Streugut wird im Sulinger Land zur Mangelware / „Wintermanagement“ der Bauverwaltungen

Leere Salzsilos in den Kommunen

Lange Tage: Die Mitarbeiter der Verwaltungen im Sulinger Land befinden sich derzeit im Dauereinsatz.

Sulingen - SULINGER LAND (sis / oti) · Nicht nur die derzeitigen Witterungsverhältnisse, sondern vor allem die Wetterprognosen für die kommenden Tage treiben den Mitarbeitern der Bauverwaltungen in den Kommunen des Sulinger Landes Sorgenfalten in die Gesichter – Streugut wird zur Mangelware.

Michael Schubert, Bauamtsleiter der Samtgemeinde Siedenburg, spricht von „Extremstverhältnissen“. „In den Vorjahren haben wir mal fünf, mal sechs Tonnen Streugut verbraucht. In diesem Winter sind es bisher 25 Tonnen.“ Nachbestellungen gestalten sich dem Vernehmen nach schwierig. „Ich habe heute noch einmal eine neue Quelle aufgetan. Die Preise sind seit Mitte Dezember stark gestiegen.“

Um den Schneemassen auf den Gemeindeverbindungsstraßen Herr zu werden, greift die Samtgemeinde nicht nur auf zwei Mitarbeiter des Bauhofs zurück, die sich um die Bereiche der öffentlichen Einrichtungen kümmern, sondern auch auf die Unterstützung von drei Fremdfirmen. „Das hat sich bewährt“, sagt Schubert. „Wenn das nur eine Firma machen sollte, wären die Straßen abends noch nicht geräumt.“ Dennoch scheinen die Siedenburger mit dem Witterungsmanagement der Samtgemeinde zufrieden zu sein. „Bisher ist nur eine Beschwerde eingegangen,“, sagt der Bauamtsleiter.

Das Anspruchsdenken der Bürger in der Stadt Sulingen scheint größer. Eckhard Sebode, Leiter des Fachbereichs Planung und Bau: „Wenn die Leute ihre Fußwege und Grundstückseinfahrten vom Schnee befreit haben, setzen sie das auch bei der Stadt voraus.“ Dass der Ärger dann groß ist, wenn ein Schneeschild für neue Schneehaufen vor den Einfahrten sorgt, ist nachvollziehbar. „Wir haben schon morgens ab 4 Uhr zwölf bis 14 Leute im Einsatz – zum Teil bis 22 Uhr. Mehr geht nicht.“ Gut 50 Tonnen Feuchtsalz hätte man bis dato auf die Straßen gebracht – die Speicher auf dem städtischen Bauhof sind leer.

25 Tonnen Salz lagerte die Samtgemeinde Schwaförden für diesen Winter – alles weg. „Und wir bekommen derzeit keinen Nachschub, stehen auf der Warteliste“, erklärt Achim Hollmann, kommissarischer Leiter des Bauamtes. Hollmann weiß, dass das Salz nach Prioritäten vergeben wird: „Wir sind eine kleine Flächengemeinde, die Bundes- und Landesstraßen haben Vorrang.“ Die eigenen Bauhofmitarbeiter seien zudem personell und von der Ausrüstung her nicht für solche lang anhaltenden Wintereinbrüche gerüstet: „Ab einer gewissen Schneehöhe müssen wir passen.“ Die Räumung der Schulwegstrecken und anderer Straßen von überörtlicher Bedeutung habe man an die Firma Schröder in Blockwinkel abgegeben. Und weitere Maßnahmen an die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden delegiert – in der Hoffnung, dass die örtlichen Landwirte mehr räumen, als sie müssten.

Das wiederum tun die Landwirte in der Samtgemeinde Kirchdorf selbstverständlich. „Wenn der Schlepper eh angeschmissen wird, dann wird nicht nur der Hof geräumt, sondern auch die nahen Straßen“, heißt es aus Dörrieloh. Die Samtgemeinde Kirchdorf hat für diesen Winter im Oktober statt der üblichen 30 Tonnen 40 Tonnen bestellt. Und nun noch einen Salzvorrat, der für etwa 14 Tage reicht. „Außerdem hat unser neuer Unimog ein Streusalzgerät, das eine bessere Dosierung erlaubt“, erklärt Günther Dahm, Fachbereichsleiter Bauen und Entwicklung. Und in 14 Tagen? „Für Notfälle ist gesorgt“, sagt Dahm. Und nennt Vergleichzahlen: In den vergangenen drei bis vier Jahren habe man jährlich etwa fünf bis acht Tonnen für die Streuung der Gemeindeverbindungsstraßen und die der Gemeinde Kirchdorf verbraucht...

Auch in der Samtgemeinde Kirchdorf häufen sich derzeit die Beschwerden der Anlieger: Sie räumen, wie es die Rechtslage verlangt, die Wege bis 8 Uhr. „Und um 9 Uhr kommt der Schneepflug und schiebt die Schneemassen auf den geräumten Bereich.“

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