen haben. Wir arbeiten allerdings weiterhin gezielt daran, eine gute Nachbarschaft im Einklang mit unserem Ferienbetrieb sicherzustellen und sind im Dialog mit zahlreichen anderen Anwohnern und Behörden, um zukünftige Lösungen zu schaffen, die dies gewährleisten.“

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