Kommentar

„Angelegenheit“ stinkt gewaltig

Insgesamt 2,4 Millionen Euro fordert der Landvolk-Verband Grafschaft Diepholz vom ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe zurück. Lesen Sie den Kommentar von Chefredakteur Hans Willms dazu.

Von Hans Willms

Klare Kante sieht anders aus. Erst eine gute Woche nach der Berichterstattung unserer Zeitung über den Verdacht der Untreue gegen den ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe hat der Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz seine rund 500 Mitglieder darüber informiert, um wie viel Geld es in diesem „Fall“ überhaupt geht – unterm Strich immerhin um rund 2,4 Millionen Euro. Da fragt sich Otto Normalverbraucher doch sofort, wo das ganze Geld überhaupt herkommt. Und weshalb der ehemalige Landvolk-Vorsitzende mal eben eine Spende in Höhe von einer Million Euro an die Stiftung „Deutsche Kulturlandschaft“ überweisen konnte.

Auch wenn derzeit noch nicht abzusehen ist, welche der augenblicklich noch fragwürdigen Zahlungen und Überweisungen tatsächlich rechtswidrig waren – der Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz hat schweren Schaden genommen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie der ehemalige Vorsitzende selbst. Aber auch das Krisenmanagement seines Nachfolgers Theo Runge und dessen Mitstreiter ist alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme. Wäre der Staatsanwaltschaft nicht eine anonyme Strafanzeige auf den Tisch geflattert, hätte der Vorstand „die Angelegenheit zunächst vertraulich gehandhabt“, heißt es in dem Brief an die Landwirte. Eine solche Formulierung lässt erahnen, dass der Verband an einer für alle transparenten Aufarbeitung offenbar gar kein Interesse zu haben scheint. Die ganze „Angelegenheit“ stinkt gewaltig – und erweckt den Eindruck, dass im Kreisverband Grafschaft Diepholz lieber gekungelt wird als endlich öffentlich Klartext zu reden.

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