M+S möchte Grube mit Sand verfüllen

Landkreis erörtert Bedenken

Bassum - Gegen die Verfüllung einer ehemaligen Sandgrube mit Boden in Gräfinghausen durch die Firma M+S aus Stuhr sind beim Landkreis Diepholz insgesamt 18 Widersprüche eingegangen. Wie bereits berichtet, hat sich eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen das Vorhaben und einen möglichen weiteren Sandabbau in unmittelbarer Nähe vorgehen möchte.

Um die geäußerten Bedenken und Widersprüche zu erörtern, hatte der Landkreis gestern ins Bassumer Rathaus eingeladen. „Ursprünglich hatten wir nur 18 Personen eingeladen, ich sehe aber wesentlich mehr“, war der Erste Kreisrat Wolfram van Lessen

„Kein Verstoß gegen

Arten- und Naturschutz“

überrascht, als immer mehr Stühle in den Ratssaal getragen wurden. Er war am Ende erfreut, dass sich keiner der Beteiligten gegen die größere Öffentlichkeit ausgesprochen hat.

Zunächst stellte der Planer der Firma M+S, Holger Bordeaux, die Pläne vor. Die Grube ist 4,75 Hektar groß, davon sollen 3,5 Hektar verfüllt werden. Voraussichtliche Dauer: etwa zehn Jahre. Das Füllvolumen beträgt 272 000 Kubikmeter. Die Planer rechnen mit 20 Lastwagen pro Tag. Gearbeitet würde werktags von 6 bis 17 Uhr, höchstens bis 20 Uhr.

Kreisrat van Lessen räumte ein, dass die Lebensqualität der Anwohner durch das Vorhaben durchaus beeinträchtigt würde, aber eine Verfüllung nicht rechtswidrig sei. Das hätten Gutachten ergeben. Punkt für Punkt wurden die Einwände erörtert: Die Lärmimmissionen würden die Richtwerte (60 Dezibel am Tag, 45 dB in der Nacht) nicht überschreiten.

Die Naturschutzbehörde hätte festgestellt, dass eine Verfüllung weder gegen den Naturschutz noch den Artenschutz verstoße. Zu Altlasten hieß es, dass dort zwar Bauschutt vermutet wird, dieser aber in der Bewertungsskala (51 von 100 Punkten) nicht besorgniserregend sei. Aus Sicht des Bodenschutzes sei eine Verfüllung sogar sinnvoll, meinte der zuständige Dezernent Frank Lüdemann. Auch Grundwasseruntersuchungen hätten keine nennenswerten Belastungen ergeben, die auf eine starke Verunreinigung schließen lassen. Die Frage, ob eine Verfüllung in einem Landschaftsschutzgebiet zulässig sei, beantwortete Wolfram van Lessen mit einem klaren Ja.

Derzeit würden alle Eingaben geprüft. Jeder, der Widerspruch eingereicht habe, würde schriftlich benachrichtigt, gab der Erste Kreisrat bekannt. Sollte einer Genehmigung aus Sicht des Landkreises nichts im Wege stehen, bleibe den Anwohnern noch der Klageweg. · al

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