Achtklässler der Von-Sanden-Oberschule Lemförde absolvieren Praktika in Betrieben der Region

Einblick in den Arbeitsalltag

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Melisa Gören schaute sich bei der Firma Schnabel in Marl den Beruf der Kauffrau für Büromanagement an.

Lemförde - Von Christa Bechtel. In der vorletzten Woche schauten sich 48 Achtklässler der Von-Sanden-Oberschule Lemförde verschiedene Betriebe in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ sowie im benachbarten Stemwede an. In der letzten Woche wurde es ernst! Zwei Tage lang bekamen die Jugendlichen einen direkten Einblick, wie ein Arbeitsalltag aussieht. Dafür standen ihnen 62 Praktikumsplätze für „Schnuppertage bei Handwerk, Handel und Dienstleister“ zur Verfügung.

Wir haben Melisa Gören und Khaled el Shakis begleitet, die sich in der Dachdeckerei und Bauklempnereibetrieb Schnabel in Marl den Beruf der Kauffrau für Büromanagement und des Dachdeckers anschauten. Aber auch Louisa Schweers, die in der Kfz-Werkstatt von Dirk Fahland in Hüde in den Beruf der Kfz-Mechatronikerin hinein schnupperte. Nicole Meier hatte sich in der nebenan liegenden Raiffeisen-Tankstelle, die ebenfalls von Dirk Fahland betrieben wird, für den Beruf der Kauffrau im Einzelhandel interessiert.

„Ich finde das interessant, wie man hier lernt und arbeitet“, schildert Melisa Gören ihre ersten Eindrücke. Zu ihren Aufgaben gehörte beispielsweise, dass sie Stundenprotokolle für die Mitarbeiter schreiben durfte. Sie erstellte aber auch im Computer einen Ordner, wo sie die Spritrechnungen nach den Autokennzeichen sortierte. „Damit ich zum Ende des Jahres immer weiß, wie viele Kosten für welches Fahrzeug angefallen sind. Das hat sie per Excel Tabelle alles selbst gemacht“, lobt Claudia Schnabel die Schülerin. Für die könnte nach ihrem Realschulabschluss dieser Beruf durchaus infrage kommen. Da die Achtklässler nach den Osterferien ein zweiwöchiges Betriebspraktikum absolvieren müssen, hat sich Melisa für diese Zeit allerdings bei der Lemförder Ärztin Ludmilla Hartwich einen Platz als Arzthelferin gesichert.

„Ich habe schon früher gerne mit Autos gespielt. Oder wenn mein Papa einen Ölwechsel macht, schaue ich immer zu“, erklärt Louisa Schweers, die in diesen beiden Tagen eher in eine „Männerdomäne“ hinein schnupperte. „Gestern durfte ich bei einem Opel die Zündkerzen wechseln“, sagt sie voller Stolz. Denn: „Der Beruf der Kfz-Mechatronikerin könnte mich reizen. Wenn Herr Fahland ‚Ja‘ sagt, würde ich hier auch mein Betriebspraktikum machen“, so Louisa.

„Ich möchte gerne Leute bedienen, da ich das sehr spannend finde und es macht Spaß“, betont Nicole Meier, die sich den Beruf der Kauffrau im Einzelhandel durchaus vorstellen könnte. Begeistert hat sie inzwischen im Shop der Raiffeisen-Tankstelle zum Beispiel Regale aufgefüllt, Zeitungen sortiert. „Wir haben auch neue Ware bekommen und mussten checken, ob alles mitgekommen ist. Ich habe aber auch schon diejenigen bedient, die getankt hatten und das Geld kassiert“, berichtet sie mit glänzenden Augen. „Nicole hat das total toll gemacht, ist sofort mit der Kasse klar gekommen“, schwärmt Mitarbeiterin Theresia Hainke. Das Betriebspraktikum wird die Achtklässlerin allerdings in die Logopädie-Praxis ihrer Schwester nach Osnabrück führen.

„Ich mag vielseitige Berufe, wo man vieles unternehmen kann und ich interessiere mich auch für Hausbau“, erläutert Khaled el Shakis, der für zwei Tage auf eine Baustelle der Firma Schnabel mit nach Lembruch durfte. Zu seinen Arbeiten zählten dort das Dämmen von Sparrenfeldern, „das anstrengend war“, oder die Wände mit einer speziellen Folie bedecken. „Damit die Mineralwolle nicht runterfällt“, verdeutlicht Khaled, der mit Blaumann und Atemmaske professionell ausgestattet wurde. Doch: „Ich möchte erst einmal zur Polizei. Wenn das nicht klappt Fitnesstrainer und dann vielleicht Dachdecker“, zählt der Schülersprecher seiner Klasse auf, der jedoch sein Betriebspraktikum bei der Firma Schnabel absolviert. „Dann werden wir bei ihm die Liebe zur Dachdeckerei schon wecken, sodass er hierbleibt“, sagt Davut Gören, Zimmermann und rechte Hand des Firmenchefs Joachim Schnabel schmunzelnd. Auf jeden Fall gingen alle Schüler mit vielen neuen Eindrücken nach den zwei Tagen wieder zur Schule.

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