Faszinierendes Wildtier gesichtet und Europäisches Fachzentrum Moor und Klima eröffnet

Zeit des Wolfes und des Kranichs

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Der Wolf versetzt Schafzüchter in Angst und Schrecken. Karikaturist Lothar Liesmann hat sich darauf seinen eigenen Reim gemacht.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es war tierisch, das Jahr 2014 im Landkreis Diepholz. Der Wolf und der Kranich setzten auf ganz besondere Weise Akzente. Der erste, weil er sich seinen Lebensraum im Landkreis Diepholz eroberte, und der zweite symbolisch aus Stein: In Ströhen, mitten im Moor, eröffnete in diesem architektonischen Kranich das Europäische Fachzentrum Moor und Klima, kurz EFMK.

Das Moor – dieser faszinierende Lebensraum im Herzen des Flächenlandkreises Diepholz war gleich dreifach Schauplatz wichtiger Ereignisse im vergangenen Jahr. Erstens als Forschungsraum für die Naturschützer im EFMK, zweitens als Lebensraum für das – ebenso faszinierende wie polarisierende – Wildtier Wolf und drittens als Wirtschaftsraum für Landwirte. Die Wiedervernässung der Moore über die Neuordnung des LROP (Landesraumordnungsprogramm) werteten nicht wenige Bauern als existenzbedrohend.

Und immer wieder der Wolf: Im sprichwörtlichen Sinne argumentierte sich Landrat Cord Bockhop in der Politik ebendiesen, also einen Wolf, um im kurzfristig nutzbaren Twistringer St.Annen-Stift ein Leuchtturmprojekt gegen den drohenden Pflegekräftemangel zu installieren: Das Kompetenzzentrum Gesundheit und Pflege. Doch alles Bemühen war umsonst. Nach langem politischen Gerangel entschied der Kreistag mehrheitlich, dieses Zentrum in Syke realisieren zu wollen – wann, ist noch unklar. Die Twistringer Bürger wähnten sich unter Wölfen, wie die Kommentare und bitteren Proteste gegen diese Entscheidung bewiesen. Sie fühlten sich sprichwörtlich wie der Letzte, den die Hunde beißen. Hundeelend wiederum die Stimmung bei der Feuerwehr: Als Hoffnungsträger war der neue Kreisbrandmeister Heino Witte gestartet, aber nach nicht mal einem Jahr räumte er den Chefsessel der 5000 Mitglieder starken ehrenamtlichen Organisation im Landkreis wieder – aus gesundheitlichen Gründen und nur wenige Monate, nachdem schon Kreisverbandschef Dieter Berg seinen Posten niedergelegt hatte. Wölfe im Schafspelz waren übrigens auch unterwegs im Landkreis Diepholz, insbesondere im Raum Sulingen: Diebe, die sich als Polizisten ausgaben und Senioren zu bestehlen versuchten. Sage und schreibe 20 Fälle registrierte das Polizeikommissariat Sulingen.

Gezwungen, mit den Wölfen zu heulen, fühlten sich Mitglieder einer ganz anderen Organisation: Um auch langfristig am Markt bestehen zu können, hoben die Mitglieder der Raiffeisen-Warengenossenschaft Twistringen die Hand für das Ende einer Ära. Die RWG Twistringen fusionierte mit der RWG Grafschaft Hoya zur Raiffeisen Warengenossenschaft Niedersachsen Mitte. Die Mitglieder der RWG Grafschaft Hoya begrüßten das.

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