Landwirte fahren ihre Ernte ein/Regen drückt Getreide immer wieder platt

Erst Gerste, jetzt Weizen

Ein grafisches Muster, das Landwirte Zeit und Geld kostet: Starke Regenfälle haben Getreideflächen, wie hier in Ochtmannien, plattgewälzt. Teilweise konnten die schweren Erntefahrzeuge den aufgeweichten Boden kaum befahren.
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Ein grafisches Muster, das Landwirte Zeit und Geld kostet: Starke Regenfälle haben Getreideflächen, wie hier in Ochtmannien, plattgewälzt. Teilweise konnten die schweren Erntefahrzeuge den aufgeweichten Boden kaum befahren.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Wogende Getreidefelder unter einem sonnigen Himmel – das wäre bestes Erntewetter für die Landwirte in der Region. Aber die schweren Gewitterregen in den vergangenen Wochen haben ihre Spuren hinterlassen und das Getreide buchstäblich platt gemacht. Trotzdem: „Das ist keine schlechte Ernte“, sagt Kreislandwirt Wilken Hartje.

Die Ertragsmenge liege im Durchschnitt, erklärt Hartje, während er selbst auf dem Mähdrescher sitzt und seine Weizenernte einbringt. Genaue Zahlen liegen erst vor, wenn die gesamte Ernte abgeschlossen ist. „Man braucht jetzt konstantes Erntewetter“, betont er, damit sich das Getreide am Boden wieder aufrichten könne. Sonst keime es am Boden aus – für die Landwirte ein enormer Schaden. Trotz der Beeinträchtigungen durch die gewittrigen Schauer könne man noch zufrieden sein: „Die schlimmsten Unwetter sind an uns vorbeigegangen.“ Dennoch seien die Böden zum Teil so aufgeweicht gewesen, dass sie mit den Erntefahrzeugen kaum hätten befahren werden können.

Erst war die Gerste eingebracht worden, dann der Raps. Nun folgt der Weizen. Triticale und Roggen stehen in weiten Teilen auch noch auf dem Halm. Hartje ist zuversichtlich: „In den nächsten zwei Wochen ist alles gedroschen.“

„Das ist keine Spitzenernte“, stellt der Kreislandwirt fest – und fügt hinzu: „Wir haben viel Stroh. Viel energetische Masse, die durch die Maschine muss.“

Das Schlimmste aber sind die Preise: „Sie liegen um 20 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr“, stellt Wilken Hartje fest. Damals hätten die Landwirte für Gerste noch 18 Euro pro Doppelzentner bekommen, in diesem Jahr allenfalls 15 Euro. Beim Raps seien die Preise von 38 auf 30 Euro gesunken: „Diese Schwankungen haben wir früher nicht gehabt. Daran muss man sich als Landwirt erst gewöhnen.“ Auch, dass Ereignisse weltweit den Preis für das Getreide stark beeinflussen können – Krisen wie die in der Ukraine zum Beispiel.

Internationale Ernteschätzungen und -prognosen hätten natürlich auch Einfluss, fügt Hartje hinzu: „Wie steht es um die Sojabohne in Südamerika? Droht in Australien eine Dürreperiode?“ Schon solche Fragen und Einschätzungen könnten auf die Preise wirken – und damit auf den Verdienst der Landwirte im Landkreis Diepholz.

Für sie ist der Getreideanbau ein elementares Standbein. Weizen zum Beispiel wird auf 15651 Hektar und damit knapp 15 Prozent der gesamten Ackerflächen angebaut. Der Durchschnittsertrag pro Hektar lag im vergangenen Jahr bei knapp 90 Doppelzentner.

Deutlich darunter lag mit 73,1 Doppelzentner pro Hektar die Gerste, die auf rund 8400 Hektar Fläche (knapp acht Prozent der gesamten Anbaufläche) wächst. Roggen bauen Landwirte auf rund 14000 Hektar an (13,3 Prozent). Er brachte im vergangenen Jahr 74,3 Doppelzentner pro Hektar.

Raps wächst auf etwa 8800 Hektar (8,3 Prozent). Sein durchschnittliches Ernteergebnis im vergangenen Jahr: Knapp 42 Doppelzentner pro Hektar. Triticale lag bei knapp 6700 Hektar Anbaufläche (6,3 Prozent) und brachte als Ertrag 71,2 Doppelzentner pro Hektar.

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