Kulturbeauftragte Ilsemarie Hische bereitet sich auf den Bremer Marathon vor

Laufen aus Leidenschaft: „Ein unglaubliches Gefühl“

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Ilsemarie Hische trainiert für den Bremer Marathon. ·

Syke - Von Alena Staffhorst. Der herbstliche Regenschauer ist grad vorüber. Die Luft ist angenehm frisch und kühl. Nur das Rascheln der Blätter an den Bäumen ist zu hören. Da rauscht Ilsemarie  Hische vorbei. Ihre Laufschuhe klatschen im flinken Rhythmus auf den matschigen Waldboden. Heute liegen noch acht Kilometer vor ihr. Doch ihr Ziel ist ein anderes: Der Bremer Marathon am kommenden Wochenende.

„Es ist einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl, nach den 42 Kilometern über die Ziellinie zu laufen“, schwärmt die 53-jährige Kulturbeauftragte der Stadt und erinnert sich dabei an ihren ersten Marathon vor sieben Jahren. „Damals war ich in Berlin. 40 000 Läufer und Zuschauer ohne Ende – es war unbeschreiblich toll, als ich beim Brandenburger Tor angekommen bin.“

Fünf Mal ist sie schon in Berlin gelaufen, dieses Jahr steht zum ersten Mal der Bremer Marathon an. „Ganz ehrlich? Ich hab einfach die Anmeldefrist für Berlin verpasst“, sagt Hische lachend. Trotzdem freut sie sich auf die Herausforderung in der Heimat. „Ich hoffe, die Strecke in vier Stunden vierzig zu packen.“ Motivation genug, um sich drei bis vier Mal die Woche die Joggingschuhe überzustreifen.

Heute stehen lockere 50 Minuten durch das Friedeholz auf dem Programm. Entspannt läuft sie über den unebenen Boden. Hier und da umkurvt sie eine Pfütze. Ein Läufer kommt ihr entgegen: „Moin“ – „Hallo“ – ein kurzer Gruß unter Sportlern gehört sich einfach. Hinten auf Hisches grünem Laufshirt prangt in schwarzen Buchstaben der Schriftzug „Laufakademie Bremen“.

„Wir sind um die 30 Läufer und bereiten uns gemeinsam auf Marathons vor“, erklärt Hische. Zweimal die Woche wird gemeinsam trainiert – einmal in Stuhr, einmal in Bremen. „Beim LC Hansa Stuhr machen wir viele kurze Einheiten, meist zehn Mal 200 Meter.“ Im Bürgerpark legen die Sportler drei bis vier Mal drei Kilometer zurück. „Am Wochenende laufe ich dann mit einer Freundin meist 25 bis 30 Kilometer.“

Das Bellen eines Hundes durchbricht die Stille. Ein blonder Mann hält seinen aufgebrachten Golden Retriever kurz an der Leine. Hische lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Entspannt läuft sie weiter.

„Laufen ist gut, um einfach mal abzuschalten. Wenn ich gestresst oder schlecht gelaunt bin, zieh‘ ich mir einfach meine Laufschuhe an und los geht‘s. Danach fühl‘ ich mich meistens besser.“ Doch lieber joggt sie in der Gruppe. „Ich glaube, wenn ich 30 Kilometer alleine laufen würde, würde mir die ganze Zeit im Kopf rumschwirren: ‚Warum tust du dir das an?‘ So ist man ins Gespräch vertieft und merkt die Anstrengung nicht so sehr.“

Bei den längeren Strecken bekommen sie dann sogar Unterstützung von Freunden und Kollegen: „Manche stellen uns Wasser und eine Banane bereit, damit wir uns kurz stärken können. An einem recht heißen Tag hatten wir mal nichts zu trinken dabei, da hat sich sogar jemand an einer Pferdetränke bedient“, sagt sie und fängt an zu Lachen.

Langsam fängt es an zu dämmern. Ein paar vereinzelte Regentropfen bahnen sich ihren Weg durch die Blätter. Ilsemarie Hische zieht nochmal an. Die letzte Hürde, die Wolfsschlucht, will genommen werden. Bergauf wird die Atmung ein bisschen schneller. Doch dann ist es geschafft. Mit einem Lächeln im Gesicht trabt sie über den Parkplatz am Waldstadion zu ihrem Auto: „Der Marathon kann kommen!“

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