Rund 40 Behandlungen pro Tag

Sanitäter und Polizist sind für alle Fälle gewappnet

„Sheriff“ Thomas Gissing ist ein bekanntes Gesicht auf dem Lagergelände – seit vielen Jahren gehört er dazu. - Foto: Schmidt

Aschen - Von Katharina Schmidt. Wenn knapp 2 000 Menschen zusammentreffen, gibt es für Polizei und Sanitäter oft extrem viel zu tun. Nicht so beim Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr. Langeweile kommt bei „Lagersheriff“ Thomas Gissing und dem Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zwar nicht auf, aber alles in allem geht es in Aschen friedlich zu.

Die Behandlungsräume der DRK-Sanitäter liegen im Aschener Kindergarten, nur wenige Meter vom Wettbewerbsplatz entfernt. Direkt vor der Tür ihres Quartiers stehen zwei Rettungs- und zwei Krankenwagen. Außerdem halten einige der Kollegen direkt bei den Turnieren die Stellung. Tagsüber sind 13 Leute im Einsatz, nachts mindestens acht. Die Sanitäter sind für den Notfall gewappnet. Dieser ist bisher zum Glück nicht eingetreten.

Keine Probleme mit Alkohol

Laut Axel Vetter, Leiter des DRK-Rettungsdienstes, behandelt das Team täglich rund 40 Zeltlagerteilnehmer. Die meisten von ihnen leiden unter kleineren Sportverletzungen. Bis gestern Mittag haben die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter vier Jugendliche zum Röntgen in ein Krankenhaus verwiesen.

Probleme mit Alkohol gibt es Vetter zufolge nicht. „Das haben die Betreuer sehr gut im Griff“, findet er.

Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr: der Freitag in Aschen

Nachmittags ist neben dem DRK die Sulinger Ärztin Ivonne Arndt vor Ort. Sie bietet dann eine Sprechstunde an. Auch Lagerpolizist Thomas Gissing musste sich in den vergangenen Tagen glücklicherweise um keine Notfälle kümmern. „Das ist hier kein Zeltlager wie beim Hurricane in Scheeßel“, sagt er. Es gebe weder Körperverletzungen noch Diebstähle. „Die wissen sich hier zu benehmen“, lobt er die Jugendlichen.

„Lagersheriff“ Gissing seit neun Jahren dabei

Trotzdem: Bei rund 2000 Leuten sollte niemand seine Sachen unbeaufsichtigt liegen lassen. Darauf weist Gissing ausdrücklich hin – und erzählt von einem Mädchen, das aufgelöst zu ihm gekommen sei. „Sie meinte, dass ihr Handy gestohlen worden sei“, erzählt er. Sie habe es vor dem Duschen im Sporthaus zum Laden an eine Steckdose angeschlossen. „Wertsachen kann man so nicht einfach unbeaufsichtigt liegen lassen“, warnt der Polizist. Die Geschichte vom Mädchen hat ein gutes Ende: Betreuer hatten das Handy sicherheitshalber eingesteckt.

Im Jahr 2004 war Gissing erstmals „Lagersheriff“. Damals hatten die Jugendfeuerwehren ihre Zelte in seinem Heimatort Leeste aufgeschlagen. „Seitdem bin ich infiziert“, blickt er zurück und schmunzelt. Zwischendurch legte er eine Pause ein, seit neun Jahren ist er jedes Mal dabei.

Was macht der Polizist, wenn nichts passiert? - „Da sein“

Aber was macht er die ganze Zeit, wenn gar nichts passiert? „Da sein“, bringt er es auf den Punkt. Gissing steht den Kindern und Jugendlichen als Ansprechpartner zur Seite. Wie viele täglich zu ihm kommen, kann er nicht zählen. Es arte zwar nicht in Stress aus, arbeitslos sei er aber nie, erzählt er.

Die Kinder kennen ihn. Er ist öfter an Schulen, um dort Präventionsarbeit zu leisten. Manches, was er dort erzählt hat, fragen sie sich auf dem Zeltlager noch einmal nach. Oft drehen sich die Gespräche auch um Karrierechancen bei der Polizei. „Viele Mädchen wollen zur Reiterstaffel“, weiß Gissing. Allein in dieser Woche hätten ihn mehr als fünf junge Frauen darauf angesprochen. Er seufzt. „So viele Pferde haben wir gar nicht ...“

Noch ein Thema interessiert die Zeltlagerteilnehmer brennend: „Die Kinder fragen mich, ob ich eine Waffe dabeihabe“, erzählt der Polizist. Und, hat er? „Ja. Für uns ist das Pflicht. Die gehört zur Uniform.“ Somit ist er für alle Fälle gewappnet, genauso wie das DRK-Team.

Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr: der Donnerstag in Aschen

Bilder vom Mittwoch aus dem Feuerwehr-Zeltlager Aschen

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Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehr: der Montag

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