Majanne Behrens stellt ihr Buch „Kühe Kunst Kartoffeln“ im Museum vor

Landleben mit Ding-Dong und Onkel Wilhelms Laterne

Sieht wie Tante Emma aus, ist aber Majanne Behrens. ·
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Sieht wie Tante Emma aus, ist aber Majanne Behrens. ·

Syke - Wenn sie mit ihrer blau-weißen Schürze und dem Kopftuch hinter dem Tresen steht, sieht sie aus wie eine Mischung aus Tante Emma und Frau Holle. Wenn sie von ihren Projekten erzählt, ist sie wieder ganz Majanne Behrens – Sängerin, Theaterprinzipalin, Filmemacherin, Künstlerin und nun auch Autorin.

Das Multitalent stellte sein Buch „Kühe Kunst Kartoffeln“ gestern im Kreismuseum vor. Dort, wo Geschichte und Geschichten zuhause sind.

Genau der richtige Ort für die eigene Geschichtenwelt der gebürtigen Worpswederin, die lange in Bremen lebte. Seit 1994 hat sie ihr Nest in Klein Ringmar auf dem Land eingerichtet. Sie fühlt sich dort wohl. Deshalb gibt der Untertitel des Buches „Tante Emmas demografischer Handel auf dem Land“ die eigentliche Richtung an.

Majanne Behrens ist wieder einmal in eine andere Haut geschlüpft: Tante Emma. Für sie ein Synonym für eine warmherzige freundliche Dame, die nicht auf den Mund gefallen ist und sich kümmert. Eine Beschreibung, die durchaus auch auf Majanne Behrens selbst zutrifft.

Als Tante Emma möchte sie die Lebensqualität auf dem Land mitentwickeln – bunt, fantasievoll und authentisch. Umgesetzt hat sie all das in ihrem Buch in Gedichten, Liedern und Skulpturen.

„Es geht mir um den Alltag, um Träume und Zeit nehmen“, sagt sie. Konkret um den demografischen Wandel auch auf dem Land, den die agile Ex-Bremerin in Handeln umwandeln will.

Also baute sie einen Verkaufswagen so um, dass 20 Stühle hinein passten, band sich eine Schürze um, setze ein Kopftuch auf und machte als Tante Emma Station in Klein Ringmar, Twistringen und Kirchdorf.

In Kirchdorf stand sie mit ihrem Idee-Wagen vor dem Rathaus und wartete, was passiert. Erst waren es nur die Kirchturmglocken mit ihrem Ding-Dong. Dann kamen die Menschen und mit ihnen das Gespräch. Majanne Behrens hatte eine alte Stalllaterne dabei. Onkel Wilhelm (96) erinnerte sich an seine auf dem Leiterwagen. „Ich habe ein Lied davon gemacht und vor dem Rathaus gesungen“, sagt die musikalische Autorin.

Über ihr Sommerprojekt fand sie Einlass in Familien. Sie wurde zu Kaffee und Butterkuchen eingeladen. Die Menschen öffneten ihre große Geschichtenkiste und erzählten von früher. Etwa von dem ersten Bauern mit Trecker. Als der abends seinen Trecker in die Scheune fuhr, machte er aus alter Gewohnheit „brrr“ wie zu Pferdezeiten.

Zur Abschlussveranstaltung des Sommerprojekts kamen viele Tante-Emma-Fans, und für Majanne Behrens stand fest, dass sie das Erlebte in eine Form gießen müsse. Ein Buch! Möglich gemacht haben das Sponsoren wie der Landschaftsverband Weser-Hunte, die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft in Berlin und die Samtgemeinde Kirchdorf.

Das Buch ist in einer Auflage von 500 Exemplaren erschienen und im Syker Kreismuseum für 15 Euro erhältlich.

Als Botschafterin für Dorfkultur fährt Tante-Emma-Behrens übrigens im Januar zur Grünen Woche nach Berlin. Im Sommer plant sie im Südkreis das erste Moritaten- und Bänkelsänger-Festival im Landkreis.

Wer weiß, was dieser Tausendsassa auf dem Land noch alles ausbrät? · vog

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