Landhandel rechnet aber nicht mit Vorjahresrekord / Trockenschäden bei Wintergerste und -roggen

Landwirte: Zuversicht bei der Ernte

Das Korn steht gut (hier in Ramminghausen bei Syke): Landwirte und Landhandel rechnen mit einer guten Ernte.

Landkreis - Die neue Ernte wird nicht die Rekordmenge des Vorjahres erreichen, fällt aber dennoch groß aus. Darin stimmten die Teilnehmer des traditionellen Getreidegesprächs bei Puvogel in Ochtmannien überein. Wie das Landvolk Mittelweser mitteilte, trafen sich dort Vertreter des genossenschaftlichen und privaten Agrarhandels aus der Region, um die Ernte-Erwartungen zu diskutieren.

Die Wetterbedingungen waren während der Aussaat optimal, so dass ein gutes Wurzelwerk gebildet wurde. „Wenig Niederschlag in der Vegetationsphase hat die Ertragsaussichten bei uns in der Region getrübt“, sagte Dr. Joachim Wendt von der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er bezog sich dabei auf die Messstationen in Borwede und Wietzen. Bei Raps sei das Fragezeichen aufgrund von überdurchschnittlichem Befall mit Rapsglanzkäfern als auch der physiologischen Knospenwelke am größten. Die Trockenschäden in Wintergerste und Winterroggen auf leichten Böden könnten durch die jetzigen Niederschläge nicht mehr behoben werden. Weltweit wird dagegen mit einer großen Weizenernte gerechnet. Beim Mais legte Niedersachen um 360 000 Hektar zu, so Referent Werner Bosse vom Landvolk Niedersachsen. Den Sojamarkt sieht er robust. Den Beteiligten war der Verlauf des vergangenen Erntejahres noch lebhaft in Erinnerung, als erst während der Ernte die Rekordmenge festgestellt wurde. Zu der großen Menge kamen hohe Herstellungskosten. „Der sinkende Ölpreis kam zu spät und hat uns die Preise demoliert“, stellte Bosse fest. Deshalb gehe es jetzt vielen Bauern darum, die Erntekosten möglichst gering zu halten. Er spielte damit auf Düngung, Trocknung und Reinigung an. Die anhaltende Zurückhaltung beim Düngerkauf sei ein Beweis.

Die Landhändler äußerten sich vorsichtig bei der Frage, ob sie ausreichend neuen Kalidünger einlagern. Zu tief sitzt doch die Erfahrung, dass sie im vergangenen Jahr zu hohen Preisen eingekauft hatten, dann aber auf der Ware sitzen blieben, weil wenige zu dem Preis kaufen wollten. „Handel und Landwirte mussten erleben, was stark schwankende Märkte bedeuten“, sagte Landvolk-Vorsitzender Dr. Hans-Christian Hanisch. Deshalb konnte er sich nur der Empfehlung von Nils-Geert Binder von der Landberatung Grafschaft Hoya an die Bauern anschließen: „Wenn die Liquidität erhalten bleiben soll, muss man laufend verkaufen und nicht auf Höchststände spekulieren.“

In der lebhaften Diskussion sah Heinrich Wiechers von der RWG Bassum-Harpstedt die Gefahr eher in unterversorgten Märkten: „Wenn die Mischfutterindustrie nicht richtig bedient wird, da wir zu wenig ernten, kommt das Getreide aus dem Ausland und die Märkte brechen völlig ein.“

Hans-Peter Schorling (RWG Twistringen) erinnerte an spekulative Einflüsse durch Fonds-Manager und die schwelende Finanzmarktkrise. „Aus aktueller Sicht kann man für die Märkte zuversichtlich sein“, fasste Getreidereferent Werner Bosse seine Prognose zusammen.

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