Samtgemeinderat stimmt gegen überplanmäßige Ausgabe von 68 .000 Euro

Abenteuergolfplatz vom Tisch

Seit der Sitzung des Samtgemeinderates Altes Amt Lemförde ist diese Werbetafel überholt. - Foto: Benker

Lemförde - Das Projekt „Abenteuergolfanlage“ in Hüde ist vom Tisch. Der Rat der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ hat am Dienstag in seiner Sitzung im Rittersaal in geheimer Abstimmung die Bewilligung einer überplanmäßigen Ausgabe in Höhe von 68.000 Euro abgelehnt. Damit ist die Finanzierung nicht mehr gewährleistet. Gegen diese Ausgabe stimmten neun der stimmberechtigten Mitglieder, sieben dafür, ein Ratsvertreter enthielt sich.

„Ich verstehe das nicht. Wir stellen uns als touristische Gemeinde dar und dann dies. Ich bin sauer über diesen Beschluss“, ereiferte sich Marls Bürgermeister Ludwig Wiegmann. „Wir haben Geld genug und man muss auch mal den Mut haben, etwas in den Sand zu setzen“, fügte er hinzu.

Zur Vorgeschichte: An dem Projekt Abenteuergolfanlage wird seit etwa zwei Jahren gearbeitet. Der Samtgemeindeausschuss wurde in seiner Sitzung vom 26. April im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe zur Herstellung des Platzes darüber unterrichtet, dass nach dem Ergebnis der Ausschreibung eine überplanmäßige Auszahlung entstehen werde. Den geschätzten Ausbaukosten in Höhe von etwa 178 000 Euro inklusive Baunebenkosten stehen Haushaltsmittel in Höhe von lediglich 110.000 Euro gegenüber. Der Samtgemeindeausschuss hatte in seiner Sitzung dem Rat die Bewilligung dieser außerplanmäßigen Ausgabe mehrheitlich empfohlen.

„Es wird also teurer als ursprünglich geschätzt“, eröffnete Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe diesen Tagesordnungspunkt. „Wir wollen trotzdem versuchen, günstiger dabei wegzukommen“, meinte Hermann Dannhus. Klaus Dittmer befürchtete, „dass die Kosten noch weiter weglaufen“ und beantragte geheime Abstimmung. Unterstützung erhielt er von Manfred Lübker, der eine ähnliche Entwicklung befürchtete, „dass die Kosten aus dem Ruder laufen“. Auch Lübker beantragte geheime Abstimmung. Zehn Mandatsträger stimmten diesem Antrag zu.

Enttäuschung über diese Entscheidung machte sich im Publikum breit. „Ich bin sehr enttäuscht. Ich bin 55 Jahre, ich kann den Schlüssel auch umdrehen“, sagte ein verärgerter Campingplatzbetreiber Rolf Hannker in der Einwohnerfragestunde. Bei vielen anderen hänge aber die Zukunft und die Existenz vom Tourismus ab, fügte er in hinzu.

„Ich bin nicht gegen den Tourismus, aber das Projekt kann ich in dieser Form nicht mittragen“, erwiderte Manfred Lübker.

„Wie stellt ihr euch denn den Tourismus in Zukunft vor?“, wollte Heike Hannker wissen. Eine Antwort erhielt sie darauf nicht.

Vielmehr wiesen sowohl Ratsvorsitzender Wilhelm Buck als auch Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe darauf hin, dass es sich im vorliegenden Fall um eine demokratische Abstimmung handele, die es zu respektieren gelte.  

hwb

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