Für ihr Wunschtier nahm Annelore Homfeld ein Abenteuer auf sich

Leidenschaft Hirtenhund: Auf den Pumi gekommen

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Immer zu Späßen aufgelegt: Ein Pumi ist kein Sofa-Hund.

Martfeld - Von Charlotte Reinhard. Manche fahren weit, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Annelore Homfeld aus Martfeld reiste dafür bis nach Ungarn, blieb dort mehrere Tage, schlief in einem Wohnwagen und versuchte, sich mit Menschen zu verständigen, die sie noch nie gesehen hatte, die kaum Deutsch und nur wenig Englisch sprachen.

Der Grund hat graues, krauses Fell, schwarze Knopfaugen und heißt Bicska. Bicska ist ein Pumi, ein ungarischer Hirtenhund.

Annelore Homfeld (vorne) mit ihrem Rüden Bicska, ihrer Tochter Lena und Hündin Lotte. 

Annelore Homfeld hatte früher einen Hund dieser Rasse besessen. Nach dem Tod ihrer Hündin Buba war sie auf der Suche nach einem weiteren Exemplar der hochintelligenten Hunde. Über einen deutschen Journalisten in Ungarn hörte Annelore Homfeld von einem Pumi, der einen neuen Besitzer suchte, doch mehr erfuhr sie nicht. Im Internet fand sie ein Foto von dem Tier mit einer Frau daneben, druckte es aus und fuhr damit zu einer Hundeausstellung in Bratislava. Sie hatte Glück. Jemand erkannte die Frau auf dem Foto.

Pumis stammen von den Pulis ab, einer Treibhunderasse mit asiatischen Wurzeln, auch bekannt als „Rasta-Hunde“. Pulis gelten als die älteste Hunderasse der Welt. Aus einem Puli und wahrscheinlich einem terrierartigen Hund entstand irgendwann der Pumi, der sowohl zum Treiben von Schafen als auch von Großtieren geeignet ist.

Als Annelore Homfeld herausgefunden hatte, wo Bicska zu finden war, fuhr sie zu der Züchterin in Budapest, die ihn nicht behalten konnte. „Es war ein Abenteuer, den Hund zu holen“, erzählt Homfeld. „Ich fuhr hin, blieb mehrere Tage bei mir vollkommen fremden Menschen und versuchte, Bicska an mich zu gewöhnen. Doch der hat mich mit dem Hintern nicht angesehen“, sagt Annelore Homfeld heute und lacht. Bei ihrem Besuch bei Bicska sah sie das nicht so gelassen und fragte sich, ob das mit ihr und dem Hund klappen würde. Doch irgendwann brach das Eis.

Bicska kam nach Deutschland, im Gepäck die Bitte der Züchterin, den Hund auf Ausstellungen vorzuführen, um „noch einmal einen Champion“ gezüchtet zu haben. Homfeld vergaß diese Bitte nicht und begann zu trainieren. „In Baumärkten“, erzählt sie. „Denn erstens darf man Hunde in die Märkte mitnehmen und zweitens sehen die Hallen ähnlich aus wie die, in denen die Hunde ausgestellt werden. Auch die Geräusche ähneln sich.“ In der Tierabteilung gab es dann eine Belohnung in Form von Leckerchen.

Die erste Ausstellung lief Bicska dann in Neumünster, und Homfeld hatte Glück. Eine läufige Hündin spornte den Rüden zu Höchstleistungen an. Er gewann die Anwärterschaft auf den Titel des Deutschen und Internationalen Champions, den er später auch holte. 2011 wurde Bicska außerdem Jahrhundertsieger und „Bester der Rasse“.

Bicska entspricht nämlich dem Zuchtziel der Pumis: Ein quadratischer Körperbau, welliges, lockiges Haar, kleine, stehende Ohren, deren Spitzen nach vorne kippen und mandelförmige, tiefdunkle Augen. „Grau in allen Schattierungen ist eigentlich die Grundfarbe des Pumis“, erklärt Homfeld. „Sie werden schwarz geboren und hellen im Lauf der Zeit auf.“ Zugelassen sind aber auch die Farben weiß, creme oder schwarz. Lotte, die drei Monate alte Pumi-Hündin, die seit Kurzem bei Annelore Homfeld lebt, ist beispielsweise pechschwarz. „Aufpassen sollte man bei den grau geborenen Pumis“, warnt Homfeld. „Sie neigen zu Haar- und Hautproblemen.“

Auch wenn Pumis in der Regel gesund sind, empfiehlt Annelore Homfeld, sich einen Hund von einem Züchter zu holen, der dem VDH, dem Verband für das Deutsche Hundewesen, angeschlossen ist. Zu diesem gehöre der „Klub für Ungarische Hütehunde“, bei dem sich an einem Hirtenhund interessierte Menschen informieren können. Auch Annelore Homfeld ist Mitglied. Ein Pumi ist nämlich nicht für jeden etwas: „Sie müssen etwas zu denken haben und sind definitiv keine Sofa-Hunde“, sagt Annelore Homfeld entschieden. „Aber sie sind fröhlich, immer zu Späßen aufgelegt und lernen wahnsinnig schnell.“

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