Dr. Stefan Doose über Inklusion und Zukunft

„Hilfen müssen hilfreich sein“

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Referent Dr. Stefan Doose

Twistringen - Von Anika Bokelmann. „Inklusion kommt mit den Unterschieden klar“ lautete eine Textzeile, die der Gebärdenchor Oldenburg (Geco) neben dem Stück von Herbert Grönemeyer, „Sie mag Musik nur wenn sie laut ist“, eindrucksvoll vortrug. Mit dem „sperrigen Wort Inklusion“ und der persönlichen Zukunftsplanung von Menschen mit und ohne Handicap beschäftigte sich am Donnerstagabend Dr. Stefan Doose. Der Vorsitzende des Netzwerks persönliche Zukunftsplanung und Lehrer aus Ostholstein beleuchtete in seinem Referat die Möglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen, ihr Leben eigenständig in die Hand zu nehmen und zugleich die richtigen Hilfen zu bekommen.

Einleitend erklärte Klaus Priesmeier als Superintendent des Kirchenkreises Diepholz, was Inklusion für die Gesellschaft bedeutet: „Wir müssen lernen, andere Haltungen zu akzeptieren und jeden Menschen als Experten in seinem Bereich zu sehen.“ Inklusion dürfe dabei keinesfalls mit Integration gleichgesetzt werden, unterstrich Priesmeier. Vielmehr ginge es darum, auf einzelne Wünsche einzugehen und den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, „ohne nach den Kosten zu fragen“, ergänzte Mechthild Strake, Vorsitzende des Kreisbehindertenrates und Mitorganisatorin des Infoabends. Mehr als 100 Zuschauer hatten sich auf Einladung der Stiftung Waldheim Cluvenhagen und dem Aktionsbündnis Inklusion im Landkreis Diepholz eingefunden, um sich über das Thema Zukunftsgestaltung als Prozess zu informieren.

Betroffene, Angehörige und Pflegepersonal erfuhren von Doose, dass „gleiche Rechte für Menschen, die verschieden sind, gelten“. Denn in den Unterschieden steckten auch Eigenschaften, die Menschen besonders machen würden, so Doose und weiter: „Inklusion bedeutet, dass alle Menschen überall dabeisein dürfen und teilhaben können.“

Doch das sei in vielen Orten noch nicht möglich. „Kindergärten und andere Einrichtungen müssen bei ihren Angeboten noch nachrüsten, damit auch Schwerstbehinderte am normalen Leben teilnehmen dürfen“, so der Dozent, der dazu aufrief, Bedürfnisse detailliert zu erforschen, um einen guten Service für Menschen mit Handicap anbieten zu können. Dazu gehöre es, Fähigkeiten der Personen aufzudecken, örtliche Begebenheiten aufzuspüren und neue Dienstleistungen zu erfinden. „Die müssen aber auch wirklich hilfreich sein und letztlich zur Selbstverständlichkeit werden“, betonte Doose. Nur so sei harmonisches Leben möglich.

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